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Ex-DFB-Präsident Niersbach hält Fifa-Sperre für "überzogen"

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NIERSBACH
Die FIFA-Ethikkommission hat den früheren DFB-Präsidenten Wolfgang Niersbach im Zuge der Affäre um die WM 2006 für ein Jahr gesperrt | dpa
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  • Die Fifa-Ethikkommission sperrt den früheren DFB-Präsidenten Wolfgang Niersbach für ein Jahr
  • Hintergrund ist die WM-Affäre von 2006

Die Fifa-Ethikkommission hat den früheren DFB-Präsidenten Wolfgang Niersbach im Zuge der Affäre um die WM 2006 für ein Jahr von allen Fußballaktivitäten auf nationaler und internationaler Ebene gesperrt. Der Bann gelte ab sofort, teilte die Kommission am Montag in Zürich mit.

Niersbach fühlt sich durch die Fifa für Versäumnisse in der Sommermärchen-Affäre viel zu hart bestraft. In einer Stellungnahme Niesbachs hieß es am Montag: "Die nun verhängte Sanktion halte ich für unangemessen und überzogen." Er werde sich anwaltlich beraten lassen, "ob ich gegen diesen Entscheid Rechtsmittel einlegen werde".

Im Zuge der Sommermärchen-Affäre forderten die Fifa-Ethikermittler bei der Aufnahme der Ermittlungen im März 2016 zunächst eine Zwei-Jahres-Sperre für den ehemaligen DFB-Präsidenten. Bei einer Verurteilung müsste auch seine letzten internationalen Ämter beim Fußball-Weltverband und bei der Europäischen Fußball-Union Uefa aufgeben, hieß es damals.

Niersbach: "Sperre steht in keinem Verhältnis zu dem mir gemachten Vorwurf"

Niersbach bezeichnete den Antrag der Untersuchungskammer schon damals als "nicht nachvollziehbar". Der damalige Vizechef des Organisationskomitees der Weltmeisterschaft in Deutschland wollte "mit allen möglichen Rechtsmitteln" gegen den drohenden Bann vorgehen.

"Eine Sperre, die faktisch einem weltweiten Berufsverbot im Fußball gleichkommt" sowie die Höhe der damals beantragten Geldstrafe von 30.000 Schweizer Franken (27.000 Euro) stehe "in keinem Verhältnis zu dem mir gemachten Vorwurf", betonte er in einer schriftlichen Stellungnahme. Einen möglichen Verzicht auf seine Posten bei der Fifa und der Uefa ließ er unerwähnt.

Die Ermittler unter dem Vorsitz des Schweizers Cornel Borbély warfen Niersbach Verstöße gegen vier Paragrafen des Fifa-Ethikcodes vor: Allgemeine Verhaltensregeln, Loyalität, Anzeige- sowie Mitwirkungs- und Rechenschaftspflicht und Interessenskonflikte.

Der 65 Jahre alte Niersbach war im Zuge des WM-Skandals zwar als Präsident des Deutschen Fußball-Bundes zurückgetreten, sitzt als deutscher Vertreter aber noch im Council der Fifa und im Exekutivkomitee der Uefa.

"Absolut reines Gewissen"

Grundlage der Fifa-Ermittlungen ist der Untersuchungsbericht der Wirtschaftskanzlei Freshfields, die vom DFB mit der Aufklärung der Affäre beauftragt worden war.

Nach Erkenntnissen dieser internen Ermittlungen wusste Niersbach spätestens im Juni 2015 von verdächtigen Geldflüssen rund um die WM-Vergabe, hatte das DFB-Präsidium aber monatelang bewusst nicht darüber informiert.

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt ermittelt gegen Niersbach wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung. Als DFB-Generalsekretär hatte er die Steuererklärung des DFB mit den falsch deklarierten Überweisungen an die Fifa über 6,7 Millionen Euro unterschrieben.

"Was die WM angeht, habe ich für mich ein absolut reines Gewissen", sagte Niersbach der Zeitung "Welt am Sonntag" Anfang März. Was die Vorgänge ab Sommer 2015 angehe, müsse er bekennen, dass er sich bemüht habe, Klarheit in die Sache zu bringen. "Rückblickend muss ich sagen, dass ich das Präsidium früher hätte informieren sollen. Das bedauere ich."

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(cho)