Huffpost Germany

Kia: Optima ist Weiterentwicklung eines Mittelklassewagens

Veröffentlicht: Aktualisiert:
Drucken

Soll für Furore in der Mittelklasse sorgen: der neue Kia Optima

Noch ist Kia im hart umkämpften Mittelklasse-Segment ein Außenseiter, aber mit dem optimierten Optima kann sich das bald ändern. Es wäre die logische Fortsetzung eines Trends: Wer sich auf unseren Straßen umsieht, dem fällt die deutliche Zunahme von Fahrzeugen der Marken Kia und Hyundai auf. Beide gehören übrigens zum gleichen Konzern. Ende letzten Jahres waren immerhin 550.000 Kia-Fahrzeuge in Deutschland zugelassen. Mit dem 2011 erstmals vorgestellten Optima wagte Kia den Schritt in die Premium-Liga der gehobenen Mittelklasse. Allerdings mit bescheidenem Erfolg. Von den in 2015 in Deutschland zugelassenen 55.689 Kias waren gerade mal 384 Optimas. Das soll sich mit dem neuesten Modell gründlich ändern, das weltweit die vierte Optima-Generation, in Europa die zweite Serie, repräsentiert.

Irgendwie kommt der neueste Kia Optima bescheiden daher. Die schlanke Karosserie der viertürigen Limousine signalisiert unauffällige Eleganz mit einem Hauch Coupé-Format, aber ohne übertriebenes Design-Gedöns. Ein paar scharfe Kanten, interessante Scheinwerfer, ein witziges kleines Fenster nach der C-Säule schaffen Spannung ohne Aufgeregtheit. Das ist Schlichtheit auf vier Rädern, aber keineswegs langweilig, sondern durchaus präsent.

Den Kia Optima gibt es sogar schon seit einigen Jahren auch als Hybrid, wie hier bei Clipfish zu sehen ist

Das gilt auch für den Innenraum, der sich ergonomisch dem Fahrer zuwendet und alle Knöpfe und Schalter gut erreichbar in logischer Platzierung präsentiert. Die Materialien signalisieren optisch Wertigkeit und fassen sich auch gut an. Die Koreaner haben schnell gelernt, dass das haptische Erlebnis in dieser Klasse dazu gehört, wenn man die Kundenerwartung erfüllen will. Das ist jedenfalls gelungen. Die Sitze sind ausgesprochen langstreckenfreundlich, sie bieten Seitenhalt und entspanntes Sitzen. Optional gibt es sogar eine Sitzbelüftung, die an heißen Tagen nicht nur zum Wohlgefühl beiträgt, sondern sicherheitsfördernd ist, weil sie dem Fahrer den Hitzestress erspart.

Ausreichende Motorleistung

Unser Testwagen mit dem 141 PS starken Turbo-Diesel bewährte sich auf langen Autobahnfahrten als ausgesprochen komfortabel und sparsam. Durchaus auch mal zügig bewegt, lagen wir beim Verbrauch zwischen sieben und siebeneinhalb Liter auf 100 Kilometer. Einmal sind wir auf Sparflamme gefahren und verbrauchten dabei gerade mal 6,2 Liter. Da kann man nicht meckern. Dass dieser Motor in der Effizienz-Klasse A + rangiert, ist die angemessene Bestätigung unserer Erfahrungen. Die Motorleistung ist völlig ausreichend, ab und zu wären ab 160 km/h ein paar PS mehr nicht zu verachten, aber um zügig voranzukommen, stimmt die Performance. Dass der Optima die 200-km/h-Marke nur knapp überschreitet, fällt angesichts heutiger Verkehrsdichte nicht auf.

Die zum Vorgänger deutlich verbesserte Dämmung absorbiert unangenehme Motorgeräusche und lässt nur im oberen Drehzahlbereich ein nicht unangenehm klingendes Diesel-Brummen in den Fahrgastraum dringen. Das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe schaltet und waltet, wie es sich gehört: weich oder sportlich, je nachdem wie es der Fahrer wünscht, der per Schaltwippe auch manuell eingreifen und zudem zwischen drei Schalt-Modi wählen kann, die sich allerdings nicht gravierend unterscheiden. Die Handling-Eigenschaften sorgen Dank direkter Lenkung und dem sehr gut abgestimmten Fahrwerk für ein hohes Maß an Agilität, die in dieser Klasse trotz Komfortanspruch vom Kunden gewünscht wird.

Garantieversprechen von sieben Jahren

Unser Testwagen war mit so ziemlich allem ausgestattet, was das Herz begehrt. Nicht alles muss extra bezahlt werden. Dass die Serienausstattung ein Navigationssystem mit sieben Jahren kostenlosem Karten-Update beinhaltet, ist bemerkenswert. Optional und durchaus empfehlenswert ist das Technik-Paket für 1990 Euro: mit Einparkassistent, Querverkehrswarner, Rundumsichtkamera (Rückfahrkamera allein ist serienmäßig), Spurwechselassistent, adaptivem Fahrwerk, adaptiver Geschwindigkeitsregelanlage, die das Tempo und den Abstand zum Vordermann hält. Auch der Notbremsassistent gehört dazu. Das Doppelkupplungsgetriebe kostet 2000 Euro und ist eigentlich unverzichtbar. Klar dass mittlerweile eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung, automatisches Abblenden, LED-Tagfahrlicht, induktive Ladestation fürs Handy, ein Start-Stopp-System und vieles mehr dazu gehören. Kia hat hier alles aufgeboten, was heute technisch so möglich ist. Interessant ist, dass der Multimediadienst Kia Connected Services vom Navigations-Spezialisten TomTom bereitgestellt wird. Wir konnten uns mehrfach davon überzeugen, dass die Verkehrsinformationen in Echtzeit präzise funktionieren und das Navi Ausweichrouten empfahl, die einen echten Vorteil brachten.

Fazit: Der Kia Optima ist aus allen Perspektiven ein gutes Angebot: Das Preis-/Leistungsverhältnis in dieser Klasse ist nahezu unschlagbar, die gebotenen Technologien und serienmäßigen Ausstattungen sind auf hohem Niveau, sieben Jahre Garantie sind ein Qualitätsversprechen, das deutsche Premium-Anbieter (noch) nicht zu geben bereit sind.

Technische Daten Kia Optima 1.7 CRDi: viertürige Limousine, Länge: 4,85 Meter, Breite: 1,86 Meter, Höhe: 1,46 Meter, Radstand: 2,80 Meter, Leergewicht je nach Ausstattung: 1605 - 1720 Kilogramm, Kofferraumvolumen: 510 Liter, Tankinhalt: 70 Liter, Motor: Reihenvierzylinder-Diesel mit Turbolader, Hubraum 1685 ccm, Leistung: 141 PS bei 4000 U/min, max. Drehmoment: 340 Newtonmeter bei 1.750 - 2.500 U/min, 0 - 100 km/h: 11 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit: 203 km/h, Durchschnittsverbrauch: 4,4 Liter Diesel/100 km, CO2-Emission: 116 g/km, Preis (Version Spirit): ab 33.900 Euro.