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Mit Schwulen gegen Muslime: So hetzt sich die AfD in den Berlin-Wahlkampf

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  • Knapp zwei Monate vor der Berliner Abgeordnetenwahl beginnt kommende Woche offiziell der Wahlkampf
  • Die AfD will mit einer Kampagne neue Wählergruppen ansprechen
  • Die Botschaft bleibt jedoch gleich: Vorurteile gegen Muslime

Am 18. September wählen die Berliner ein neues Abgeordnetenhaus. Offiziell eröffnet wird der Wahlkampf am 31. Juli. Und der Urnengang dürfte spannend werden: Umfragen sehen SPD, CDU, Grüne und Linke nahezu gleichauf.

Doch auch die AfD liegt in der Wählergunst gut im Rennen. Laut einer Befragung von Infratest dimap kämen die Populisten aktuell auf 13 Prozent.

Um bei den "hippen" Jungwählern aus der Hauptstadt anzukommen, hat sich die Partei nun eine raffinierte Kampagne ausgedacht: Zwei nur auf den ersten Blick unscheinbare Lkws rollen zur Zeit mit deutlichen Botschaften über den Berliner Asphalt.

Auf diesem ist ein Mann mit folgender Aussage zu sehen:

"Mein marokkanischer Dealer kriegt sein Leben komplett vom Staat finanziert. Irgendwas ist in Deutschland oberfaul und deshalb wähle ich die Alternative."

Die Partei will in neue Milieus vordringen

Die Botschaft ist klar: Auch der Berliner Hipster habe langsam aber sicher die Schnauze voll, dass die Migranten "alles in den Hintern" geschoben bekämen. Auffällig ist, dass sich die Urheber dieser plumpen Ressentiments auf der Lkw nicht zu erkennen geben.

Die Ladefläche dieses Lasters zieren zwei offensichtliche Homosexuelle, die zur Einwanderung von Muslimen folgende Meinung haben:

"Mein Partner und ich legen keinen Wert auf die Bekanntschaft mit muslimischen Einwanderern, für die unsere Liebe eine Todsünde ist."

Gegenüber der "Zeit" erklärte der Berliner AfD-Sprecher Ronald Gläser, seine Partei habe die Kampagnen gemeinsam mit einem konservativen Spindoktor erarbeitet. Und das soll längst noch alles gewesen sein.

"Die Altparteien werden sich umschauen"

Die AfD will noch weitere Milieus mit gezielter Werbung ansprechen, die der Partei bisher fremd waren. Etwa Berliner mit türkischem oder arabischen Migrationshintergrund.

"Da werden sich die Altparteien noch gehörig umschauen", verkündet Glaser, der im Hauptberuf als Redakteur beim rechtskonservativen Wochenblatt "Junge Freiheit" angestellt ist.

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(lk)