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Der IS droht, seine Attacken in Frankreich zu intensivieren - und nimmt erstmals diese französische Stadt ins Visier

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ISLAMIC STATE
Der IS droht mit weiteren Anschlägen in Frankreich | twitter.com/_DavidThomson
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  • Die Terror-Miliz IS hat in einem Video weitere Terroranschläge in Frankreich angedroht
  • Unter anderem wird erstmals die Stadt Marseille genannt
  • An direkte Verbindungen des IS zum Täter aus Nizza glauben Experten allerdings nicht

Die Terrororganisation Islamischer Staat hat in einem Video in den sozialen Netzwerken gedroht, ihre Attacken in Frankreich noch auszuweiten. Die Botschaft von zwei francophonen Dschihadisten wurde am Mittwochabend veröffentlicht. Das berichtet die französische Ausgabe der Huffington Post in Berufung auf die Nachrichtenagentur AFP.

Die Terroristen feiern sich darin als Verantwortliche für das Blutbad in Nizza, das am 14. Juli 84 Menschen das Leben kostete, und enthaupten anschließend zwei Männer, denen sie Spionage vorwerfen. Das Video solle eine Nachricht an Frankreich sein.

Marseille wird als mögliches Anschlagziel genannt

Die Aufnahme stammt laut SITE, einem amerikanischen Netzwerk zur Überwachung dschihadistischer Seiten, aus der nordirakischen Provinz Ninive, die vom IS kontrolliert wird.

Dem Islamismus-Experte Romain Caillet zufolge werden im Video mehrere Städte direkt als mögliche Anschlagziele genannt. Unter anderem fiel zum ersten Mal der Name Marseille.

Die Nennung Marseilles ist für die Sicherheitsbehörden besonders brisant. Denn die südfranzösische Stadt hat eine äußerst hohe Kriminalitätsrate, viele Menschen sind sozial abgehängt.

Das Rekrutierungspotenzial für Dschihadisten-Organisationen wie den IS ist groß.

Is beanspruchte Attentate in Nizza und Würzburg für sich

Der Islamische Staat hatte am Samstag behauptet, die Attacke in Nizza sei "eine Antwort auf die Aufrufe der Gruppe gewesen, gezielt die Länder anzugreifen, die an der Koalition (gegen den IS) teilnehmen".

Experten schätzen, dass der IS die jüngsten Attentate in Nizza und bei Würzburg nicht direkt organisiert hat, aber die Täter inspirierte. Indem der IS die Attentate für sich beansprucht, wolle er das Image des Terrors im Westen bekräftigen.

Dieser Artikel erschien ursprünglich in der französischen Ausgabe der "Huffington Post".

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(lp)