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Nach Putschversuch: Erdogan lässt über 1000 Schulen schließen

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ERDOGAN
Der türkische Staatspräsident hat die Schließung von rund 1000 Schulen gefordert | dpa
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  • Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat die Schließung von über 2000 Institutionen angeordnet
  • Darunter sollen unter anderem rund 1000 Schulen und 15 Universitäten sein
  • Damit reagiert Erdogan auf den gescheiterten Militärputsch vor einer Woche

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat nach dem Putschversuch und der Ausrufung des Ausnahmezustands die Schließung von 2341 Einrichtungen im Land angeordnet.

Darunter seien rund 1000 Privatschulen, über 1000 gemeinnützige Institutionen, 15 Universitäten, mehr als ein Duzend Gewerkschaften und medizinische Zentren, teilte die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Samstag mit.

Das Schließungsdekret ist lokalen Medien zufolge das erste dieser Art, seit Erdogan am Donnerstag den Ausnahmezustand ausgerufen und sich damit zusätzliche Machtbefugnisse gesichert hatte. Das von Erdogans konservativer AKP-Partei dominierte Parlament muss das Dekret noch prüfen.

Verbindungen zur Gülen-Bewegung

Regierungsvertretern zufolge haben alle von der Schließung betroffenen Einrichtungen Verbindungen zur Gülen-Bewegung. Erdogan beschuldigt den in den USA lebenden Prediger Fethullah Gülen und dessen Anhänger, den Putschversuch in der Türkei in der Nacht zum 16. Juli angezettelt zu haben.

Die Regierung hatte angekündigt, den öffentlichen Dienst von Gülen-Anhängern zu "säubern".

Nach dem gescheiterten Putsch wurden bislang mehr als 10.000 Menschen festgenommen. Mit Ausrufung des 90-tägigen Ausnahmezustands wurden 37.500 Polizisten und zivile Angestellte entlassen, darunter viele Mitarbeiter des Bildungsministeriums.

21.000 Lehrern wurde die Berufslizenz entzogen. 600 weitere Schulen sollten geschlossen werden, hieß es vom Bildungsministerium.

Mehr zum Thema Militärputsch in der Türkei findet ihr hier.

(lp)