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IS veröffentlicht Drohvideo von Würzburg-Attentäter

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  • Ein Youtube-Video, das von einer IS-nahen Agentur veröffentlicht wurde, zeigt möglicherweise den Attentäter von Würzburg
  • Kanzleramtsminister Peter Altmaier hält das Video für "aller Voraussicht nach authentisch"
  • Einen Ausschnitt seht ihr im Video oben

Die Terrororganisation IS hat ein Drohvideo des Jungen veröffentlicht, der mit einer Axt mehrere Menschen in einem Regionalzug bei Würzburg schwer verletzt hat. Das berichten mehrere Medien, unter anderem die Nachrichtenagentur AFP.

Das Youtube-Video, das ursprünglich von der IS-nahen Agentur A3maq veröffentlicht worden sein soll, kursiert mittlerweile auch auf Twitter.

Video soll Würzburg-Attentäter zeigen

Darin ist ein junger Mann zu sehen, der mit einem Messer bewaffnet in die Kamera spricht. Das Video ist mit einem arabischen Untertitel versehen. Am Anfang des Videos ist zudem ein Textkasten zu sehen, der den Mann im Video als Muhammad Riyad - den Attentäter von Würzburg - ausweist.

Ob es sich dabei tatsächlich um Riyad handelt, war zunächst nicht bekannt. Es bleibt auch weiterhin unklar, ob das Video, mit dem aktuell die Ermittler arbeiten, dasselbe ist.

"Ich kenne das Video noch nicht", sagte der leitende Oberstaatsanwalt Erik Ohlenschlager am Dienstagnachmittag. Von dem im Internet veröffentlichten Video habe er erst vor kurzem erfahren.

"Video ist mit aller Voraussicht nach authentisch"

Nach Worten von Kanzleramtsminister Peter Altmaier (CDU) ist das Video wohl aber echt.

"Die Überprüfungen laufen noch, aber die Sicherheitsbehörden gehen davon aus, dass dieses Video aller Voraussicht nach authentisch ist", so der Minister, der auch Geheimdienstkoordinator der Bundesregierung ist, am Dienstagabend im ZDF.

Das gelte auch für den Abschiedsbrief des 17-Jährigen, der gefunden worden sei. "Und deshalb müssen wir davon ausgehen, dass er zumindest Wert darauf gelegt hat, seine Tat in den Zusammenhang zum IS zu stellen."

Inwieweit die Terrormiliz Islamischer Staat selbst involviert gewesen sei, "das muss überprüft werden", so Altmaier. "Wir werden jedem Hinweis nachgehen."

"Die Soldaten des Kalifats kommen zu euch"

Auch der Präsident des Bundeskriminalamtes, Holger Münch, hält das Video für echt. Auf die Frage, ob er die Authentizität der Aufnahme anzweifle, sagte er im ZDF: "Nein, das zweifeln wir nicht an."

In einem Tweet der saudi-arabischen Nachrichtenseite "Saudi Gazette" heißt es, der junge Mann im Video drohe mit weiteren Angriffen auf Wohnhäuser, Flughäfen und Dörfer.

"Die Soldaten des Kalifats kommen zu euch. Sie werden euch in euren Heimatländern abschlachten. Sie werden in euren Häusern sein, in euren Ländern", soll der Würzburg-Attentäter darin sagen.

Nach Angaben der Ermittler wollte sich der 17-Jährige an Nicht-Muslimen rächen, die seinen muslimischen Glaubensbrüdern Leid angetan hätten.

"Attentäter war entschlossen 'Ungläubige' umzubringen"

Das sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Erik Ohlenschlager am Dienstag in Würzburg. Der 17-Jährige sei mit dem vorgefassten Entschluss in den Zug gestiegen, ihm unbekannte "Ungläubige" umzubringen. Seinen eigenen Tod habe er dabei in Kauf genommen. Der 17-Jährige habe die Angriffe "mit Vernichtungswillen geführt", sagte Ohlenschlager.

Der Täter sei ein gläubiger Muslim gewesen, der bisher nicht strafrechtlich in Erscheinung getreten war. Am vergangenen Samstag habe er erfahren, dass ein Freund von ihm in Afghanistan ums Leben gekommen war.

Während der Tat habe der Jugendliche mehrmals "Allahu akbar" ("Gott ist groß") gerufen. Auf dem Handy-Notruf einer Zeugin, der von der Polizei aufgezeichnet wurde, sei dieser Ausruf "deutlich zu verstehen", sagte Ohlenschlager.

"Sehr schlimme und drastische Verletzungen"

Bei dem Angriff am Montagabend wurden fünf Menschen verletzt. Zwei von ihnen schwebten noch in Lebensgefahr, sagte der Würzburger Polizeipräsident Gerhard Kallert. Teilweise seien die Verletzungen "sehr schlimm und sehr drastisch".

Der 17-Jährige Täter war mit einer Axt und einem Messer auf Fahrgäste in einem Regionalzug bei Würzburg-Heidingsfeld losgegangen. Danach griff er eine Spaziergängerin an. Er wurde von der Polizei erschossen.

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