"Albtraum Deutschland": Internationale Presseschau nach Attentaten

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ANSCHLAG MNCHEN
So reagierte die internationale Presse zu den Anschlägen in Deutschland | dpa
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  • Die internationale Presse reagiert mit BestĂĽrzung auf die Attentate in Deutschland
  • Deutschland sei "in einen Albtraum gestĂĽrzt", schreibt eine italienische Zeitung
  • Auch die späte Reaktion der Kanzlerin blieb international nicht unbemerkt

Drei Attentate innerhalb nur einer Woche: Die schrecklichen Taten von WĂĽrzburg, MĂĽnchen und Ansbach sorgten auch im Ausland fĂĽr Betroffenheit, MitgefĂĽhl - und Schlagzeilen.

Besonders im Visier der internationalen Presse: Die späte Reaktion von Bundeskanzlerin Angela Merkel auf das Attentat von München.

Medien: "Merkel muss reagieren"

"Das lange Schweigen der Bundeskanzlerin blieb in den sozialen Medien nicht unbemerkt", kommentiert die belgische Zeitung "De Standaard". Man sei längst daran gewöhnt, dass Regierungschefs unmittelbar auf dramatische Ereignisse reagierten - doch das sei nicht Merkels Stil.

Die Zeitung zeigt Verständnis für Merkels späte Stellungnahme: "Deshalb hat sie Freitagabend zunächst noch geschwiegen. Und zwar zu Recht. Zu der Zeit war noch völlig unklar, was da gerade geschah", schreibt das Blatt.

Die niederländische Zeitung "De Volkskrant" kommentiert: "Die Ruhe und die abwartende Distanz von Merkel sollen zum Teil eine Deeskalationstaktik sein, geboren aus dem Gedanken, dass man einem möglichen Terroristen nicht geben muss, was er haben will: Aufmerksamkeit".

Abzuwarten, weil man Angst habe, etwas Falsches zu sagen, sei zudem "typisch deutsch", schreibt das Blatt.

Trotzdem müsse Merkel als Folge der Taten nun dringend reagieren. "Auch wenn die jüngste Gewalt (in München und Reutlingen) nicht als Terrorismus eingestuft wird, wäre es für Merkel politisch gefährlich, keine Maßnahmen zu ergreifen", schreibt das Blatt.

"Deutschland ist in einen Albtraum gestĂĽrzt"

Andere internationale Zeitungen bewerten die Ereignisse als besonders dramatisch. So schreibt die italienische Zeitung "Corriere della Sera": "Der Albtraum, in den Deutschland gestĂĽrzt ist, scheint in diesen Stunden kein Ende mehr zu nehmen".

Deutschland sei noch im Schmerz ĂĽber das Massaker von MĂĽnchen gewesen, als zwei weitere Attacken (Reutlingen und Ansbach) "die Nerven des Landes angriffen". "Deutschland ist aufgerieben von einer unerwarteten Anspannung, die nicht weniger zu werden scheint", schreibt die Zeitung.

Die britische Zeitung "The Guardian" findet: "Die Bedrohung wird ĂĽberall empfunden, und teilweise zu Recht". Millionen Menschen in Europa, unter anderem auch in GroĂźbritannien, wĂĽrden die Attentate in Deutschland beobachten und sich vorstellen, dass dies in ihren Gemeinden geschehe.

"Deshalb müssen Regierungen – während sie die Gefahren nüchtern analysieren – die notwendigen präventiven Maßnahmen treffen", fordert das Blatt.

Gleichzeitig warnt die Zeitung vor ausländerfeindlichen Gegenreaktionen. "Willkürliche Gewaltakte schüren die Ängste. Doch Regierungen müssen – genau wie wir alle – die Nerven bewahren und dürfen eine ohnehin schon schlechte Situation nicht noch schlimmer machen."

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