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Offener Brief: Der Krankenschwester wurde gesagt, sie solle wegen ihrer Haare nicht arbeiten

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NURSE
Nurse. | IAN HOOTON via Getty Images
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Mit ihren bunten Haaren, den Tattoos und den Piercings ist die Krankenschwester Mary Walls Penney eine auffällige Erscheinung. Eine Kassiererin provozierte das Aussehen der jungen Frau jedoch offensichtlich: Sie sagte ihr, sie solle wegen ihrer Haare lieber nicht als Krankenschwester arbeiten - denn was würden die Patienten dazu sagen?

Tatsächlich haben es Menschen mit Tätowierungen, Piercings und bunt gefärbten Haaren bei Vorstellungsgesprächen eher schwer - eine Karriere in der Bank ist mit so einem Aussehen meist unmöglich.

Penney ärgerte sich über diese Einstellung und schrieb auf Facebook einen offenen Brief an die Frau, die meinte, sie solle wegen ihrer Haare nicht mehr arbeiten:

Eine Kassiererin meinte, Penney könnte wegen ihrer bunten Haare nicht als Krankenschwester arbeiten

"Nach der Arbeit ging ich noch in den Laden, um ein paar Sachen zu holen. Als ich zahlen wollte, warf die Kassiererin einen Blick auf mein Namensschild und sagte: "Was machst du hier?"

"Ich bin eine Krankenschwester", antwortete ich. "Ich bin überrascht, dass sie dich so arbeiten lassen. Was denken denn deine Patienten über deine Haare?", meinte sie darauf und fragte eine ältere Dame, die hinter mir in der Schlange stand: "Was denken Sie über ihre Haare?"

Die alte Dame meinte freundlich: "Nichts gegen dich, Schätzchen, aber es wäre nichts für mich." Dann kommentierte die Kassiererin weiter, dass so etwas nicht einmal für Angestellte bei Fast-Food-Ketten erlaubt sein würde und dass sie schockiert sei, dass eine Klinik so etwas zulassen würde.

Nun, hier sind meine Gedanken zu dem Thema:

Ich kann mich nicht erinnern, dass meine Haarfarbe mich jemals daran gehindert hätte, lebensrettende Maßnahmen an einem meiner Patienten vorzunehmen. Meine Tattoos haben meine Patienten nie davon abgehalten, meine Hand zu halten, wenn sie ängstlich dalagen und weinten, weil der Alzheimer ihnen ihre Gedanken gestohlen hatte.

Die vielen Piercings in meinen Ohren haben mich nie davon abgehalten, die Patienten über ihre besseren Tage sprechen zu hören - oder ihnen zuzuhören, wenn sie ihre letzten Wünsche formulierten.

Mein Zungenpiercing hat mich nie davon abgehalten, meinen Patienten Mut zuzusprechen, wenn sie eine Diagnose bekommen haben oder wenn sie um einen Angehörigen trauerten.

Also erklär mir bitte mal, wie mein Aussehen, das zu meinem lächelnden Gesicht, heiteren Gemüt und offenen Herzen gehört, mich davon abhalten soll, eine gute Krankenschwester zu sein!"

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(pb)