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Öz­de­mir warnt vor "tür­ki­scher Pe­gi­da"

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CEM ZDEMIR
Öz­de­mir warnt vor "tür­ki­scher Pe­gi­da" | ullstein bild via Getty Images
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  • Die Kritik an deutschen Unterstützern von Präsident Erdogan wird lauter
  • Cem Özdemir wirft der Bundesregierung jetzt vor, zu blau­äu­gig mit tür­ki­schen Na­tio­na­lis­ten um­zu­ge­hen
  • Der Grünen-Chef warnt vor dem Aufkommen einer "türkischen Pegida"

Cem Öz­de­mir warnt vor ra­di­ka­len tür­ki­schen Na­tio­na­lis­ten in Deutsch­land: "Es gibt lei­der auch eine Art tür­ki­sche Pe­gi­da in Deutsch­land, die wir ge­nau­so be­han­deln müs­sen wie die uns be­kann­te", sagte der Parteichef der Grünen im Gespräch mit der "Bild am Sonntag".

Öz­de­mir warf der deut­schen Po­li­tik vor, zu blau­äu­gig mit tür­ki­schen Na­tio­na­lis­ten um­zu­ge­hen: "Es ist Kon­sens in Deutsch­land, dass AfD oder Pe­gi­da am Rande der Ge­sell­schaft ste­hen, und sie nicht nor­ma­le Ge­sprächs­part­ner sind." Aber für ra­di­ka­le Tür­ken würden diese Maß­stä­be nicht gelten.

Und weiter: "Wenn Pe­gi­da-Chef Lutz Bach­mann ein­lädt, geht ein an­stän­di­ger De­mo­krat nicht hin – und wenn, dann spricht er Klar­text. Das muss in­zwi­schen auch für die Er­do­gan-Statt­hal­ter in Deutsch­land gel­ten."

Ditib als verlängerter Arm der AKP

Ins­be­son­de­re kri­ti­sier­te Öz­de­mir den tür­ki­schen Mo­schee-Dach­ver­band Ditib. Die­ser müsse sich los­lö­sen vom Ein­fluss aus der Tür­kei und dürfe "nicht zum ver­län­ger­ten Arm der AKP wer­den". Öz­de­mir:

"Wenn wir un­se­re Schu­len für mus­li­mi­schen Re­li­gi­ons­un­ter­richt über Ditib öff­nen, las­sen wir zu, dass Er­do­gans Ideo­lo­gie im Un­ter­richt in un­se­rem Land ver­brei­tet wird. Das finde ich un­er­träg­lich."

"Mafiaähnliche Strukturen"

In der Huffington Post sprachen sich zuletzt zahlreiche Politiker für eine stärkere Überwachung von Lobby-Verbänden der türkischen Regierung aus. So warnte die FDP-Generalsekretärin Nicola Beer, der Rechtsstaat dürfe nicht zur Farce verkommen.

"Erdogan hat in Deutschland geheimdienst- und mafiaähnliche Strukturen aufgebaut, um seine Kritiker einzuschüchtern", sagte Özdemirs Parteikollege Memet Kilic im Gespräch mit der Huffington Post.

"Ein Stoppsignal setzen"

Die Bun­des­re­gie­rung for­der­te Özdemir auf, den Ein­fluss­nah­men aus der Tür­kei ent­schie­de­ner ent­ge­gen zu tre­ten: "Er­do­gan mag einen lan­gen Arm haben, der alle Be­rei­che der tür­ki­schen Ge­sell­schaft kon­trol­liert.

Aber die­ser Arm darf nicht nach Ber­lin, Stutt­gart oder Mün­chen ragen! Hier muss die Bun­des­re­gie­rung end­lich ein Stopp­si­gnal set­zen."

Zu sei­ner ei­ge­nen Rolle sagte der Grünen-Politiker: "Ich habe tür­ki­sche El­tern, Ver­wand­te und Freun­de, aber ich bin deut­scher Po­li­ti­ker, Vor­sit­zen­der einer deut­schen Par­tei und ver­tre­te deut­sche und eu­ro­päi­sche In­ter­es­sen. Das muss An­ka­ra ka­pie­ren."

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