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Anschlag von München: So kam es zum Gerücht um die drei Täter

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SCHIESSEREI
Großeinsatz in München: Die Polizei gingen zunächst von bis zu drei flüchtigen Tätern aus | dpa
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  • Nach dem Attentat am Olympia-Einkaufszentrum am frühen Freitagabend war zunächst von drei flüchtigen Tätern die Rede
  • Mittlerweile geht die Polizei von einem Einzeltäter aus
  • Hinter den Gerüchten stecken zwei Fehlschlüsse

Erst um 1.30 Uhr in der Nacht gab die Polizei Entwarnung. Man habe einen toten Mann gefunden, der sich selbst erschossen habe. Es handele sich sehr wahrscheinlich um den Mann, der zuvor in einem Einkaufszentrum in München neun Menschen tötete.

Eine Entwarnung war die Meldung auch, weil die Polizei viele Stunden davon ausging, dass bis zu drei Männer für das Attentat verantwortlich waren.

"Zwei Menschen rasten mit dem Auto davon"

Woher kam dieses Gerücht? Dafür gibt es wohl zwei Erklärungen.

Die erste ist: Kurz nach dem Attentat rasten zwei Männer in einem PKW ungewöhnlich schnell vom Einkaufszentrum weg. Das sagte Münchens Polizeipräsident Hubertus Andrä in einer Pressekonferenz am frühen Samstagmorgen. Die beiden konnten nach intensiven Ermittlungen ausfindig gemacht werden. Nun sei klar, dass beide nichts mit der Tat zu tun hätten.

Doch zunächst habe man deshalb den öffentlichen Nahverkehr abgesperrt und auch die Meldungen von angeblichen Schießereien in der Innenstadt ernst nehmen müssen. Wie es zu den Gerüchten um Schüsse am Stachus und am Tollwood kam, ist bisher unklar.

Zivilpolizisten sorgten für Verwirrung am Tatort

Zudem sorgten wohl Zivilpolizisten für Verwirrung am Tatort.

Wie "Focus Online" berichtet, sollen zwei Beamte in zivil kurz nach der Tat bewaffnet Verfolgung aufgenommen haben.

Da sie nicht als Polizisten erkennbar waren, hielten viele Kunden im OEZ die beiden scheinbar für weitere Attentäter, erklärte ein Beamter gegenüber "Focus Online".

Alle aktuellen Entwicklungen zum Attentat in München findet ihr in unserem Live-Blog

"Anhand der Beschreibung der zwei angeblichen Komplizen durch die Zeugen erkannten Kollegen der beiden Zivilpolizisten schnell, um wen es sich handelte. Doch die Funkkanäle der Polizei waren so überlastet, dass sie lange Zeit mit ihrer Meldung nicht durchkamen und die Leitung nicht aufklären konnten", sagte der Beamte.

So verbreitete sich das Gerücht von drei Attentätern schnell - bis in die frühen Morgenstunden.

(jkl)

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