Huffpost Germany

Inside Toskana: Von Wellness und da Vinci

Veröffentlicht: Aktualisiert:
TOSCANA
Toskana - ein Landstrich, den man nicht an einem Wochenende entdecken kann | Janoka82 via Getty Images
Drucken

Anhänger der Toskana-Fraktion tun sich schwer damit, diesen Landstrich auf der Durchreise zu ignorieren. Ein, zwei Tage dort müssen schon sein, um Neues zu entdecken. Oder gleich ein verlängertes Wochenende. Nur: Die Toskana ist groß, und ihre kleinen und großen Perlen liegen versteckt in den malerischen Hügellandschaften. Da sind gezielte Tipps gefragt. Wir geben sie gerne weiter.

Auf den Spuren von Leonardo da Vinci

Mit dem Wohnmobil durch Italien, diesen Traum erfüllten sich Sarah und Pietro. Mehr dazu sehen Sie hier auf Clipfish

Wie wär's mit Vinci? Der Name des italienischen Universalgenies Leonardo da Vinci macht klar, woher er kommt - aus Vinci. Der Legende nach soll seine Mutter von einem Medici aus der Umgebung erst geschwängert, dann deshalb verstoßen worden sein. Zu Fuß machte sie sich auf in den nächsten Ort, wo Leonardo geboren wurde: Vinci. Die Geschichte erzählt uns Maria Elena Marconi, die im benachbarten Cerreto Guidi die Ferienappartements "La Colombaia" vermietet.

Die Empfehlung kam von to-toskana.de, und wenn die Gastgeberin noch Kleinigkeiten ändern würde (der Fernseher darf größer sein als ein Radiowecker, eine nette Sitzecke im Wohnzimmer wäre fein, und der Internetempfang im Hof vor dem Büro ist bei Regen ziemlich ungemütlich), dann wäre der Agroturismo-Betrieb mit seinen neun Wohnungen so perfekt wie die Tipps der herzlichen Gastgeberin. Maria verrät gerne die Lieblingsrestaurants ihrer Familie in der Umgebung, die alle sehr gut und sehr günstig waren. Herausragend aber war das "Il Ristoro del Museo" in Vinci, gleich neben dem Museum für den berühmtesten Sohn der Gemeinde. Erst Kultur, dann Crespelle alle fiorentina oder Tagliate in olio santo. In Vinci gibt es auch Kochgenies.

Wellness total - auch fürs Auge

Die Besitzerfamilie der Adler Thermae in Bagno Vignoni stammt zwar aus Südtirol, aber allein mit der Lage ihres 5-Sterne-Wellnessresorts hat sie besten Geschmack für Außergewöhnliches bewiesen. Fast unwirklich schön ist die Gegend um das UNESCO Weltkulturerbe Val d'Orcia, zentral dazu: Siena, Montepulciano oder Montalcino sind nicht weit.

Aber eigentlich will man diesen Ort, der sich so harmonisch in die Landschaft duckt, gar nicht verlassen. Sondern sich lieber von den Spa-Künstlern verwöhnen lassen, relaxt am Pool liegen und schließlich die außergewöhnlich gute Küche genießen. Solche Verlockungen bremsen den Entdeckerdrang zwar leicht ein, aber an diesem Ort die Zeit für sich zu genießen muss einfach sein. Außerdem wird rund um das Resort eine Menge geboten - Biken, Wandern und Weingenuss zum Beispiel. Ansonsten gilt: Morgen ist auch noch ein Tag. Diese Philosophie muss sich herumgesprochen haben, denn wer die Adler Thermae genießen will, sollte früh buchen, um noch einen Wohlfühlplatz zu bekommen. www.adler-resorts.com

In einem Schloss mitten in Chianti

Wenn sich sogar die Besserverdienenden aus dem nur 25 Kilometer entfernten Florenz aufmachen, um ein paar Tage im Castello del Nero zu verbringen, dann muss das ein ganz besonderer Ort sein. Und das ist sie auch, die Burg aus dem 12. Jahrhundert, die in diesem Jahr als Tophotel ihr zehnjähriges Jubiläum feiert. Mitten im Chianti gelegen, nahe des kleinen Ortes Tavarnelle Val di Pesa, ist das Castello - selbstredend Mitglieder Leading Hotels of the World - ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie alter Glanz und junger Luxus harmonieren.

Ein Sterne-Restaurant gehört dazu, ein alter Weinkeller, ein hochmoderner, perfekt intergrierter Spabereich. Die 50 Zimmer und Suiten wurden detailgetreu mit größtem Aufwand restauriert, zeitgemäße Einrichtung integriert. Klar, dass die Übernachtungspreise zwischen 350 und 800 Euro pro Nacht -entsprechend ambitioniert sind. Aber die Investition, diesen Wohntraum einmal erlebt zu haben, lohnt sich. Es muss ja nicht gleich die Presidential Suite für 5.000 Euro sein. www.castellodelnero.com

Golf nicht nur für Golfer

Die Toskana ist nicht als bevorzugtes Ziel von Golfern bekannt. Jedenfalls nicht, wenn man sie in das Verhältnis zu den normalen Touristen setzt. Aber wer sein Werkzeug dabei hat, sollte unbedingt zwei Ziele ansteuern, an denen die Menschheit das Terrain mit besonders schönen Löchern versehen hat: Es kommt im heimischen Golfclub mit Sicherheit gut an, wenn man erzählt, den ältesten Golfclub Italiens gespielt zu haben. Der liegt in Impruneta nahe Florenz, heißt Circolo Golf Ugolino, wurde 1889 gegründet und ist somit stolze 127 Jahre alt. Nicht einfach zu spielen, weil toskanisch hügelig und mitunter eng genug, dass sich die Bälle auf Nimmerwiedersehen verabschieden.

"Der schönste Platz Italiens," ist Direttore Fausto Siddu stolz überzeugt. Und weil Signore so sympathisch ist, verbietet sich ein Widerspruch selbst vor dem Hintergrund der Tatsache, dass es nur wenige Kilometer entfernt einen Ort golferischer Herausforderung gibt, der sprachlos macht angesichts seiner Pracht. Golf Club Castelfalfi heißt der und gehört zum gleichnamigen Toscana Resort, wie für eine Postkarte gemalt gelegen zwischen Florenz und Volterra. Die 27 Spielbahnen teilen sich auf in den Mountain Course (18 Loch) und den Lake Course (9 Loch), saftig grüne Fairways und penibel gepflegte Greens lassen an beste amerikanische Golfplätze erinnern. Und dies in der einzigartigen Umgebung der Toskana, über die es - Golfer oder nicht - keine zwei Meinungen gibt. Die können künftig auch vermieden werden, wenn es Diskussionen um den nächsten Kurztripp in das Wunderland Italiens geben sollte: Im Frühjahr 2017 freut sich das neue 5-Sterne-Domizil "Il Castelfalfi" auch über Gäste, die mit Ball und Schläger nichts am Hut haben. www.castelfalfi.it