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Feijoada bis Brigadeiros: Wissenswertes über die brasilianische Küche

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BRAZILIA FOOD
Wissenwerte Dinge über original brasiliansiches Essen | Kim Carson via Getty Images
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  • Von Feijoada bis Sushi: Brasilianische Küche hat eine lange Tradition
  • Bis zu sechs Mahlzeiten sind dort normal
  • Und: zwei Rezepte, um die brasilianische Küche auch in Deutschland zu kosten

Neben dem weltberühmten Cocktail Caipirinha oder dem momentan total angesagten Mate Tee hat Brasilien auch kulinarisch eine Menge zu bieten.

Spätestens seit der Fußball-Weltmeisterschaft im Jahr 2014 haben so manche Sportfans das südamerikanische Land in fast all seinen Facetten kennen- und lieben gelernt. Mit den Olympischen Spiele 2016 werden vielleicht weitere Menschen für sich entdecken.

Deftige Küche mit internationalen Einflüssen

Und damit auch die brasilianische Küche. Diese hat eine lange Tradition in Kombination mit kulinarischen Einflüssen aus der ganzen Welt. Eintöpfe und Fleischgerichte aus Europa, Reis und Sushi aus Asien und Schwarze Bohnen, Kokosmilch und Kochbananen aus Afrika. Die Zutaten und Geschmäcker sind jedoch regional verschieden.

Beispielweise findet man in São Paulo viele Grillspezialitäten und Sushi auf den Speisekarten der Restaurants (richtig gelesen: Sushi) Laut der Online-Ausgabe der "Süddeutschen Zeitung" wird außerhalb von Japan nirgends auf der Welt so viel Sushi verzehrt, wie in Brasilien.

An der Grenze zu Uruguay dagegen lieben die Menschen bis heute das sogenannte Gaucho-Essen- Deftige und einfache Eintöpfe mit Fleisch und Bohnen, welche die Viehzüchter ursprünglich zur Stärkung vor langen Ritten aßen. Auch die Käsebällchen Pães de queijo, werden gerne als Snack zwischendurch gegessen.

Das Nationalgericht Fejioda

Das Nationalgericht ist der sogenannte Feijoada, ein Eintopf. Im Original-Rezept werden Abfallresten der Tierverwertung, wie etwa die Knochen, die Füßen und die Zunge, serviert. Heutzutage wird der Bohneneintopf mit geschmackvolleren Stücken vom Schwein oder Lamm gekocht. Dazu wird Reis serviert.

Man findet dieses Gericht in fast allen Restaurants in Brasilien. Vor allem aber an den kleinen Straßenbars, die aufgrund der langen Fahrtzeiten von einer Stadt zur nächsten als populäre Anlaufstätte für den schnellen Hunger fungieren.

Hier das originale Feijoda-Rezept zum Nachkochen:
  • Schwarze Bohnen und das gepökelte Fleisch zuerst für 24 Stunden in Wasser einlegen
  • Am nächsten Tag die aufgequollenen Bohnen zusammen mit dem Fleisch in einen großen Topf geben und mit Wasser auffüllen
  • Gewürze wie Orangen und Lorbeerblätter, eine gehackte Zwiebel, Knoblauch und etwas schwarzen Pfeffer dazu
  • Anschließend den Eintopf auf kleiner Flamme köcheln lassen
  • Serviert wird der Eintopf mit trockenen körnigen Reis, der mit einer gedünsteten Zwiebel, einer Knoblauchzehe, Pfeffer und Salz zubereitet wurde

Auch in Sachen Süßes mögen es die Brasilianer gerne reichhaltig. Frische Säfte, stark gezuckerter Kaffee oder Kuchenvariationen gehören fast zu jeder Mahlzeit. Zum Nachtisch isst man in Brasilien gerne Brigadeiros - das sind kleine Schokokugeln.

Hier das leckere Rezept für die Brigadeiros:
  • eine Dose Kondensmilch mit Kakaopulver und Butter vermengen und bei mittlerer Hitze aufkochen
  • circa zehn Minuten köcheln lassen - bis sich die Masse vom Rad lösen lässt
  • die Masse abkühlen, Bällchen formen und in Schokostreusel einlegen

Die Essensgewohnheiten in Brasilien

Die Anzahl der Mahlzeiten unterscheidet sich in Brasilien stark von unseren Essensgewohnheiten in Deutschland. Fünf bis sechs Mahlzeiten pro Tag sind üblich. Morgens mögen es die Brasilianer gerne süß. Am Vormittag gibt es eine kleine Zwischenmahlzeit in Form von Käsebällchen oder Sandwiches.

Das Mittagessen wird in den meisten Haushalten pünktlich um zwölf Uhr serviert. Gerne wird das Nationalgericht Feijoada oder gebratener Fleisch mit Reis, Kochbananen oder Bohnen serviert. Zum Nachmittagskaffee wird gerne Gebäck oder Kuchen gereicht.

Das Abendessen fällt überraschenderweise etwas leichter aus und besteht meistens aus Salat und Gemüse. Wessen Hunger danach jedoch immer nicht gestillt ist, greift zum mitternächtlichen Snack aus Sandwiches, Nudeln oder Salat - kombiniert mit frischem Saft.

Essens-Mythen in Brasilien

Fleisch und Fisch kommen Brasilien oft und gerne auf den Teller. Geflügel allerdings nicht. Laut eines Mythos soll der Verzehr des Federviehs Unglück bringen. Denn da die Tiere Scharren und rückwärts laufen können, soll ihr Verzehr wiederum zu einem Rückschritt im eigenen Leben führen, erklärt die Zeitung "Die Welt".

Stattdessen setzen die Einheimischen auf Linsen. In Wasser gelegt, quellen diese auf und wachsen. In diesem Sinne wird es dann angeblich auch einen Fortschritt im eigenen Leben geben.

Und wer eine Pause von all den Schlemmereien braucht, der kann auch schlicht und einfach eine frisch geköpfte Kokosnuss am Strand genießen. Billig, kalorienarm und man erlebt garantiert das volle Brasilienfeeling.

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(cho)