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Was wir über den Anschlag in München wissen

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MUENCHEN
Was wir über den Anschlag in München wissen | Johannes Simon via Getty Images
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Ein beispielloses Attentat in München erschüttert Deutschland: Mindestens neun Menschen sind in der bayerischen Landeshauptstadt erschossen worden, zahlreiche weitere wurden verletzt. Insgesamt berichtete die Polizei von zehn Toten. Die Lage war lange vollkommen unübersichtlich.

Um kurz nach Zwei in der Nacht auf Samstag gab die Polizei dann eine Pressekonferenz. Darin: die Entwarnung.

Was wir wissen:

- Die ersten Schüsse fallen kurz vor 18 Uhr bei einem Schnellrestaurant im Münchner Olympia-Einkaufszentrum. Von diesem Zeitpunkt an sind überall in München Polizeisirenen zu hören.

- Bei der Schießerei sind mindestens neun Menschen, darunter auch Jugendliche, ums Leben gekommen. Zudem gibt es zahlreiche Verletzte. Zuletzt sprach die Polizei von 21 Personen in Behandlung. 3 Menschen sind schwerverletzt - schweben wahrscheinlich in Lebensgefahr.

- Der Täter soll das Feuer vor einem Schnellrestaurant eröffnet haben, sich dann in Richtung des Einkaufszentrums bewegt haben. Im Internet war bereits am früheren Abend ein Video aufgetaucht, dass den mutmaßlichen Täter vor einem Burger-Restaurant zeigt, wie dieser auf Passanten schießt.

- Der Täter floh. Etwa einen Kilometer vom Tatort entfernt wurde die Leiche eines Mannes gefunden. Es soll sich um den mutmaßlichen Täter handeln, der sich nach der Tat erschoss.

- Bei dem Tatverdächtigen handelt es sich laut Polizeisprecher Hubertus Andrä um einen 18-Jährigen Deutsch-Iraner aus München. Er soll einen iranischen und einen deutschen Pass haben. Der Verdächtige soll schon länger als zwei Jahre in München leben und nicht polizeilich bekannt gewesen sein.

- Bei der Tatwaffe handelt es sich laut Polizei um eine Pistole, erste Berichte über "Langwaffen" seien falsch. Auch wurde im Rucksack des Tatverdächtigen, der neben seiner Leiche entdeckt wurde, keine Bombe gefunden, wie zuerst befürchtet.

- Die vielen Meldungen über weitere Schießereien in der Münchner Innenstadt haben sich als falsch erwiesen. Andrä erklärte, es habe zahlreiche Meldungen von angeblichen Schießereien in der Innenstadt gegeben, Diese hätten massiv Einsatzkräfte gebunden. Menschen hätten etwa am Stachus Schüsse gehört.

- Im Internet kursiert ein Video, das einen Mann in einer verbalen Konfrontation mit dem mutmaßlichen Täter zeigen soll. Laut Aussagen der Polizei ist das Bildmaterial wahrscheinlich authentisch.

- Es gebe nun keinen Grund mehr "sich unsicher zu fühlen", sagte Andrä. Auch Ähnlichkeiten zur Terrorattacke in einem Regionalzug in Würzburg sehe er nicht, erklärte der Polizeipräsident.

- Am Einsatz der Polizei waren im Laufe des Abends 2300 Beamte im Einsatz.

Motiv des Täters unklar

Das Motiv des Täters ist weiterhin völlig unklar. Die Polizei sagte, es gebe keine Anzeichen für einen islamistischen Hintergrund. Auch Experten halten dies für unwahrscheinlich.

Terror-Expertin Julie Lenarz von der Forschungsgruppe des Human Security Centre erklärte bei Twitter: „Islamistische Terroristen schießen sich nicht in den Kopf. Suizid, abgesehen von Selbstmordanschlägen, ist strikt verboten.“

Um etwas über das Motiv des Täters zu sagen, wisse man über diesen noch zu wenig, sagte Polizeisprecher Andrä. So müsse man etwa erst noch sein Zimmer durchsuchen und seine Kontaktdaten ermitteln. "Es ist noch verfrüht, dazu etwas zu sagen", erklärte Andrä

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