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11 Dinge, die erfolgreiche Kinder in den Sommerferien tun

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Mit den Sommerferien bricht nur für die Hälfte der deutschen Kinder eine sorglose Zeit an: Laut einer Umfrage lernen die Kinder in 55 Prozent aller Familien auch in den schulfreien Wochen, wie das Magazin "Der Spiegel“ berichtet.

Mit Ferienkursen, elterlichen Nachhilfeunterricht, selbstständigen Übungen und Lerncamps soll das Kind auf das nächste Schuljahr bestens vorbereitet werden und somit die Chance bekommen, später ein erfolgreiches Leben zu führen.

Doch wir wirksam ist die Paukerei eigentlich? Wir haben uns angeschaut, was erfolgreiche Kinder in den Sommerferien tun und sind auf diese 11 Dinge gestoßen.

kinder

1. Sie langweilen sich

Die Eltern erfolgreicher Kinder fahren kein volles Ferienprogramm auf – sondern lassen die Kleinen einfach machen, was sie wollen. So bleibt den Kindern genug Raum, Kreativität und Selbstständigkeit zu entwickeln. Diese Fähigkeiten können ihr späteres Leben stark beeinflussen, wie die Psychologin Vanessa Lapointe in ihrem Blog beschreibt.

Als Beispiel für ihre These dient die Biographie ihres Mannes, der Maschinenbauingenieur ist: “Er baut und bastelt und erfindet immer noch. So ist er - es ist die Essenz dessen, was ihn antreibt. Die Langeweile seiner Kindheit - der Raum, der ihm gelassen wurde, um einfach zu sein - lebt heute in ihm weiter und hat großen Einfluss auf seine Persönlichkeit.”

2. Sie spielen draußen

Kinder sind offensichtlich leistungsfähiger, wenn sie oft draußen spielen: So konnten Kinder in einer Untersuchung ihre Konzentrationsleistung und Merkfähigkeit um 20 Prozent steigern, wenn sie einen Spaziergang machten. Das zeigte eine Studie an der Universität Michigan aus dem Jahre 2008. Außerdem bietet das Spielen in der Natur viele Möglichkeiten für Kinder, um sich kreativ auszutoben.

3. Sie spielen drinnen

Am wichtigsten ist jedoch, auf welche Art und Weise Kinder spielen: So haben die erfolgreichsten Unternehmer des digitalen Zeitalters eines gemeinsam: Bill Gates, Mark Zuckerberg, Larry Page, Sergey Brin, Jeff Bezos und Jimmy Wales sind alle Montessori-Absolventen. Montessori-Schulen bauen auf dem Prinzip „Hilf mir, es selbst zu tun“ auf.

Das heißt – egal, wo und wann ein Kind spielt: Es sollte selbstständig und aus eigenem Antrieb spielen – und zwar das, auf was es gerade Lust hat und was es erkunden will.

4. Sie unternehmen etwas alleine

Auch Kinder brauchen mal Zeit für sich, um Kraft zu tanken und in Einklang mit sich selbst zu kommen. Auch wenn sie dann gelangweilt aussehen, heißt es nicht, dass das schlecht für sie ist: “Kinder müssen in ihrer eigenen Langeweile versinken, damit die Welt um sie herum so still wird, dass sie sich selbst hören können”, schreibt die Psychologin Vanessa Lapointe.

child alone nature

5. Sie unternehmen etwas mit Freunden

Genauso lernen Kinder beim Spielen mit ihren Freunden, wie man am besten Probleme lösen kann – welche Handlungen führen zu Kooperation, welche scheitern? Durch das Aushandeln von Konflikten mit ihren Freunden werden Kinder später zu unabhängigeren Erwachsenen, die ihre Probleme selbst in die Hand nehmen können.

Außerdem müssen Kinder miteinander Spielregeln vereinbaren und ihre jeweiligen Rollen festlegen. So können sie auf natürliche Weise Führungsqualitäten entwickeln.

6. Sie fahren mit den Eltern in den Urlaub

Urlaub bietet Kindern eine Möglichkeit, andere Länder und Kulturen kennen zu lernen – und sich für neue Dinge zu öffnen. Außerdem können sie so intensiv Zeit mit ihrer Familie verbringen und sich vom Schulalltag erholen.

Auch Eltern sollten – um das Wohlbefinden ihrer Kinder willen – darauf achten, dass sie in den Ferien entspannen können: Laut einer Studie der Bowling Green University haben Kinder von Müttern, die weniger gestresst sind, größere Erfolgschancen im späteren Leben als Kinder von gestressten Müttern.

children summer

7. Sie fahren mit einer Kindergruppe in den Urlaub

Egal ob Pfadfinder, Rotes Kreuz oder eine andere Gruppe, die zusammen in den Camping-Urlaub fährt: Mit dem Aufbauen der Zelte, gemeinsamem Kochen und Spielen entwickeln die Kinder ein Gemeinschaftsgefühl und können daraus Stärke und Kraft schöpfen. Sie lernen, Dinge in einen größeren Zusammenhang zu setzen.

8. Sie helfen im Haushalt

Ein wichtiger Schritt zur Selbstständigkeit: Vor allem jüngere Kinder wollen sowieso gerne helfen, wenn die Eltern mit Kochen oder Putzen beschäftigt sind. Dann können die Eltern sie in kleine Aufgaben einbeziehen. So lernen die Kinder etwas, das auch einen wichtigen Bestandteil ihres Erwachsenenlebens ausmachen wird – und lernen so von klein auf, wie man sich organisieren kann.

9. Sie lesen Bücher

Eine interessante Theorie zum Erfolg seines Sohnes hat der Vater von Multi-Milliardär Bill Gates: Er meint, er sei darin begründet, dass Gates als Kind so ein Bücherwurm gewesen sei.

"Jede Art von Buch interessierte ihn – Nachschlagewerke, Science Fiction, einfach alles“, erzählte William H. Gates in einem Interview mit der US-Zeitschrift "Forbes". Auch Forscher der Stanford Graduate School of Business gehen davon aus, dass das Lesen von Romanen dabei hilft, Führungsqualitäten zu entwickeln.

10. Sie spielen Videospiele

Videospiele haben bei vielen Eltern einen sehr schlechten Ruf, dabei sind sie gar nicht so schlimm, wie eine Studie der Queen Mary University of London und des University College London nahelegt:

Die britischen Forscher stellten bei einer Untersuchung fest, dass strategische Spiele wie „Starcraft“ die Gehirnflexibilität der Spieler steigern können. Es kommt also bei Videospielen sehr darauf an, was und wie das Kind spielt.

11. Sie genießen einfach die Sommerferien

Was erfolgreiche Kinder in den Sommerferien aber vor allem machen: Sie genießen die freie Zeit und tun das, worauf sie Lust haben – nur so können sie gut und effektiv die Fähigkeiten entwickeln, die sie später brauchen können.

Josef Kraus, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, erklärte in einem Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“, dass zu viel Stress in der Freizeit für Kinder schädlich sei. Er sagte: "Auch Kinder sollten mal nichts tun, Abstand gewinnen und ihren Akku aufladen.“

In diesem Sinne: Schöne Ferien!

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(vr)