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Ansbacher Anschlag: Verdacht auf Mitgliedschaft des Täters im IS

Veröffentlicht: Aktualisiert:
ANSBACH
Der Täter von Ansbach könnte Mitglied in der Terrormiliz IS gewesen sein | dpa
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  • In Ansbach verübte wohl ein 27-jähriger Asylbewerber einen Selbstmordanschlag, 15 Menschen verletzt
  • Islamischer Staat bekennt sich zu Anschlag
  • Alle Ereignisse im Live-Blog

Drei unfassbare Bluttaten in einer Woche in Bayern: Erst die Axt-Attacke in Würzburg, dann der Amoklauf in München und jetzt ein Bombenanschlag in Ansbach. Der mutmaßliche Selbstmordattentäter in Mittelfranken soll ein Flüchtling aus Syrien gewesen sein. Die Ermittler vermuten einen islamistischen Hintergrund.

Alle Ereignisse zu Ansbach im Live-Blog

20:44 Uhr: Seehofer: "Signifikante Aufstockung der Polizei"

Nach dem zweiten mutmaßlich islamistischen Anschlag in Deutschland binnen einer Woche hat Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) die Sicherheitslage als "ernst und bedrohlich" beschrieben. Seehofer riet den Bundesbürgern in der Tageszeitung "Münchner Merkur" zu Wachsamkeit.

Es helfe nicht, an der Realität vorbeizudiskutieren. "Bei uns leben viele Flüchtlinge, die ein schweres Schicksal haben und denen wir helfen sollten. Aber unter ihnen gibt es leider Menschen mit einem erschreckenden Gewaltpotenzial."

Als Reaktion auf die Attacken in Würzburg und Ansbach sowie auf den Amoklauf von München kündigte Seehofer einen massiven Personalaufbau bei der bayerischen Polizei an. "Die Aufstockung wird signifikant sein", sagte er der Zeitung weiter. Die Bevölkerung habe einen Anspruch darauf, dass "alles Menschenmögliche für ihre Sicherheit getan wird".

18:44 Uhr: Bundesanwaltschaft vermutet Mitgliedschaft des Täters in der Terrormiliz IS

Nach Angaben der Bundesanwaltschaft besteht der Verdacht einer Mitgliedschaft des Täters in der Terrormiliz Islamischer Staat. Die Behörde übernahm daher Ermittlungen unter anderem wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung, wie sie am Montagabend in Karlsruhe mitteilte.

17:52 Uhr: IS bekannt sich zu Anschlag - Generalbundesanwaltschaft übernimmt

Die Bundesanwaltschaft übernimmt laut einem Medienbericht die Ermittlungen zum Bombenanschlag in Ansbach. Das berichtete die "Süddeutsche Zeitung" am Montag, ohne eine Quelle zu nennen. In der Karlsruher Behörde war zunächst niemand für eine Bestätigung zu erreichen.

Zuvor nannte das IS-Sprachrohr Amak den Mann einen "Soldaten des Islamischen Staates". Der Generalbundesanwalt verfolgt Straftaten gegen die innere Sicherheit der Bundesrepublik wie Terrorismus.

16:20 Uhr: Bombe war wohl selbst gebaut

Der Sprengsatz vom Anschlag in Ansbach ist nach Angaben der "Bild"-Zeitung selbst gebaut. Die Materialien des Sprengsatzes seien teilweise über Baumärkte zu beschaffen, sagte Polizei-Vizepräsident Roman Fertinger demnach, so zum Beispiel Lötkolben und Batterien.

Die Metallteile sind laut Polizei nach der Explosion über 20 Meter weit verteilt gewesen.

UPDATE: 16:15 Uhr: Bekennervideo auf Handy gefunden

Auf dem Handy des mutmaßlichen Täters von Ansbach wurde ein Bekennervideo gefunden. Das sagte Innenminister Joachim Herrmann in einer Pressekonferenz am Montagnachmittag.

Das Video sei aus dem arabischen übersetzt worden. Im Video kündigte der Täter demnach einen Racheakt gegen Deutsche als Vergeltung an, weil sie Muslime umbrächten.

Der Mann im Video bezöge sich zudem auf Abu Bakr al-Baghdadi, den Anführer der Terrormiliz IS, sagte Herrmann.

Passend zum Thema: Ansbacher Anschlag: Bombenbau-Material und islamistisches Videos gefunden

15:29 Uhr: Mutmaßlicher Täter war in psychiatrischer Klinik

Beim Bombenanschlag von Ansbach ist weder ein Bezug zum internationalen IS-Terrorismus noch eine psychische Störung des Täters auszuschließen. Es könne auch eine Kombination aus beiden sein, sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) am Montag in Berlin.

De Maizière sagte, der mutmaßliche Täter von Ansbach soll zweimal versucht haben, sich das Leben zu nehmen. Er sei zwischenzeitlich in einer psychiatrischen Klinik untergebracht worden.

14:55 Uhr: Scheuer fordert Registrierungsrevision

andreas scheuer

CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer hat nach den Anschlägen von Würzburg und Ansbach die genaue Überprüfung aller Flüchtlinge in Deutschland gefordert. "Wir brauchen eine Registrierungsrevision aller nach Deutschland gekommener Flüchtlinge", sagte Scheuer der Deutschen Presse-Agentur in München.

"Eine Selbstauskunft ist nicht ausreichend. Jeder einzelne Flüchtling muss von den Behörden persönlich angehört und genau überprüft werden, um einen Generalverdacht zu verhindern", sagte Scheuer. Wer in Deutschland das Gastrecht missbrauche, müsse sofort abgeschoben oder - wenn das nicht möglich sei - umgehend "unter Kontrolle untergebracht" werden.

14:03 Uhr: Gregor Meyle: "Verliert den Glauben an das Gute nicht"

Der Sänger Gregor Meyle hat sich nach seinem Konzertabbruch wegen einer Bombenexplosion in Ansbach kämpferisch gezeigt. "Bitte verliert nicht den Glauben an das Gute und lasst Euch niemals davon abhalten, Euer Leben selbstbestimmt zu leben", teilte er am Montag auf Facebook mit.

Der 37-Jährige bedankte sich für das besonnene Verhalten des Veranstalters, der Polizei, der Zuschauer und "ganz besonders des Security Mitarbeiters", der dem Täter den Zutritt zum Gelände verweigert habe. Der ganzen Band gehe es den Umständen entsprechend gut.

13:56 Uhr: 15 Verletzte nach Bombenanschlag

Bei der Bombenexplosion sind nach neuen Angaben der Polizei 15 Menschen verletzt worden, vier von ihnen schwer. Das sagte ein Polizeisprecher am Montag. Zunächst waren die Ermittler von zwölf Verletzten ausgegangen.

13:51 Uhr: Polizei sucht Bilder und Videos vom Anschlag in Ansbach

Die bayerische Polizei hat ein Portal eingerichtet, bei dem Augenzeugen Bilder und Videos zum Anschlag von Ansbach hochladen können. Die Ermittler werden dann das Material auswerten.

13:05 Uhr: Landesjustizminister: "Islamischer Terror in Deutschland angekommen"

bausback

Nach der Axt-Attacke von Würzburg und nun "wohl auch Ansbach" teile Bayerns Justizminister Winfried Bausback die Einschätzung seines Kollegen, Innenminister Joachim Hermann (beide CSU), "dass der islamistische Terror Deutschland erreicht hat". Darauf müsse sich "unser demokratischer und freiheitlicher Rechtsstaat einstellen", schreibt er weiter auf Facebook.

Bausback plädierte für eine weitere Verstärkung der Sicherheitsbehörden. "Und im Internet und den sozialen Netzwerken müssen die Möglichkeiten von Fahndung und Gefahrenabwehr verbessert werden."

12:31 Uhr: Syrer soll in psychiatrischer Behandlung gewesen sein

Der mutmaßliche Täter von Ansbach soll wegen zwei Selbstmordversuchen öfter in psychiatrischer Behandlung gewesen sein, berichtet die Zeitung "Frankfurter Allgemeine" online.

Jedoch gegen die Ermittler bei der Explosion von Sonntag nicht von einem Selbstmord aus, sondern von einem Anschlag. Grund: Die Bombe, die der Mann im Publikum zünden wollte, hatte scharfkantigen Teile.

12:11 Uhr: Mutmaßlicher Täter sollte abgeschoben werden

Jener Syrer, der für die Bombenexplosion in Ansbach verantwortlich sein soll, sollte nach Bulgarien abgeschoben werden. Das sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums am Montag in Berlin. "Ich kann Ihnen zur Stunde nicht sagen, warum diese Abschiebung nicht vollzogen worden ist", fügte er hinzu. Abschiebungen lägen in der Zuständigkeit der Länder.

12:08 Uhr: De Maiziére warnt, Asylwerber nicht unter Generalverdacht stellen

Bundesinnenminister Thomas de Maizière hat davor gewarnt, Asylbewerber jetzt generell unter Terrorverdacht zu stellen. "Wir dürfen Flüchtlinge nicht unter Generalverdacht stellen, auch wenn es in einzelnen Fällen Ermittlungsverfahren gibt", sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der "Funke Mediengruppe".

"Wir sprechen aktuell von 59 Ermittlungsverfahren wegen eines Verdachts der Verwicklung in terroristische Strukturen, und das bei vielen Hunderttausend neu angekommenen Menschen", sagte er. Die allermeisten Hinweise in diese Richtung hätten sich bisher als unwahr herausgestellt.

Die Flüchtlingsaufnahme müsse von der Schutzbedürftigkeit des Flüchtlings abhängen, betonte der Minister. Eine legal gesteuerte Aufnahme diene auch der Sicherheit. "Wir können bereits vor der Einreise eine Sicherheitsüberprüfung durchführen", sagte de Maizière. "Das halte ich für den richtigen und sicherheitspolitisch zwingenden Weg, und daran arbeiten wir."

11:20 Uhr: Sozialamt Ansbach: Mutmaßlicher Täter war "unauffällig und nett"

Der mutmaßliche Täter von Ansbach war dem städtischen Sozialamt als "freundlich, unauffällig und nett" bekannt. Das sagte Reinhold Eschenbacher vom städtischen Sozialamt am Montag der Deutschen Presse-Agentur. "Der junge Mann war öfters als Asylbewerber hier und bei uns bekannt. Da ging es um soziale Leistungen», sagte er. In der fränkischen Stadt leben derzeit laut Oberbürgermeisterin Carda Seidel rund 600 Asylbewerber

11:15 Uhr: Täter soll vor Anschlag telefoniert haben

Der Täter von Ansbach soll vor der Explosion noch telefoniert haben, wie die "Bild"-Zeitung meldet. Mit wem er sprach, ist demnach Teil der Ermittlungen.

Zudem soll der 27 Jahre alter Syrer nach der Detonation noch wiederbelebt worden sein, bevor er seinen schweren Verletzungen erlag. Das berichtet die Newsplattform "Rosenberg24".

10:54 Uhr: Verbot von Rucksäcken am Oktoberfest?

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) spricht nach dem Anschlag in München und Ansbach über mögliche Konsequenzen für das Oktoberfest. Laut dem Bayerischen Rundfunk denkt der Politiker über ein Verbot von Rucksäcken nach.

10:24 Uhr: Ansbacher Flüchtlingsheim wird durchsucht

Die Ermittler durchsuchen derzeit jenes Flüchtlingsheim in Ansbach, in dem der 27-jährige Syrer gewohnt haben soll. Das berichten verschiedene Medien übereinstimmend.

10:09 Uhr: Bundesanwaltschaft wartet auf "zuverlässige Tatsachen"

Nach dem Bombenanschlag von Ansbach hat die Bundesanwaltschaft noch nicht entschieden, ob sie die Ermittlungen an sich zieht. "Wir sind natürlich in den Informationsfluss eingebunden", sagte eine Sprecherin der Karlsruher Behörde."Jetzt gilt es aber erst einmal, sich eine zuverlässige Tatsachengrundlage zu verschaffen. Dann müssen wir sehen, ob das in unsere Zuständigkeit fällt oder nicht."

Der Generalbundesanwalt verfolgt Straftaten gegen die innere Sicherheit der Bundesrepublik wie Terrorismus. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hatte einen islamistischen Hintergrund "sehr naheliegend" genannt. Konkrete Hinweise etwa auf die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gebe es aber bislang nicht.

09:55 Uhr: Wendt: "Wir müssen feststellen, wer da in unser Land kommt"

Der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, fordert eine bessere Kontrolle der nach Deutschland kommenden Flüchtlinge. "Weder ist die Identität aller Menschen geklärt, die zu uns gekommen sind, noch ihr geistiger und körperlicher Zustand", sagte Wendt bei der Online-Ausgabe von hr-Info.

"Wir erleben ja in diesen Tagen, dass sich psychische Labilität, Terrorismus, Kriminalität miteinander vermischen", fügte er hinzu. Es gehe daher für nicht darum, nur Menschen unterzubringen, "sondern feststellen, wer da in unser Land kommt". Wendt fordert daher, "sich diese Menschen ganz genau anzuschauen, ob von ihnen eine mögliche Gefahr ausgeht".

09:43 Uhr: Belgiens Premierminister: "Gemeinsam gegen Hasstaten"

Belgiens Premierminister Charles Michel hat den Anschlag in Ansbach als "Hasstat" verurteilt. «Es wird lange dauern, bis die Wunden geheilt sind», schrieb er am Montagmorgen bei Twitter. "Ich rufe aber alle auf, sich gemeinsam gegen diese Hasstaten zu stellen."


06:34 Uhr: Ermittler: Mutmaßlicher Täter von Ansbach polizeibekannt

Der mutmaßliche Bombenattentäter von Ansbach ist nach Angaben der Polizei schon früher strafrechtlich in Erscheinung getreten. Details dazu nannten die Beamten nicht. Ein Sprecher konnte am Montagmorgen auch keine näheren Angaben machen.

6:34 Uhr: CDU-Vize Klöckner: "Fanatiker, die Menschenleben verachten"

6:33 Uhr: Polizei richtet Sonderkommission zu Anschlag in Ansbach ein

Nach dem Bombenanschlag von Ansbach hat die Polizei eine Sonderkommission mit mehr als 30 Mitgliedern gegründet. Sie sollen die Ermittlungen nach dem Attentat mit zwölf Verletzten leiten, teilte das Polizeipräsidium Mittelfranken am Montag mit.

6.20 Uhr: Grünen-Politiker Janecek: "Es sind schlimme Tage in Bayern"

Der Grünen-Politiker Dieter Janecek schreibt auf Facebook:

6:11 Uhr: Herrmann fordert konsequentes Vorgehen gegen gefährliche Flüchtlinge

Nach dem erneuten Anschlag eines Flüchtlings in Bayern hat Innenminister Joachim Herrmann (CSU) strikte Gegenmaßnahmen gefordert. "Wir müssen sehen, dass neben vielen Flüchtlingen mit schlimmen Schicksalen auch Leute in unser Land kommen oder gekommen sind, die eine echte Gefahr für die Sicherheit der Menschen in unserem Land darstellen", sagte er am Montag der Deutschen Presse-Agentur. "Das können wir nicht hinnehmen." Da müssten "konsequente weitere Wege" beschritten werden.

5:55 Uhr: Nach Bombenanschlag in Ansbach Tatort weiter abgesperrt - Lage ruhig

Nach dem Bombenanschlag im fränkischen Ansbach haben Ermittler am frühen Montagmorgen weiter nach Hinweisen gesucht. Der Bereich direkt um den Tatort war nach wie vor abgesperrt, wie ein Polizeisprecher sagte.

ansbach

Jedoch war die weitläufige Sperrung der Ansbacher Altstadt nach der Explosion am Sonntagabend aufgehoben. Der Sprecher beschrieb die Lage als ruhig. Anwohner hätten in ihre Wohnungen zurückkehren können.

05:24 Uhr: Herrmann: "Islamistischer Selbstmordanschlag" ist sehr naheliegend

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hält es für wahrscheinlich, dass der Bombenanschlag von Ansbach das Werk eines islamistischen Selbstmordattentäters gewesen ist. "Meine persönliche Einschätzung ist, dass ich es leider für sehr naheliegend halte, dass hier ein echter islamistischer Selbstmordanschlag stattgefunden hat", sagte Herrmann am frühen Montagmorgen der Deutschen Presse-Agentur.