Huffpost Germany

Türkischer Ministerpräsident Yildirim rechtfertigt Todesstrafe

Veröffentlicht: Aktualisiert:
YILDIRIM
Der türkische Ministerpräsident Yildirim hält eine Wiedereinführung der Todesstrafe in der Türkei für möglich | dpa
Drucken
  • Der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim schließt eine Wiedereinführung der Todesstrafe nicht aus
  • Man könne die Forderung der türkischen Bürger nicht ignorieren, so Yildirim
  • Gleichzeitig warnt er vor überhasteten Beschlüssen

Nach dem gescheiterten Putschversuch in der Türkei denkt Präsident Recep Tayyip Erdogan über die Wiedereinführung der Todesstrafe nach.

Auch der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim hält eine Wiedereinführung der Todesstrafe in seinem Land für möglich, warnt aber vor überhasteten Beschlüssen.

"Keine voreiligen Entscheidungen"

"Es ist nicht richtig, in der Hitze und dem Eifer des Gefechts eine voreilige Entscheidung zu treffen", sagte Yildirim am Montag mit Blick auf den niedergeschlagenen Putschversuch.

Das könnte euch auch interessieren: Bundesregierung warnt Erdogan: "Ein Land mit Todesstrafe kann nicht Mitglied der EU sein"

"Aber wir können diese Forderung unserer Bürger nicht ignorieren. Das wird unser Parlament umfangreich bedenken und besprechen." Vorher wolle seine Regierung diese Forderungen weder zurückweisen noch unterstützen.

Mögliches Referendum zur Wiedereinführung der Todesstrafe?

Yildirim sagte, eine Wiedereinführung der Todesstrafe würde eine Verfassungsänderung erfordern. "Dabei werden wir uns an der Meinung des Volkes orientieren."

Unklar blieb, ob der Ministerpräsident damit auf ein mögliches Referendum anspielte. Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hatte am Sonntag angekündigt, mit der Opposition über eine Wiedereinführung der Todesstrafe beraten zu wollen.

Um ein Referendum in die Wege zu leiten, bräuchte die Regierungspartei AKP 330 der 550 Stimmen aus dem Parlament und damit Unterstützung aus der Opposition.

Mehr zum Thema Militärputsch in der Türkei findet ihr hier.

Erdogan zeigt, wie sehr er die Werte des Westens verachtet