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Kurz vor der Tat verschickte der Axt-Attentäter offenbar diese Hassbotschaft

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  • Der Axt-Attentäter von Würzburg verschickte kurz vor der Tat noch eine letzte Hassbotschaft auf Facebook
  • Die Bundesanwaltschaft untersucht derzeit, ob der Täter von der Terrormiliz IS angewiesen war
  • Das Innenministerium geht jedoch davon aus, dass er lediglich von Propaganda "angestachelt" war

Nach Angaben der "Bild"-Zeitung verschickte der Axt-Attentäter, der in einem Regionalzug bei Würzburg fünf Menschen verletzte, Stunden vor der Tat eine Hassbotschaft über Facebook.

Er soll am Montag um 15.13 Uhr geschrieben haben: "Wer Sympathien für die Feinde des Islams und der Einzigartigkeit Allahs hegt, sich mit ihnen solidarisiert, ist kufr (ungläubig; Anm. d. Red.)." Und weiter: "Wer so etwas getan hat, hat den Islam verlassen."

Nach Angaben der Zeitung ist der Eintrag in Urdu verfasst, einer Amtssprache Pakistans. Das könnte ein Hinweis sein, dass der Mann nicht wie bei der Einreise angegeben aus Afghanistan stammt, sondern aus Pakistan.

Täter stellte Antrag auf Familienzusammenführung

Das Innenministerium geht allerdings weiter davon aus, dass der Mann aus Afghanistan stammt. Gegen die Annahme, dass es sich um einen Pakistaner handele, spreche der Hinweis, dass möglicherweise auslösendes Motiv für den Angriff der Tod eines Freundes in Afghanistan gewesen sein solle, sagte Thomas de Maizière (CDU) am Mittwoch in Berlin.

Ferner liege ein Antrag auf Zusammenführung der Familie vor - dieser beziehe sich auf Afghanistan und nicht Pakistan.

Dazu passend: Würzburg-Täter galt als friedlich - doch eine Nachricht änderte alles

Unterdessen hat die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen übernommen. Es bestehe der Verdacht, "dass der Attentäter die Tat als Mitglied des sogenannten Islamischen Staats zielgerichtet begangen hat", teilte die Behörde am Mittwoch in Karlsruhe mit. Die Bundesanwaltschaft verfolgt Straftaten gegen die innere Sicherheit der Bundesrepublik.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) sagte dagegen in Berlin, der Attentäter sei ein Einzeltäter, der sich durch die Propaganda der Terrormiliz "angestachelt" gefühlt habe. Nach den bisherigen Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden hatte der 17-Jährige keinen konkreten Auftrag vom IS erhalten.

Mit Material der dpa

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(lk)