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Fall Silivio: Mutter des Opfers stürmt im Gerichtssaal auf Kindermörder zu

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SILVIO S ELIAS
Silvio S.: Mutter des Opfers stürmt bei Urteilsverkündung auf Kindermörder zu | POOL New / Reuters
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  • Silvio S. wurde zu einer lebenslangen Haftstrafe wegen zweifachen Mordes und sexuellen Missbrauchs verurteilt
  • Das Gericht sprach der Mutter von Opfer Mohamed ein Schmerzensgeld in Höhe von 20.000 Euro zu
  • Während des Verfahrens stürmte die Mutter eines der Opfer auf den Angeklagten zu

Silvio S. ist wegen zweifachen Mordes und sexuellen Missbrauchs an den Jungen Elias und Mohamed vor Gericht gestanden. Am Dienstag wurde er zu einer lebenslänglichen Haftstrafe verurteilt.

"Sie haben zwei Kinder entführt, ihrer Freiheit beraubt, sexuell missbraucht und nach unserer Erkenntnis vorsätzlich in der Absicht getötet, die vorausgegangenen Straftaten zu verdecken", begründete Vorsitzende Richter Theodor Horstkötter seine Entscheidung und stellte eine besondere Schwere der Schuld fest.

Mohammeds Mutter: "Was hast du mit meinem Kind gemacht?"

Als der Tathergang geschildert wird, schreit Mohammeds Mutter: "Was hast du mit meinem Kind gemacht?" Die Frau stürmt auf Silvio S. zu, mehrere Justizbeamte hindern sie daran. Sie beschimpft den Mann, der ihren vierjährigen Sohn missbraucht und umgebracht haben soll. Behutsam wird sie aus dem Saal geführt.

Das Gericht sprach der Mutter des kleinen Mohamed eine Schmerzensgeld in Höhe von 20.000 Euro zu und verpflichtete den Angeklagten zusätzlich für die Folgeschäden der Mutter und der älteren Schwester des Opfers aufzukommen.

Silvio S. erklärte, er bereue die Tat

Das Urteil entspricht zumindest zum Teil dem Wunsch des Staatsanwalts. Dieser hatte eine lebenslängliche Haftstrafe mit anschließender Sicherungsverwahrung und die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld gefordert hatte. Die Verteidigung beantragte hingegen lediglich eine lebenslange Freiheitsstrafe wegen des Missbrauchs und der Tötung des kleinen Mohameds.

Erst vergangene Woche hatte sich Silvio S.überraschend zu seiner Tat äußerte. Er bereue die Tat. Zudem kündigte er an, in Haft therapeutische Hilfe anzunehmen, "damit so etwas auf keinen Fall noch einmal passieren kann."

(cho/till)