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"Kaum zu verhindern": Europol warnt vor weiteren Anschlägen

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NIZZA
Nach den Attentaten von Nizza und Würzburg befürchtet Europol weitere Terrorangriffe | dpa
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  • Nach den Anschlägen von Nizza und Europol befürchtet Europol weitere Terrorattacken
  • Anschläge wie diese seien "kaum zu verhindern" warnt die Behörde

Nach den Anschlägen von Nizza und Würzburg hat die europäische Polizeibehörde Europol vor weiteren terroristischen Attacken in Europa gewarnt.

Anschläge von Einzeltätern wie in Nizza und Würzburg seien eine "bevorzugte Taktik" der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) sowie auch von Al-Kaida, heißt es in einer am Mittwoch in Den Haag veröffentlichten Analyse zu den jüngsten Anschlägen.

"Beide Bewegungen haben mehrfach Muslime in westlichen Ländern aufgerufen, individuelle Anschläge in ihrem Wohnland zu verüben."

"Einzeltäter sind kaum rechtzeitig aufzuspüren"

Die Angriffe zeigten auch, so Europol, dass solche Einzeltäter kaum rechtzeitig aufzuspüren und Anschläge zu verhindern seien. Die Terrorismus-Experten von Europol analysierten die Anschläge von Orlando, Nizza, Magnanville und Würzburg.

Auch wenn der IS die Verantwortung für die jüngsten Anschläge übernommen hatte, sehen die Experten keinerlei direkte Verbindung.

Es gebe keine Beweise, dass der IS diese vier Anschläge "geplant, logistisch unterstützt oder direkt ausgeführt" habe. Es gebe auch keine Beweise, dass die Attentäter tatsächlich aktiv einer IS-Gruppe angehörten.

Würzburg: "Kein konkreter Auftrag vom IS"

Bei einem Attentat durch einen 17-jährigen Afghanen auf Passagiere eines Regionalzugs bei Würzburg vergangenes Wochenende wurden fünf Menschen schwer verletzt. Zwei der Opfer schwebten am Mittwochnachmittag weiter in Lebensgefahr.

Zum Thema: De Maizière zu Würzburg-Anschlag: Keine Hinweise auf eine Anordnung des IS

Der Täter, der bei dem Polizeieinsatz erschossen wurde, hat nach bisherigen Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden keinen konkreten Auftrag von der Terrormiliz Islamischer Staat erhalten.

Es handele sich um einen Einzeltäter, der sich durch die Propaganda des IS "angestachelt" gefühlt habe, sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) am Mittwoch in Berlin. Das Bekennervideo enthalte keine Hinweise auf eine Anordnung des IS.

"Es ist vielleicht auch ein Fall, der im Grenzgebiet zwischen Amoklauf und Terror liegt", sagte der Minister.

Nizza: "Radikalisierung kurz vor der Tat"

Bei einem Attentat am 14. Juli auf die Promenade Anglais in Nizza hatte ein 31-jähriger Tunesier einen Lastwagen durch eine Menschenmenge auf der Strandpromenade von Nizza gesteuert. 84 Menschen kamen ums Leben.

Auch hier soll sich der Einzeltäter erst kurz vor seiner Tat - und ohne direkte Vernetzung mit terroristischen Organisationen - radikalisiert haben.

Mohamed Lahouaiej Bouhlel habe in jüngster Zeit ein "unbestreitbares Interesse" für die dschihadistische Bewegung gezeigt, sagte der Anti-Terror-Staatsanwalt François Molins in Paris.

Zum Thema: Ermittler: Diese verstörende SMS soll der Nizza-Attentäter kurz vor seiner Tat geschrieben haben

Das habe die Auswertung seines Computers ergeben. "Acht Tage vor der Tat hat er sich einen Bart wachsen lassen und erklärt, dies habe eine religiöse Bedeutung", sagte der Chefermittler.

Bouhlel habe in den Tagen vor dem Anschlag auch nach Videos religiöser Gesänge gesucht, die islamistische Terrororganisationen als Propagandainstrument nutzen.

Derzeit gebe es aber keine Belege für eine Zugehörigkeit zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS), die den Attentäter als ihren "Soldaten" bezeichnet hatte, sagte Molins. Die Polizei hatte den Täter erschossen.

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