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Montessori-Schulen haben die erfolgreichsten Menschen der Welt hervorgebracht

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ERFOLG
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Unternehmen wie Google, Facebook und Amazon haben unseren Alltag für immer verändert. Diese digitalen Konzerne haben unser Leben bereichert und dabei gleichzeitig eine Macht aufgebaut, die der unserer Staatschefs gleichkommt.

Die Männer, die hinter diesen Firmen stehen, sind Pioniere des digitalen Zeitalters und haben es geschafft, sich ein Marktmonopol aufzubauen. Und obwohl sie sehr unterschiedlich sind, haben sie eine Gemeinsamkeit, die zu ihrem großen Erfolg geführt haben könnte: Die Gründer dieser Konzerne besuchten alle in ihrer Kindheit eine Montessori-Schule.

Das gilt fĂĽr Larry Page und Sergey Brin, die Google gegrĂĽndet haben, sowie Jeff Bezos, dem GrĂĽnder von Amazon und Videospiel-Pionier Will Wright. Facebook-Chef Mark Zuckerberg und Jimmy Wales, der GrĂĽnder von Wikipedia, besuchten Schulen, die ihren Unterricht teilweise ebenso nach dem Montessori-Prinzip gestalteten.

Das Montessori-Prinzip: Lernen aus eigenem Antrieb

"Ist Montessori der Ursprung von Google und Amazon?", fragte Journalist Steve Denning im US-Magazin "Forbes".

Das Prinzip der Montessori-Schulen ist etwa 100 Jahre alt und beruht auf den Erkenntnissen von Maria Montessori, einer italienischen Reformpädagogin, die in ihrem Lernkonzept das Kind und seine Bedürfnisse ins Zentrum rückte. Im Unterricht sollen sich die Kinder den Lernstoff aus eigenem Antrieb aneignen.

Dabei werden sie von den Lehrern individuell gefördert und vor Aufgaben gestellt, die sie selbst aktiv erarbeiten und mithilfe von passenden Unterrichtsmaterialen lösen müssen. Noten und Tests gibt es nicht.

montessori

Das Ziel des Konzepts: Die Kinder sollen ihre Fähigkeiten auf eigene Faust entwickeln, ausbilden und dabei Freude am Lernen haben.

Parallelen zwischen Montessori und Google

Aus dem Montessori-Konzept lassen sich anschauliche Parallelen zu den Erfolgswegen der Tech-GrĂĽnder ziehen:

Viele experimentierten mit kleineren Ideen, gingen neue Wege, probierten sich aus, sahen neue Möglichkeiten – und bauten so Stück für Stück ihre Riesenkonzerne auf – Amazon ist dafür das beste Beispiel.

Auch Brin und Page wollten eigentlich nur die Suchfunktionen in den Katalogsystemen von Bibliotheken verbessern – und entwickelten schließlich die weltweit dominierende Suchmaschine. Page führt seinen Erfolg auch auf seine Erziehung in der Montessori-Schule zurück.

Er sagte in einem Interview mit dem amerikanischen Fernsehsender "ABC“: "Wir gingen beide zur Montessori-Schule. Ich denke, dadurch, dass man nicht irgendwelchen Regeln folgt, sondern motiviert ist, Dinge zu hinterfragen, macht man viele Sachen einfach anders."

Noch konkreter führt Will Wright, der das berühmte Videospiel "The Sims" erfunden hat, seinen Erfolg auf das Montessori-Prinzip zurück: "Mit Montessori habe ich Freude an Entdeckungen entwickelt", sagte Wright im "TED-Talk". "Es geht darum, dass du nach deinen Möglichkeiten und Vorstellungen lernst und nicht darum, dass der Lehrer dir etwas erklärt. SimCity ist durch Montessori entstanden."

Bildung als Prozess und nicht als Ziel

Eines haben die Gründer wohl durch die außergewöhnliche Schulbildung verinnerlicht: Bildung ist ein Prozess und kein Ziel, das man irgendwann erreichen kann. Man muss vor allem lernen, die richtigen Fragen zu stellen und Freude dabei haben, Dinge auszuprobieren.

Auch Studien legen nahe, dass das Montessori-Prinzip funktionieren kann: Angeline Lillard, Psychologin an der University of Virginia verglich im Jahre 2006 Kinder, die eine Montessori-Schule besuchten, mit Kindern, die in Regelschulen unterrichtet wurden. Die Kinder stammten alle aus ähnlichen sozialen Verhältnissen.

Das Ergebnis: Bei den sozialen Kompetenzen, wie auch bei den mathematischen und sprachlichen Fertigkeiten schnitten die Montessori-Kinder besser ab.

Lillard, selbst Montessori-Anhängerin, sagte in einem Interview mit der "Zeit": "Montessori-Kinder suchen öfter nach positiven Lösungen von Problemen und bewerten auch die Gemeinschaft in der Schule viel positiver."

Die Montessori-Elite

Auch in Deutschland ist das Montessori-Prinzip bekannt: Es gibt im ganzen Land etwa 300 Grundschulen und 100 weiterführende Schulen, die nach dem Prinzip der italienischen Reformpädagogin unterrichten.

Jedoch kommen bisher nur wenige Kinder in den Genuss des selbstbestimmten Lernens – da der Besuch dieser Privatschulen mit Kosten verbunden und die Warteliste oft lang ist. Das Konzept ist also noch weit davon entfernt, in deutschen Schulen Einzug zu halten – ist es doch das Gegenteil des flächendeckend praktizierten Frontalunterrichts.

Währenddessen wird in den Vereinigten Staaten kolportiert, dass Montessori eine kreative Elite erschaffen habe, denn auch im Film- und Musik-Business reüssieren viele berühmte Montessori-Alumni: Dazu zählen Stars wie George Clooney, aber auch Dakota Fanning, Sean “P Diddy” Combs, Beyoncé Knowles und Taylor Swift – um nur ein paar zu nennen.

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(glm)