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Katwarn und Nina - so funktionieren die Katastrophenschutz-Apps

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KATWARN
Katwarn warnt in Deutschland vor Unwetter und andere Katastrophen | Fabrizio Bensch / Reuters
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  • Katwarn und Nina sind Frühwarnsysteme fürs Handy
  • Wetterwarnungen und Infos über Sondersituationen in der Stadt
  • Kosten und Nutzen der Katastrophenschutz-Apps

Aufgrund der Anschläge der letzten Tage in Würzburg, München und Ansbach steigt die Angst bei der Bevölkerung Deutschlands vor Terror, Gewalt und Hass laut einer Infratest-Umfrage immer weiter an.

Die Frühwarnsysteme Katwarn und Nina

Um die Möglichkeit zu haben, sich früh genug über potenzielle Katastrophen oder Ereignisse informieren zu können, gibt es Frühwarnsysteme fürs Smartphone.

Über diese senden Institutionen meistens Wetterwarnungen, aber eben auch Informationen zu Ausnahmesituationen auf die Handys der Nutzer. So hat die Stadt München während des Amoklaufs den Menschen über Katwarn geschrieben, dass sie in den Gebäuden bleiben und Fernsehen oder Radio anschalten sollen.

Katwarn und Nina heißen die zwei wichtigsten Apps. Die entsprechenden Dienste können sich Nutzer kostenlos auf ihr Handy laden - doch was bieten die Apps, was unterscheidet sie?

Katwarn - die App vom Frauenhofer Institut

Katwarn ist ein Warnsystem, das vom Frauenhofer Institut entwickelt wurde und auf einem speziellen Redaktionssystem basiert. Im Juli 2016 wurde Katwarn laut eigenen Angaben von mehr als 65 Kommunen genutzt, etwa 1,5 Millionen Menschen sind der Nachrichtenseite "Spiegel Online" zufolge angemeldet. Das System ist seit 2011 online.

So funktioniert Katwarn

Nach Eingabe des Standorts oder der Postleitzahl werden - im Falle eines Falles - mittels GPS-Ortung die relevanten Warnungen und Reaktions-Tipps an den User geschickt.

Bis zu sieben verschiedene Postleitzahlen können Nutzer festlegen. Ist zudem eine entsprechende Einstellung aktiviert, macht das Smartphone bei einer akuten Warnung für die eingestellten Bereiche mit Blinken und Klingeln auf die neue Meldung aufmerksam.

Des Weiteren können Nutzer thematische Schwerpunkte setzen und die für sie relevanten Meldungen, wie etwa Sicherheitshinweise zu Großveranstaltungen, auswählen.

Die App gibt es für iOS, Android und Windows.

Das Warnsystem Nina

Die App Nina wurde vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe entwickelt. Die Warnfunktion der App resultiert aus dem sogenannten Module Warnsystem des Bundes (MOWaS).

Dieses wird vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe betrieben und ist etwas unbekannter als Katwarn. Wo Nina genutzt wird, zeigen Karten auf der offiziellen Seite.

So funktioniert Nina

Für die User funktioniert Nina ähnlich wie Katwarn: Durch Ortung und sogar im Offline-Modus kann der Nutzer vorgewarnt werden, falls sich Bedrohungen oder Katastrophen, etwa in Form von Bränden oder Gefahrenstoffe, in der Nähe befinden.

Darüber hinaus bietet die App Wetterwarnungen und listet die jeweiligen zuständigen Stellen der Bundesländer auf. Die App gibt es kostenlos für iOS und Android.

Die Nachteile der App-Frühwarnsysteme

In der Regel warnen beide Systeme vor Unwettern und anderen Katastrophen, allerdings ist bisher keines abseits von Wettermeldungen in ganz Deutschland im Einsatz.

Zudem kann es auch zu Störungen kommen. Als am 22. Juli ein Amoklauf München in Schrecken versetzte, stieß Katwarn an seine Grenzen.

Das bestätigte auch ein Sprecher des Frauenhofer Instituts. "Wir sind an unsere Belastungsgrenzen gestoßen und das ist nicht gut. Die Kritik ist berechtigt". Auch bei Netzstörungen oder Stromproblemen könnte es bei den Apps zu Ausfällen kommen.

(cho)