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Spektakuläres Projekt: New York gibt grünes Licht für ersten unterirdischen Park der Welt

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LOWLINE
Die Lowline soll der erste Untergrund-Park der Welt werden | Lowline
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  • In New York wird eine revolutionäre Idee Wirklichkeit
  • Die Stadt hat grünes Licht für den ersten Untergrund-Park der Welt gegeben
  • 2019 soll der Bau für die so genannte Lowline beginnen

Als die Architekten James Ramsey und Dan Barasch 2011 den Entwurf für einen Park unterhalb der Straßen der Lower East Side im "New York Magazine" vorstellten, schien ihre Idee noch größenwahnsinnig.

Fünf Jahre später soll ihre Vision Wirklichkeit werden – denn die Stadt New York hat nun ihr Go gegeben. Wenn alles glatt läuft, soll bereits 2019 der Bau des ersten Untergrund-Parks der Welt beginnen.

Bereits der Name des Projekts verspricht urbane Innovation: Lowline soll der Park heißen, inspiriert durch die 2014 fertiggestellte High Line – die begrünten stillgelegten Bahngleise überhalb den Straßen Manhattans.

Eine stillgelegte U-Bahn-Station wird zur Parkanlage

Die Grundidee hinter beiden Projekten ist dieselbe: In einer Stadt, die immer enger wird, soll bislang ungenutzter Raum in Grünflächen umgewandelt werden, um die Lebensqualität der New Yorker zu verbessern.

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Anstatt über den Straßen der Stadt hat das Architektenduo diesen Raum eben darunter gesucht - und in einem stillgelegten Bahnhof der U-Bahn-Station Essex in der Lower East Side gefunden.

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Der riesigen Fläche, die seit 1948 nicht mehr genutzt wurde, soll mit einer Parkanlage neues Leben eingehaucht werden.

Eine lichtdurchflutete, moderne Höhle für die Lower East Side

Ein Park unter der Erde klingt zunächst düster und bedrückend - doch wer sich die Entwürfe der Architekten ansieht, versteht die Euphorie, die der Lowline bereits jetzt entgegenschlägt.

Die Vision der New Yorker Architekten: eine lichtdurchflutete, hohe Höhle wie aus einem Science-Fiction-Film, durch die sich Gehwege aus hellem, modernem Holz durch grüne Oasen ziehen.

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Der Untergrund-Park soll dabei tatsächlich mit natürlichem Sonnenlicht versorgt werden - durch eine eigens entwickelte Technologie.

Lichtröhren transportieren Tageslicht unter die Erde

Dabei sollen Solarplatten überhalb des Parks das Licht einfangen. Spezielle Lichtröhren transportieren das Licht dann unter die Erde. Dort wird es durch weitere Solarplatten reflektiert - und füllt die ehemalige U-Bahn-Station mit sanftem Tageslicht.

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Bereits seit Oktober 2015 können sich interessierte New Yorker die Technologie in Echt ansehen - im "Lowline Lab", einem eigens eingerichteten, öffentlich zugänglichen Labor, wo die Architekten an der Technologie tüfteln.

Laut Website soll das Labor bereits über 70.000 Besucher angezogen haben. Über ein "Young Designers Program" haben über 3.000 Kinder und Jugendliche jede Woche die Möglichkeit mitzuforschen.

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Rund 10 Millionen Dollar in einem Jahr

Das Projekt zugänglich zu halten ist dem Team um Ramsey und Barasch offenbar besonders wichtig.

"Ein Großteil unserer Arbeit im nächsten Jahr wird es sein, sicherzustellen, dass die Bewohner dieses Viertels glücklich mit dem Projekt sind", sagte Dan Barasch im Interview mit dem Onlineportal "FastCoExist".

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Die New Yorker sollen deshalb die Möglichkeit haben, vor Baustart über Designfragen der Lowline abzustimmen.

Dann gäbe es nur noch eine Hürde zu meistern: Rund 10 Millionen Dollar muss das Team bis nächsten Sommer sammeln. Dabei ist das Projekt wohl vor allem auf Spenden angewiesen.

Die Stadt New York hat bislang nur die Erlaubnis zur Nutzung des Raumes gegeben. Finanzielle Unterstützung von Seiten der Stadt gibt es bisher keine.

"Das könnte einen Domino-Effekt haben"

Falls die Lowline erfolgreich ist, könnte sie als Vorbild für andere Großstädte dienen.

"Es gibt viele alte Städte, die sich damit auseinandersetzen, wie alte, ungenutzte Flächen, umfunktioniert werden können", so Barasch.

"Wenn die Menschen einmal verstehen, wie erfolgreich Konzepte wie die High Line oder der Brooklyn Bridge Park sind, kann das einen Domino-Effekt zur Folge haben. Aber zuerst müssen wir beweisen, dass es tatsächlich funktioniert."

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(lk)