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SPD-Kreisverband sucht per Anzeige Kandidaten für die Bundestagswahl

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Kandidat gesucht: Ein Wahlkreis der SPD greift für die Bundestagswahl zu unkonventionellen Methoden | Thomas Trutschel via Getty Images
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  • Die SPD in Rheinland-Pfalz sucht auf einem sehr unkonventionellen Weg einen Kandidaten für die Bundestagswahl 2017
  • Ein Kreisverband hat eine Anzeige geschalten
  • Man müsse kein SPD-Mitglied sein, dafür aber mit "Gegenwind" umgehen können

Was tun, wenn man der SPD-Kreisverband in einem Landkreis ist, in dem die CDU bei der letzten Bundestagswahl 56 Prozent der Erststimmen abräumte. Vielleicht einen besseren Kandidaten suchen? Nur wie?

Diesen Gedankengang dürften offenbar die Sozialdemokraten aus dem Eifel-Wahlkreis Bitburg-Prüm gehabt haben. Und fanden eine interessante Lösung für ihr Problem.

Per Anzeige suchen sie einen Kandidaten oder eine Kandidatin für die Bundestagswahl im kommenden Jahr. Der SPD-Kreisvorsitzende Nico Steinbach erzählte der Zeitung "Trierischer Volksfreund", die Partei habe keinen gesetzten Kandidaten, auch externe Bewerber hätten Chancen.

Anforderung: Mit "Gegenwind" umgehen können"

In der Anzeige, die im Internet-Auftritt des Kreisverbands und auf Facebook zu finden ist, steht: "Du möchtest Bundestagsabgeordnete/r werden?"

Als eine Voraussetzung wird die Leidenschaft gefordert, "unsere Demokratie zu verteidigen und mit Leben zu füllen". Ebenso gefragt ist die Fähigkeit, mit "Gegenwind" umgehen zu können.

Bewerber müssen nicht SPD-Mitglied sein - es reicht, "sich mit den Werten der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands identifizieren" zu können.

Wahlkreis ist CDU-Domäne

Bei der letzten Landtagswahl konnte Nico Steinbach als Direktkandidat der SPD zwar den Wahlsieg im rheinland-pfälzischen Pitburg-Prün einfahren, allerdings sind die Wahlkreise bei der Bundestagswahl anders bemessen.

Neben dem Eifelkreis Bitburg-Prüm gehören auch die Landkreise Vulkaneifel und Bernkastel-Wittlich zu dem Wahlbezirk Bitburg - und die anderen Orte sind traditionelle CDU-Domäne.

Bei den vergangenen Bundestagswahlen trugen regelmäßig die Christdemokraten den Sieg davon - mit frischem Wind von außen und der unkonventionellen Idee will die SPD nun offensichtlich ihre Strategie gegen diesen Wahltrend ändern.


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