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"Widerliches Verhalten": So knallhart will die Polizei gegen Amok-Gerüchte vorgehen

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MUNICH
Blumen, die am OEZ in München nach dem Amoklauf niedergelegt werden. | Michael Dalder / Reuters
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Es sei ein "mieses Spiel mit der Angst". Diesen Satz hat die Polizei München am vergangenen Samstag auf ihrem Twitter Account veröffentlicht. Einen Tag, nachdem ein 18-jähriger Deutsch-Iraner neun Menschen in der bayerischen Landeshauptstadt tötete.

Der Grund: Allerlei Falschmeldungen über erneute Amokläufe oder Terroranschläge hielten die Polizisten an diesem Tag auf Trapp. "Personen, die solche Gerüchte in die Welt setzen, dürfen sich schon mal warm anziehen. Die Ermittlungen laufen", schrieb die Pressestelle auf Twitter. Die Anzahl der bewusst herbeigeführten Fehlalarme dürfte seither leider trotzdem nicht zurückgegangen sein.

Denn die Polizei muss am Donnerstag, sechs Tage nach dem Amoklauf, erneut eine Warnung veröffentlichen. Und wendet sich an Trittbrettfahrer, die absichtlich und grundlos einen Fehlalarm auslösen: "Wer absichtlich und grundlos einen Polizeieinsatz auslöst, muss die Kosten dafür übernehmen. Es gibt dabei keine finanzielle Obergrenze."

Da nichts anderes mehr zu helfen scheint, nennt die bayerische Polizei dieses Mal Zahlen. Genauer: Kosten, auf die sich Trittbrettfahrer einstellen sollen. Müsste die Polizei wegen ihrer falschen Gerüchte zu einem Einsatz ausrücken.

"Pro eingesetztem Beamten und Stunde stellen wir jeweils 54 € in Rechnung. Kommt ein Hubschrauber zum Einsatz, werden 3460 € pro Stunde in Rechnung gestellt", schreibt die Polizei in ihrem Facebook-Beitrag.

Wer einen Falschalarm verursacht, macht sich nach Paragraf 145 des Strafgesetzbuches strafbar. Ein Falschalarm, der einen Polizeieinsatz nach sich zieht, wird entweder mit bis zu einem Jahr Gefängnis oder mit einer Geldstrafe bestraft.

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