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Facebook sperrte Pegida-Seite

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Lutz Bachmann, founder of Germany's xenophobic and anti-Islamic PEGIDA movement (Patriotic Europeans Against the Islamisation of the Occident), has his eyes covered as if pixelized by media in a courtroom on April 19, 2016 in Dresden, eastern Germany, at the start of his trial.Lutz Bachmann has to appear in court on hate speech charges for branding refugees 'cattle' and 'scum' on social media. He was charged in October 2015 with inciting racial hatred through a series of widely-shared Facebook p | AFP via Getty Images
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  • Die Fanseite des Pegida-Bündnisses wurde über Stunden von Facebook gesperrt
  • Pegida-Vertreter führen dies auf den Druck von Bundesjustizminister Maas auf das Netzwerk zurück

Die Facebook-Fansite des fremden- und islamfeindlichen Pegida-Bündnisses ist am Dienstag über Stunden vom Netz genommen worden - laut Pegida-Mitbegründer Siegfried Daebritz aus inhaltlichen Gründen.

Auf seinem Account veröffentlichte er am Nachmittag den Screenshot einer Mitteilung, in der Facebook darauf hinweist, dass gepostete Inhalte offenbar "nicht den Nutzungsbedingungen von Facebook und den Gemeinschaftsstandards" entsprächen. Erst am Abend konnten Nutzer die Seite wieder aufrufen.

"Meldemarathon" soll die Ursache gewesen sein

"Offenbar hat Herr (Bundesjustizminister Heiko) Maas Erfolg gehabt, Facebook hat soeben die PEGIDA Seite gesperrt", hatte Daebritz die Sperrung kommentiert. Dagegen sei Einspruch eingelegt worden. Von Facebook selbst war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Als die Seite wieder erreichbar war, führte Pegida die Sperrung auf einen "Meldemarathon" zurück - demnach wären zahlreiche Meldungen von Nutzern an Facebook die Ursache.

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Pegida-Mitbegründer Siegfried Daebritz führt die Sperrung auf den Druck von Justizminister Maas zurück

Die Kommentare der Facebook-Nutzer auf den Post reichten von "Die können euch sperren wie sie wollen..Mein Herz schlägt für Pegida!" bis "Wer ständig gegen Menschen hetzt muss damit rechnen gesperrt zu werden. Absolut richtige Entscheidung und schon längst überfällig!"

Die Pegida-Seite hatte zuletzt mehr als 200.000 Likes. Maas setzt sich seit längerem gegen Hass-Postings im Internet ein. Im Juni hatte der SPD-Politiker Facebook vorgeworfen, die verabredeten Zusagen im Kampf gegen Hass und Hetze nicht vollständig einzuhalten.

Maas: "Es wird noch immer zu wenig gelöscht"

"Es wird noch immer zu wenig, zu langsam und zu oft auch das Falsche gelöscht", zitierte der "Spiegel" aus einem Brief des Ministers an die Cheflobbyisten des Kommunikationskonzerns in Berlin und London.

Nach einem Bericht des "Spiegel" arbeitet Facebook bei der Kontrolle von Hasskommentaren mit der Bertelsmann-Tochter Arvato zusammen. Demnach sollen Arvato-Mitarbeiter, die fließend Deutsch, Arabisch, Französisch oder Türkisch sprechen, entsprechende Inhalte in dem Facebook-Netzwerk prüfen und schneller löschen. Insgesamt handele es sich um eine dreistellige Zahl an Kontrolleuren.

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(vr)