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Nach München: De Maizière wünscht sich stärkere Debatte über Killerspiele

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THOMAS
dpa
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Nach dem Anschlag von München hat Bundesinnenminister Thomas de Maiziere eine stärkere Debatte über Killerspiele gefordert. Ermittler hätten gewaltverherrlichende Spiele auf der Festplatte des Täters gefunden.

Eine schädliche Wirkung dieser Spiele auf Jugendliche sei "nicht zu bezweifeln", sagte er bei einer Pressekonferenz in Berlin. Deutschland brauche eine stärkere Debatte darüber.

Damit fördert er eine Debatte, die Deutschland seit dem Amoklauf von Winnenden 2009 nicht mehr in einer breiten Öffentlichkeit geführt hat. Damals diskutierten Journalisten und Politiker über Monate ein Killerspiel-Verbot.

Das Thema ist extrem umstritten. Es gibt sowohl Studien, die einen Zusammenhang zwischen Gewaltbereitschaft und Killerspielen herstellen - und jene, die das Gegenteil nachweisen.

"Könnte sich um eine Dekowaffe handeln"

Außerdem nannte de Maizière neuer Ermittlungsdetails zum Amoklauf in München. Der Täter habe mit einer 9-Millimeterwaffe der Marke Glock geschossen. "Dabei könnte es sich auch um eine umgebaute Dekowaffe handeln", sagte de Maizieres in Berlin. Es stelle sich die Frage, wie der 18-jährige Täter an die Waffe gekommen sei.

Außerdem nannte de Maizieres neue Details zum Hintergrund des Täters. Es spreche viel dafür, dass der Täter muslimische Schiit war, der zum christlichen Glauben konvertiert sein konnte, sagte der CDU-Politiker während der Pressekonferenz.

Es gebe zudem Hinweise darauf, dass der Täter von seinen Mitschülern gemobbt worden sei. "Dann ist die Sehnsucht nach einer vermeintlichen Stärke durch eine Radikalisierung da", sagte der Bundesinnenminister. Das könne eine Erklärung für den Amoklauf sein.

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