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Jan Böhmermann hat die perfekte Antwort für alle, die Killerspielen die Schuld am Amoklauf geben

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BOEHMERMANN
Jan Böhmermann hat die perfekte Antwort für alle, die Killerspielen die Schuld am Amoklauf geben | ROLF VENNENBERND via Getty Images
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  • Deutsche Politiker diskutieren nach dem Amoklauf von München über ein Verbot von gewaltverherrlichenden Videospielen
  • Moderator Jan Böhmermann hat bei Twitter klar gemacht, was er von der Debatte hält

Nach dem Attentat von München entflammt eine Debatte neu, die es bereits 2009 nach dem Amoklauf von Winnenden gab: Machen gewaltverherrlichende Videospiele aus Jugendlichen Amokläufer?

Jetzt meldet sich auch Moderator Jan Böhmermann in der Debatte zu Wort. Auf Twitter schreibt Böhmermann: "Wie kommt ein 18-Jähriger in Deutschland an eine 9mm-Pistole und 300 Schuss Munition? Hat er bestimmt in einem Killerspiel gekauft“.

Eine schädliche Wirkung dieser Spiele auf Jugendliche sei "nicht zu bezweifeln", hatte Innenminister Thomas de Maziere (CDU) zuvor gesagt. Bei einer Schießerei in einem Münchner Einkaufszentrum hatte ein 18-Jähriger neun Menschen und dann sich selbst getötet.

Es ist eine umstrittene Aussagen. Denn: Studien, die sich mit der Thematik befassen, kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Die Frage, welche Wirkung so genannte "Killerspiele" auf die Psyche von Jugendlichen haben, ist noch lange nicht abschließend geklärt.

Kurz nach seinem ersten Kommentar twitterte Böhmermann noch einmal – und machte klar, an wen der erste Tweet gerichtet ist. "Der Bundesinnenminister sollte den Einsatz der Bundeswehr in inländischen Killerspielen auf deutschem Boden erwägen“, schreibt der Moderator.

Er zeigt damit nicht nur de Maziere, sondern auch all jenen, die jetzt wieder ein Verbot von Ego-Shooter-Spielen fordern, dass diese Debatte am falschen Ende geführt wird.

Denn: Killerspiele töten keine realen Menschen. Es sind Waffen, die Menschen töten. Und wenn es für einen psychisch labilen Jugendlichen möglich ist, an eine Waffe zu kommen – wenn auch im Darknet - dann läuft in Deutschland etwas falsch.

Außerdem spielt Böhmermann auf eine weitere Debatte an, die deutsche Politiker nach dem Amoklauf von München führen: Wie kann die Bevölkerung besser vor Attentätern geschützt werden? Eine Forderung: Die deutsche Polizei solle sich bei Terrorlagen von der Bundeswehr helfen lassen.

Auch der Bundesinnenminister sprach sich nach dem Attentat von München gegenüber der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ dafür aus, die Bundeswehr in besonders gefährlichen Situationen im Inland einzusetzen.

Die Sicherheit der Bürger in allen Ehren – aber nun sollten wir trotzdem ernsthaft in Frage stellen, ob bewaffnete Truppen der Bundeswehr hätten verhindern können, dass ein unberechenbarer Jugendlicher in einem Einkaufszentrum wahllos auf Menschen schießt. Oder ein junger Mann in einem Zug Menschen einfach so mit einer Axt angreift.

Wenn Jugendliche so wenige Perspektiven im Leben haben, dass sie andere Menschen töten wollen, dann sollten wir nicht über Killerspiele oder Bundeswehr-Einsätze diskutieren. Denn dann ist es schon zu spät.

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(lp)