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Dieses Foto von US-Politiker Paul Ryan ist ein Skandal – erkennt ihr, warum?

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Amerika hat ein Problem. Ferguson, Charleston, Baltimore: Noch nie haben Polizisten so oft Schwarze in den USA erschossen, wie im Jahr 2015. Seitdem tobt eine Rassismus-Debatte, die so vehement geführt wird wie seit Jahren nicht mehr.

Ein Instagram-Foto von Paul Ryan, dem Sprecher des Repräsentantenhauses, befeuert die Debatte nun noch weiter (Zusammenfassung im Video oben). Auf dem Foto zu sehen: Praktikanten, die bei der Regierung angestellt sind.

I think this sets a record for the most number of #CapitolHill interns in a single selfie. #SpeakerSelfie.

Ein von Speaker Paul Ryan (@speakerryan) gepostetes Foto am


"Republikaner sind weiß, nur weiß"

Ryan, der den Republikanern angehört, beschreibt das Bild stolz: "Ich denke, dieses Bild bricht den Rekord. Noch nie waren so viele Praktikanten von Capitol Hill auf einem einzigen Selfie." Das mag sein. Doch noch etwas fällt sofort auf: Es sind ausschließlich weiße Praktikanten im Bild zu sehen.

Das Foto löst - in Anbetracht der laufenden Rassismus-Debatte - einen Skandal aus. Unzählige kommentieren das Selfie - Ryan wird sogar als Nazi beleidigt. Einige fordern die sofortige Löschung des Bildes. Instagram-User "djaconi" schreibt: "Auch ein Weg, zu zeigen, was alle Welt schon weiß: Republikaner sind weiß, nur weiß."

Ob alle auf dem Selfie abgebildeten Praktikanten den Republikanern angehören, ist derzeit unklar.

Die Demokraten hingegen betonen, dass sie auf alle ethnischen Minderheiten in den USA setzen. Das belegen auch die Reaktionen der Partei auf den Ryan-Skandal.

Die US-Politikerin Terri Sawell zitiert die Bürgerrechtlerin Maya Angelou in einem Tweet: "In der Vielfalt liegen Schönheit und Kraft."

Schwarzer von einem weißen Polizisten erschossen

Xavier Becerra, Demokrat und Mitglied des kalifornischen US-Repräsentantenhauses, twitterte ebenfalls ein Bild - und dankt darauf seinen Praktikanten. Auch hier: Mehrere ethnische Gruppen werden repräsentiert.

Die Republikaner gelten weitestgehend als weiße Partei - Aussagen des Präsidentschaftskandidaten Donald Trump verstärken diese Annahme. Viele bezeichnen ihn als weißen Rassisten, der die Rechte der ethnischen Minderheiten in den USA weiter beschneiden will.

Als Anfang Juli im US-Bundesstaat Louisiana erneut ein Schwarzer von einem weißen Polizisten erschossen wurde, äußerte er sich nicht dazu. Er schweigt zu den Toten und vertritt die Ansicht: "Polizisten werden in diesem Land am schlechtesten behandelt".

Doch, wie ein Bericht der britischen Zeitung "The Guardian" zeigt, werden schwarze junge Männer in den USA fünf mal so häufig von Polizisten erschossen wie weiße junge Männer.

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(glm)