Huffpost Germany

Sachsen: Unbekannte skizzieren Leichenumrisse an Haltestellen

Veröffentlicht: Aktualisiert:
SCHMIEREREIEN HEIDENAU
An verschiedenen S-Bahn-Haltestellen in Sachsen wurden am Sonntag Schmierereien gefunden. Dahinter sollen politisch motivierte Täter stecken. | Bundespolizei
Drucken
  • Nach den Attentaten von Würzburg und München beschmierten Unbekannte mehrere Haltestellen in Sachsen
  • Die Behörden gehen von einer politisch motivierten Tat aus

Innerhalb nur einer Woche muss Deutschland gleich drei blutige Anschläge verkraften.

In Würzburg attackierte ein junger Afghane Zugreisende mit einer Axt und verletzte fünf Menschen schwer, in München schoss ein 18-jähriger Schüler in einem Einkaufszentrum um sich und riss neun Menschen in den Tod.

In der Nacht auf Montag dann die neue Schreckensnachricht: Im fränkischen Ansbach verletzte ein Bombenanschlag 15 Menschen, vier davon schwer. Der mutmaßliche Täter, ein syrischer Flüchtling, kam dabei ums Leben.

"Schmierereien sollen getötete Personen darstellen"

Während Deutschland in Schockstarre verharrt, versuchen diverse politische Gruppierungen mittlerweile scheinbar nicht nur im Netz, sondern auch auf der Straße, die schrecklichen Ereignisse für sich zu nutzen. Das legt ein aktueller Fall aus dem sächsischen Heidenau nahe.

Laut Bundespolizei sollen Unbekannte entlang einer S-Bahnstrecke zwischen Schöna und Dresden mehrere Haltestellen beschmiert haben - unter anderem in Heidenau.

schmierereien heidenau

Die Bundespolizei entdeckte diese am Sonntagmorgen. Bei den Schmierereien handelte es sich demnach um Skizzen von auf dem Boden liegenden Personen. Durch den Zusatz von roter Farbe sollte zudem suggeriert werden, dass es sich um getötete Menschen handele, erklärten die Behörden.

schmierereien

"Politisch motivierte Tat"

Die Behörden gehen von einer politisch motivierten Tat aus. Dafür spricht auch der Fund mehrerer Zettel am Tatort. Auf diesen stand laut Polizei "Migration tötet".

Auf Twitter bezeichneten die Behörden die Tat als "geschmacklose Aktion".

Eine Fahndung nach den Tätern blieb bislang erfolglos. Nach Angaben der Bundespolizei konnte allerdings umfangreiches Spurenmaterial gesichert werden. Inzwischen hat der Staatsschutz die Ermittlungen übernommen.

Bereits am 17. Juli 2016 sprühten Unbekannte in weißer Farbe arabische Schriftzüge ("Kehren Sie in Ihre Heimat zurück") an die Wände der Heidenauer Bahnhöfen und des Bahnhofs Dresden Zschachwitz.

Ob ein Zusammenhang zwischen den beiden Sachverhalten besteht, wird derzeit geprüft.

Auch auf HuffPost:

Ihr habt auch ein spannendes Thema?
Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter blog@huffingtonpost.de.

Amokläufer ein Trittbrettfahrer? Zu diesen Fällen fanden die Ermittler Parallelen

(cho)