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Warum sich Freibäder in NRW bald besonders über Flüchtlinge freuen könnten

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SCHWIMMBAD
Flüchtlinge als Bademeister: Es könnte auch für Bäder außerhalb Nordrhein-Westfalens ein Modell sein | dpa
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  • Aus Mangel an Bademeistern müssen viele Schwimmbäder in NRW schließen
  • Der Bundesverband Deutscher Schwimmmeister hat dafür nun eine Lösung vorgeschlagen, die gleich mehrere Vorteile hat
  • Künftig könnten Flüchtlinge zu Bademeistern ausgebildet werden

In Nordrhein-Westfalen müssen vielerorts Bäder schließen. Der Grund: Es gibt zu wenige Bademeister, die Sicherheit der Schwimmgäste könnte nicht gewährleistet werden.

Doch der Bundesverband Deutscher Schwimmmeister (BDS) hat eine Lösung für das Problem gefunden - und sie ist ziemlich naheliegend: Der BDS könnte sich vorstellen, Flüchtlinge zu Schwimmmeistern ausbilden lassen.

"Das ist eine integrative Maßnahme, von der alle profitieren würden", sagte BDS-Präsident Peter Harzheim der "Rheinischen Post“. Das wäre für Harzheim eine klare Win-Win-Situation, denn, so erklärt er, dem BDS fehlten Fachkräfte und Ressourcen gebe es ja genügend.

Bademeister sollen Leben retten - und interkulturelle Konflikte schlichten

Außerdem könnten die Schwimmmeister nicht nur die Becken im Auge behalten, sondern auch interkulturelle Konflikte schlichten.

"Oftmals ist es so, dass Frauen sich schon von einer Gruppe Migranten sexuell belästigt fühlen, nur weil diese sie anschauen. Solche Situationen könnten dann schneller entschärft werden", sagte der BDS-Präsident der Zeitung.

Konkrete Pläne, wie das umzusetzen wäre, gibt es im Moment nicht. "Das ist erst einmal nur ein Vorschlag", sagte Herzheim im Gespräch mit der Huffington Post. In Köln gäbe es zurzeit bereits einen Asylwerber, der eine Ausbildung zur Bäderfachkraft absolviert. "Das ist ein Fall, der Schule machen könnte", so der BDS-Präsident.

SPD- und Grünenpolitiker würden den Vorschlag des BDS auf alle Fälle begrüßen. "Es ist wichtig, den jungen Flüchtlingen eine Perspektive zu geben", sagte der SPD-Landtagsabgeordnete Ibrahim Yetim der "Rheinischen Post".

Auch Josefine Paul, stellvertretende Vorsitzende der Landtagsfraktion der Grünen, kann der Idee Einiges abgewinnen: "Wir haben seit langem einen Mangel und brauchen dringend Nachwuchs."

Mehr Schwimmkurse für Flüchtlinge

Dazu müssen viele Flüchtlinge aber erst einmal schwimmen lernen. Bis Mitte Juni sind laut Schätzungen der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft Berlin (DLGR) bereits etwa 20 Flüchtlinge ertrunken. Grünen-Politikerin Paul fordert daher, dass das bestehende Angebot an Schwimmkursen ausgebaut wird.

In einem Freibad im österreichischen Ort Mödling sind bereits 16 Flüchtlinge als Bademeister-Helfer tätig. Dort haben die Betreiber mit diesem Modell sehr gute Erfahrungen gemacht.

Die jungen Männer aus Afghanistan und Syrien beobachten, was im Becken vor sich geht und schreiten ein, wenn es zu Problemen mit Asylbewerbern kommt.

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(lk)