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"Nicht spekulieren, nicht voneinander abschreiben": Polizist geht bei "Hart aber fair" mit den Medien ins Gericht

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(Eine Zusammenfassung seht ihr oben im Video)

Die Nachrichtenlage mache atemlos, sagt Frank Plasberg zu Anfang seiner Sendung mit dem Titel "Amok in Zeiten des Terrors – wie verändert die Angst das Land?". Erst der Axt-Angriff in einem Regionalzug bei Würzburg, dann der Amoklauf in München, gefolgt von dem Macheten-Angriff in Reutlingen.

Und kurz vor Beginn der Sendung trifft dann noch die Nachricht vom Bombenanschlag in Ansbach ein. "Ja, die Meldung haben wir vor einer halben Stunde an die Medien herausgegeben", sagte auch der Münchner Polizeisprecher Marcus da Gloria Martins, der als einer der Gäste eingeladen war.

"Die Angst sitzt tief in den Köpfen der Menschen"

Der Polizeisprecher beschreibt seine schwierige Rolle in dieser Lage - und kritisiert dabei schonungslos die Rolle der Medien. Er beschreibt, wie er in München auf der Straße sieht, wie sich Menschen plötzlich umschauen oder grundlos zu rennen anfangen. "Die Angst sitzt tief in den Köpfen der Menschen".

Seine Aufgabe sieht er darin, mit "rationalen Sachargumenten gegen eine Wand aus Angst, Gerüchten, Meinungen und Stimmungen" anzugehen. Die Polizei sei nur eine Stimme in einem ganz großen Chor - der Bariton zwar, aber nur eine Stimme von vielen. "Wenn sie übertönt werden, haben sie ein Problem".

"Gebt uns doch mal die Chance, Fakten zu schaffen"

Dabei kritisierte er an Plasberg gerichtet die Rolle der Medien in dieser Situation. Die würden zu oft spekulieren und damit weiter Ängste schüren. "Gebt uns doch mal die Chance, Fakten zu schaffen. Nicht spekulieren, nicht voneinander abschreiben ", fordert er. Das Publikum klatscht.

"Dafür bekommen sie Applaus", gesteht Plasberg ein. Aber ganz will er die Kritik nicht aus sich sitzen lassen: "Die Öffentlichkeit giert aber nach Informationen".

Auch soziale Medien würden der Polizei die Arbeit oft schwer machen, so der Polizist. "Durch die sozialen Medien verbreiten sich die Gerüchte und Falschmeldungen heute mit maximaler Beschleunigung. Das kriegen Sie nicht mehr eingefangen."

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