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"Wir lieben dich Engel" - so trauern die Verwandten der Opfer des Münchner Amoklaufs

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MNCHEN
Münchner Amoklauf: So trauern die Verwandten der Opfer um ihre Kinder und Geschwister | Arnd Wiegmann / Reuters
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  • Der Amokläufer von München hat neun Menschen erschossen.
  • Einzelne Angehörige nehmen im Netz von ihren verlorenen Liebsten Abschied
  • Eine albanische Familie sammelt Geld für die Beerdigung

" Wir lieben dich Engel." Es waren bewegende Worte, die der Bruder der 14-jährigen Armela S. auf Facebook Stunden nach dem Tod seiner Schwester bei Facebook postete.

Der Amokläufer von München hat neun Menschen erschossen, die meisten von ihnen waren Jugendliche, einzelne noch Kinder - so wie Amelia S.

Die Familien der Opfer trauern auf ganz unterschiedliche Weise um jene Menschen, die an diesem Freitagabend im Münchner Olympiaeinkaufszentrum ihr Leben verloren.

Manche verarbeiten öffentlich ihren Schmerz. Eine Familie geht ganz bewusst an die Öffentlichkeit, um etwa Spenden zu sammeln.

"Geliebte Tochter"

Drei der Todesopfer stammen nach Angaben des Bayerischen Roten Kreuzes aus kosovarischen Familien, die sich kannten und nahestanden. Eine von ihnen ist Armela S.

"Armela - Unsere geliebte Tochter, Schwester, Freundin und in erster Linie ein geliebter Mensch ist heute durch den Amoklauf in München ums Leben gekommen. Wir lieben dich Engel." Der Post des Bruders des Mädchen bewegte im Netz tausende Menschen.

"Kososvo News" rief auf Facebook zum Spenden auf. Die 14-jährige Armela S. soll nach Hause in den Kosovo überführt werden, dies sei nur mithilfe von Spenden möglich.

"Jeder Euro zählt"

In dem Video bat die Familie zunächst um Hilfe. "Armela S. starb gestern in München und muss nach Kosova transportiert werden. Das alles kostet viel Geld. Bitte beteiligt euch an dieser Aktion. Jeder Euro zählt!"

Am Sonntag dankte die Familie dann den Spendern. Man habe nun Geld für die Beerdigung, teilte der Bruder bei Facebook mit Eine große Summe der Spenden werde "an hilfsbedürftige Kinder gehen". "Bitte hört auf zu spenden."

Dijamant Z. wurde nur 20 Jahre alt. Naim Z. aus Oberschleißheim postete auf Facebook auf Albanisch: "In tiefster Trauer muss ich Verwandten, Bekannten und Freunden mitteilen, dass mein Sohn Dijamant Z. mit 20 Jahren durch die Hände von Terroristen in München getötet wurde."

Dijamant machte eine Ausbildung am Flughafen. Sein Vater erzählte der Nachrichteagentur dpa, dass er sich am Olympiaeinkaufszentrum mit einem Freund getroffen hätte, um etwas zu trinken. "Sein Freund ist weggelaufen, meinen Sohn hat er getötet", sagte der Mann.

Nachts um vier habe die Polizei ihm die traurige Nachricht an der Haustür überbracht. "Ich bin noch in Träumen, ich glaube noch nicht, was passiert ist, auch meine Familie glaubt es noch nicht."

Sabina S. soll gemeinsam mit Armela S. am OEZ unterwegs gewesen sein. Dieser Ausflug kostete auch sie das Leben.

Laut Polizei hat der Amokläufer im Olympia-Einkaufszentrum vor allem junge Menschen erschossen. Drei der Opfer sind 14 Jahre alt, zwei 15 Jahre alt, ein Opfer 17 Jahre, eines 19 Jahre alt, eines 20 Jahre alt.

Die Nationalität eines Opfers ist noch nicht bekannt

Das älteste Opfer ist eine 45-jährige Frau. Insgesamt waren drei der Opfer weiblich. Alle stammen aus München und Umgebung.

Die Nationalität des 19-Jährigen Giuliano K. ist bisher nicht bekannt. Auch er zählt Medienberichten zufolge zu den Todesopfern der Amok-Tat. Laut "Bild" wurde der junge Mann von einer Kugel in den Rücken getroffen und erlag in der Nacht in einem Münchner Krankenhaus seinen Verletzungen.

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu hat mitgeteilt, dass drei Todesopfer des Amoklaufs Deutsch-Türkischer Herkunft sind: Sevda D., Can L. und Selcuk K. starben bei der Schießerei. Das griechische Außenministerium ließ die Öffentlichkeit ebenfalls wissen, dass auch ein griechischer Bürger unter den Opfern sei.

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