Huffpost Germany

Asyl für Erdogans Gegner:"Merkel muss den Opfern ihrer Politik in der Türkei helfen"

Veröffentlicht: Aktualisiert:
RECEP TAYYIP ERDOGAN
Asyl für Erdogans Gegner: "Merkel muss den Opfern ihrer Politik in der Türkei helfen" | Ints Kalnins / Reuters
Drucken
  • Linke und Grüne diskutieren über die Aufnahme politisch verfolgter Türken
  • Linken-Außenexperte Van Aken: "Wer nach Deutschland kommen will, dem muss geholfen werden"
  • Bayerns Linken-Landeschef Gürpinar gibt ihm recht - Fraktions-Vize Ernst fordert eine "europäische Lösung"

Nach den neuesten Foltervorwürfen und Redaktionsschließungen am Bosporus werden immer mehr Forderungen von Seiten der Bundestags-Opposition laut, die Bundesregierung müsse verfolgten türkischen Oppositionellen explizit Asyl anbieten.

"Wer nach Deutschland kommen will, dem muss geholfen werden“, sagt etwa Jan van Aken, Außenexperte der Linken im Bundestag, der Huffington Post.

"Linken-Politiker Van Aken: Merkel hat versagt"

Für ihn ist klar: "Angela Merkel hat versagt.“ Die Kanzlerin hätte mehr Druck auf die Türkei ausüben müssen, dass sich die Menschenrechtssituation am Bosporus nicht so sehr zuspitze.

Auch Ates Gürpinar, Chef der Linken in Bayern, sagte im Gespräch mit der Huffington Post: "Wenn Erdogan das Ausreisen verbietet, muss es die Antwort einer Demokratie wie Deutschland sein, diesen Menschen Asyl zu gewähren."

Für ihn ist klar: "Insbesondere Bundeskanzlerin Angela Merkel ist nach ihrem Wahlkampf für Erdogan letzten Herbst und der finanziellen Unterstützung einer undemokratischen Türkei auch moralisch dazu verpflichtet, den Opfern ihrer Politik zu helfen."

Seit dem Putsch, den Massenverhaftungen, den Folter-Berichten und der Entmachtung der Gerichte sei klar, dass die Türkei das Gegenteil eines sicheren Staates sei.

Fraktionsvize Ernst: "Europäische Lösung"

Klaus Ernst, stellvertretender Chef der Linken-Bundestagsfraktion, sieht jedoch "ganz Europa in der Pflicht, wenn nötig Menschen aus der Türkei aufzunehmen". Natürlich könne jeder politisch Verfolgte in Deutschland einen Asylantrag stellen, sagte er auf Anfrage.

Andere in seiner Partei würden am liebsten die deutschen Konsulate etwa in Griechenland oder der Türkei für verfolgte Erdogan-Gegner öffnen.

Pointiert und meinungsstark: Der HuffPost-WhatsApp-Newsletter

2016-07-22-1469180154-5042522-trans.png

Viele in seiner Partei wollen linke und liberale Gegner des türkischen Despoten nicht im Stich lassen. Ulla Jelpke, Bundestagsabgeordnete der Linken, sagte vergangene Woche der "Huffington Post": “Das mindeste, was die Bundesregierung jetzt zur Schadensbegrenzung beitragen kann, ist es, den Opfern des AKP-Regimes Asyl anzubieten."

Ähnliche Stimmen kommen von den Grünen. Der Bundestagsabgeordneter Volker Beck ist überzeugt: "Die Bundesregierung ist gut beraten, politisch Verfolgten aus der Türkei Schutzperspektiven in Deutschland zu bieten.“

Auch auf HuffPost:

"Kann nicht weitersprechen": Erdogan bricht bei Trauerrede in Tränen aus

Mehr zum Thema Militärputsch in der Türkei findet ihr hier.

(lp)