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Er nannte sich "Hass" und "Amokläufer": Die kranke Gedankenwelt des München-Täters

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MUENCHEN SHOOTER
Er nannte sich "Hass" und "Amokläufer": Die kranke Gedankenwelt des München-Täters | Joerg Koch via Getty Images
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  • Der mutmaßliche Täter des Amoklaufs in München wurde allem Anschein nach gemobbt
  • In Online-Videospielen soll er Hassbotschaften verbreitet haben, berichtet ein ehemaliger Freund

Er war offenbar ein Mobbing-Opfer. Zwei Tage nach dem Amoklauf von München kommen immer mehr Details über den mentalen Zustand des mutmaßlichen Täters ans Licht.

Das bayerische Landeskriminalamt ließ verlauten, der 18-Jährige habe sich im Jahr 2015 zwei Monate in stationärer, später noch in ambulanter Behandlung befunden.

Der Schüler habe unter Angststörungen und Depressionen gelitten. Im Jahre 2012 habe er eine "Mobbing-Episode“ erlebt.

Schüler soll "zunehmend komischer" geworden sein

Recherchen von Spiegel TV legen nun nah, dass diese Episode jedoch nicht bereits vor Jahren endete. Ein Mitschüler verriet: Der 18-Jährige soll "ein netter Kerl“ gewesen sein, aber "zunehmend komischer“ geworden sein.

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Er sei in der Schule häufig gehänselt worden, zitiert Spiegel TV einen Freund des mutmaßlichen Täters, der diesen über ein Internetspiel kennengelernt haben will.

Freund des Täters: "Niemand gab sich mit ihm ab"

Marco, wie Spiegel TV den Jugendlichen nennt, sagte: "Ali war sehr einsam. (...) Er hatte überhaupt niemanden in der Klasse, der sich mit ihm abgegeben hat."

Der spätere Attentäter soll intensiv Videospiele gespielt haben, insbesondere Ego-Shooter wie Counterstrike. Bei dem Spiel soll sich der 18-Jährige "Amokläufer“ genannt haben.

Er schimpfte über Türken und tauschte sich in Chats mit anderen Spielern aus, die über Juden schimpften. Das berichtet Spiegel TV unter Berufung auf den vermeintlichen Freund des Jugendlichen.

Täter beruft sich auf Amokläufer von Winnenden

Auch unter dem Pseudonym "Hass“ soll der Schüler im Internet aktiv gewesen sein. "Tim K. ist unvergessen" postete er einmal, berichtet Marco. Tim K. hatte im Jahre 2009 bei einem Amoklauf an seiner Schule in Winnenden 15 Menschen erschossen.

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Im Winter sei der mutmaßliche Täter dann abgetaucht, habe sich nicht mehr in den Online-Spielen blicken lassen. Sein ehemaliger Freund sagt: "Irgendwie haben wir mit dem gerechnet, was jetzt passiert ist. Aber wir hätten nicht gedacht, dass er sich eine Waffe beschaffen kann und dass er damit so umgeht, als hätte er das vorher geübt."

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