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"Wer sein Kind im eigenen Bett schlafen lässt, spart sich später die Nachhilfe"

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COSLEEPING
Warum Babys am besten im Elternbett schlafen | iStock
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Eltern, die ihre Kinder im eigenen Bett schlafen lassen, tun, was unsere Vorfahren schon vor Jahrmillionen getan haben. Es ist also völlig natürlich.

Dennoch löst das Familienbett immer wieder kontroverse Diskussionen aus. Zum einen, weil Eltern sich um die Sicherheit der Kleinen in ihrem Bett sorgen. Zum anderen, weil es immer wieder falsche Behauptungen rund um das Thema Co-Sleeping gibt.

Etwa, dass Eltern, die ihre Kinder ins Bett kommen lassen, diese verwöhnen oder sogar schädigen.

Liebe Eltern, diese Bedenken können wir euch nehmen.

Co-Sleeping muss richtig gemacht werden

“Wenn Co-Sleeping richtig gemacht wird, gibt es keine Nachteile. Man kann nicht nachweisen, dass die Kinder in irgendeiner Weise verhaltensgestört, entwicklungsverzögert oder sonst etwas sind - wenn man von einer normalen Co-Sleeping Situation ausgehen kann”, sagte Nicola Schmidt, Autorin des Buchs "artgerecht - Das andere Babybuch”, im Gespräch mit der Huffington Post.

Diese “normale” Co-Sleeping-Situation ist gegeben, wenn Eltern ein unproblematisches Verhältnis zu ihren Kindern haben und alle bekannten Risikofaktoren für plötzlichen Kindstod vermieden werden.

Was Eltern für sicheres Co-Sleeping beachten müssen, erfahrt ihr im Video:

(Text geht unter dem Video weiter.)

10 Tipps für das sichere Schlafen im Familienbett

Wenn Kinder neben ihren Eltern auf festen Matratzen (nicht Wasserbetten!), ohne dicke Kissen und im eigenen Schlafsack schlafen, und wenn die Eltern nicht unter Alkohol- oder Drogeneinfluss stehen, Medikamente einnehmen, Depressionen haben oder übergewichtig sind, schlafen Kinder im Elternbett sogar sicherer als im eigenen Zimmer.

Denn Mütter reagieren Untersuchungen zufolge auch im Schlaf auf die kleinsten Bewegungen ihres Babys; sie registrieren sogar Atemveränderungen. Zudem verhindern die Gerüche, Geräusche und Bewegungen aus dem Elternbett, die das Baby wahrnimmt, dass es in einen zu tiefen Schlaf fällt.

"Ihr spart euch die Nachhilfe"

Und es gibt noch weitere Vorteile des Familienbettes:

“Ich sag immer, nehmt die Kinder mit ins Bett, ihr spart euch hinterher den Nachhilfeunterricht. Denn Kinder, die häufig und lange gestillt werden, haben nach aktueller Studienlage einen bis zu zehn Punkte höheren IQ. Wir wissen nicht genau warum, aber es ist so”, sagte Schmidt der Huffington Post.

Babys und Kleinkinder, die im Bett der Eltern schlafen dürfen, werden Untersuchungen zufolge häufiger gestillt - natürlich unter der Voraussetzung, dass die Mutter stillt.

Das liegt daran, dass Babys im Elternbett leichter aufwachen, wenn sie Hunger haben und schneller und bequemer gestillt werden können. Die Mutter muss nicht richtig wach werden, das Kind aus dem Bett holen und dann wieder hineinlegen. Es erfolgt stattdessen ein ganz automatischer Prozess des Stillens, nach dem Mutter und Kind leicht wieder in den Schlaf finden.

“Babys sind von der Natur aus für Nachtstillen ‘gedacht’; denn nur nachts hatte die ‘Ur’-Mutter viel Zeit zum Stillen. Nachts ist auch das Prolaktin viel höher als am Tag, und das Oxytocin fließt besser”, erklärt Still-Beraterin Elisabeth Kurth auf ihrer Webseite.

Das Hormon Oxytocin beeinflusst unter anderem das Verhalten zwischen Mutter und Kind. Prolaktin ist das Hormon, das für die Milchproduktion in der Brust verantwortlich ist.

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Babys, die nachts gestillt werden, schlafen länger

Dieser Vorteil dürfte Eltern ganz besonders freuen: Babys, die gestillt werden, schlafen durchschnittlich pro Nacht 45 Minuten länger. Zu dieser Erkenntnis sind Wissenschaftler der University of California gekommen.

Auch Eltern, die ausschließlich mit der Flasche füttern, profitieren vom Co-Sleeping. Da sie aber im Schlaf möglicherweise weniger sensibel auf die Bewegungen des Babys reagieren, wie Dr. Helen Ball von der University of Durham in ihrem Eltern-Kind-Schlaflabor feststellte, empfehlen Experten ihnen, das Baby in einem Zustellbett oder Babybalkon direkt am eigenen Bett schlafen zu lassen.

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(lm)