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Dieser Eisbär wird in einem Einkaufszentrum gehalten - die Erklärung macht einfach nur wütend

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Zusammengekauert, wimmernd und reglos liegt der Eisbär auf dem Betonboden. Eine Tierschutzorganisation hat das Drama aufgenommen, das Video oben zeigt es.

Ständig klopfen Menschen an die Glasscheibe, drücken ihre Gesichter gegen die Trennwand. Warum bewegt er sich nicht?

Sie sind hier, weil sie ein Selfie mit dem Tier machen wollen. Aber der Bär liegt völlig apathisch in seinem Gehege. Es ist ein furchtbarer Anblick.

Seit Eröffnung des Grandview Aquarium Anfang des Jahres sind der Eisbär und 30.000 weitere Tiere nun schon unter furchtbaren Bedingungen eingesperrt. Das Aquarium befindet sich in einem Einkaufszentrum in der chinesischen Stadt Guangzhou. Dort soll er als Attraktion für Kunden dienen, damit sie zusätzlich zu ihrem Einkaufserlebnis Selfies mit den Tieren machen können.

Die Besitzer rühmen sich mit der Anlage, die sie als "weltweit größte Indoor-Polar-Meereswelt" bezeichnen. Für die Tierschutzorganisation Animals Asia ist die Bezeichnung "der traurigste Zoo der Welt" treffender.

Denn die 30.000 Unterwassertierarten müssen mit nur 58.000 Quadratmeter Lebensraum zurechtkommen. Sie leben auf engem und nicht tierschutzgerechtem Raum zusammen.

Traumatisierter Eisbär in Betonkäfig gefangen

eirbären

Bilder, die an die Öffentlichkeit gelangt sind, zeigen traurige Szenen. Der Eisbär hinter der Glasscheibe wirkt traumatisiert von den Blitzlichtern der Kameras. Sichtlich erschöpft möchte er seinem Schicksal entkommen und versucht, die Eingangstür zu seinem Betonkäfig zu öffnen – vergeblich. Der Bär wird das grelle Gehege vielleicht nie wieder verlassen.

"Dieser Bär findet keinen Frieden und er hat nichts Natürliches um ihn herum, das ihn beruhigen könnte. Es gibt wirklich genug frei zugängliche Informationen darüber, wie man am besten den komplexen physischen und verhaltensbezogenen Bedürfnissen eines Eisbären in Gefangenschaft entspricht. Und dennoch wurde dieses Tier in voller Absicht auf diese Weise eingekerkert", schreibt Dave Neale, Tierschutzdirektor von Animals Asia, in einer Mitteilung.

Tierschutzorganisation fordert Schließung des Grandview Aquariums


Der Bär gilt alt wildes Tier, das viel Platz zum wandern, rennen, klettern und jagen braucht. Lebt er in Gefangenschaft, wirkt es sich besonders schwer auf seine Psyche aus.

"Es ist in keiner Weise zu entschuldigen, irgendein Tier auf diese Weise gefangen zu halten. Aber bei einem Eisbären verhält es sich noch schlimmer. Es gibt kaum ein Tier, bei dem die Haltung in Gefangenschaft schwieriger ist als bei einem Eisbären. Diese Tiere zeigen oft stereotype Verhaltensweisen, wenn ihre natürlichen Instinkte, wie etwa die Futtersuche, eingeschränkt oder unterdrückt werden", schreibt Neale.

Die Tierschutzorganisation Animals Asia hat bereits vor der Eröffnung "Alarm wegen der furchtbaren Grausamkeit" geschlagen. Die Organisation ruft die chinesische Öffentlichkeit auf, der Attraktion fernzubleiben und fordert eine Schließung der Anlage.

Eine Onlinepetition zur Schließung haben über 285.000 Menschen weltweit unterschrieben. Doch bis es wirklich zu einer Schließung des Grandview Aquarium kommt, werden die Tiere auf grausame Weiße in ihren Zellen sitzen – und diese unnatürlichen blauen Wände anstarren.

Hier kannst du die Petition unterschreiben.

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