Huffpost Germany

Nach Würzburg-Attentat: Bayerns Innenminister Herrmann will Flüchtlingszuzug begrenzen

Veröffentlicht: Aktualisiert:
JOACHIM HERRMANN
Nach Attentat von Würzburg: Bayerns Innenminister Herrmann will Flüchtlingszuzug begrenzen | dpa
Drucken
  • Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann hat am Dienstag seine Forderung nach einer Obergrenze für Flüchtlinge erneuert
  • Kanzleramtsminister Peter Altmeier hingegen warnt davor, nicht eine ganze Gruppe aufgrund der Tat eines Einzelnen zu diskreditieren

Der Attentäter von Würzburg, der am Montagabend in einem Regionalzug auf mehrere Insassen mit einer Axt losging, war ein Flüchtling, offiziell aus Afghanistan, vielleicht auch aus Pakistan. Er galt bis zu diesem Vorfall als gut integriert, umgänglich und engagiert.

Die Ermittler betonten mehrfach, dass der junge Mann nicht als radikalisiert galt, als er vor einem Jahr nach Deutschland einreiste. Dennoch hat der Vorfall erneut die Debatte über die deutsche Asylpolitik entflammt.

CSU-Politiker Herrmann: "Müssen stärkere Kontrolle behalten"

Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) war am Dienstagabend in der ARD-Sendung "Brennpunkt" zu Gast – und erneuerte angesichts des Attentats seine Forderung nach einer Begrenzung des Flüchtlingszuzugs. "Entscheidend bleibt: Wir müssen wieder eine stärkere Kontrolle über alles behalten, was in unser Land kommt", sagte der CSU-Politiker.

"Wir müssen auch den Zuzug begrenzen und dadurch in der Lage sein, uns mit denen, die da sind - denen, die auch wirklich fluchtberechtigt sind - dann auch intensiv zu befassen und alles dafür zu tun, dass die nicht derartig aus dem Ruder laufen", sagte Herrmann weiter.

Damit bekräftigte der Minister eine Forderung der CSU, die seit Monaten an Kanzlerin Angela Merkel gestellt wird: die Obergrenze für Flüchtlinge.

Kanzleramtsminister Altmaier: "Keine erhöhte Terrorgefahr durch Flüchtlinge"

Kanzleramtsminister Peter Altmaier (CDU) wiederum mahnte in der Sendung "ZDF heute", dass die Tat eines Einzelnen "nicht eine ganze Gruppe diskreditieren" dürfe.

Im "Heute Journal" widersprach Altmaier, der auch der Flüchtlingskoordinator der Bundesregierung ist, außerdem dem Verdacht, dass es ein erhöhtes Terrorrisiko durch Asylbewerber gebe.

Wenn sehr viele Flüchtlinge kämen, sei es aber selbstverständlich denkbar, "dass der eine oder andere von ihnen ebenfalls für solche Ideologien anfällig ist", sagte der CDU-Politiker.

Auch auf HuffPost:

Nach Zug-Attacke in Würzburg: Grünen-Politikerin Kuenast löst Shitstorm mit diesem Tweet aus

(lk)