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35 Fotos zeigen, wie das perfekte Familienleben aussieht

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Eine Gruppe von Künstlern und Müttern zeigt uns die chaotische Seite von Elternschaft.

Erika Roa, Lacey Monroe und Natasha Kelly haben "Sham of the Perfect" (etwa: "Der Schwindel des Perfekten") gegründet. Ein Foto-Projekt, das die echten Momente des Eltern-Seins aufzeigen möchte. "Unser Projekt nimmt gewöhnliche Familien-Fotografie zum Ausgangspunkt, um all das Chaos, das Geschrei, die große Freude und die wichtigen Momente festzuhalten, die passieren, wenn man gerade nicht versucht, es ganz perfekt zu machen", berichtet Roa der Huffington Post.

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Die drei Gründerinnen kamen im Jahr 2014 besuchten gemeinsam den Foto-Kurs "Visual Storytelling" von Molly Flanagan von der "The Define School". Dort kam ihnen eine Idee: Sie wollten zusammen fotografieren und ihre Kunst so weiterentwickeln. Also entschieden sie sich, ein gemeinsames Projekt anzugehen.

Während einer Brainstorming-Runde fiel ihnen auf, dass sie bereits alle für ihre "unscharfen" Bilder und "Kompositionen voller Ablenkungen" kritisiert worden waren - und diese Anforderungen frustrierten sie.

"Wenn unsere Bilder alle ordentlich sein sollen, können wir ja nie zuhause fotografieren, und selbst wenn unsere Wohnungen endlich mal ordentlich genug wären, um darin zu fotografieren, würde es sich im Nachhinein total unehrlich anfühlen", erklärt Roa.

"Wir beschlossen, uns auf unsere Familien zu konzentrieren und mit der Kamera zu zeigen, was es heißt, heutzutage Eltern zu sein", fügt Monroe hinzu. "Wir hatten keine Lust mehr auf Fotos, die nur glückliche, lächelnde Kinder zeigen - alles ganz sauber und in gleißendes Licht getaucht. Wir wussten, dass das nicht unser Leben ist und wir waren uns sicher, dass es viele Menschen gibt, die sich nach einer ehrlichen Darstellung von Familienleben sehnen."

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Roa, Monroe und Kelly stellten ihre Idee auf Facebook anderen ehemaligen Teilnehmern ihres Fotografie-Kurses vor und konnten auf diesem Weg schnell eine Gruppe von 15 Fotografen aus den USA, Großbritannien und Australien zusammentrommeln.

Im Januar 2015 ist das Projekt, das sie "Sham of the Perfect" nannten, offiziell gelauncht. Bei dem Namen ließen sie sich von einem Gedicht von Sarah Dunning Park mit dem Titel "A Spring Issue" ("etwa: "Ein Frühlingsthema") inspirieren. Das Gedicht spiegelte ihre Frustrationen mit der Darstellung von Mutterschaft in den Medien wider.

Die Fotografinnen erläuterten der HuffPost, dass sie als Eltern großen Druck verspüren, alles perfekt zu machen.

"Es kommt von überall", sagt Monroe. "Von den Eltern-Büchern, die einem alle etwas anderes sagen, bis zu den Müttergruppen und Foren, wo man ganz schnell angezickt wird, wenn man nicht alles mitmacht. Dazu kommen noch die ganzen Bilder aus der Werbung, von Pinterest und aus den sozialen Netzwerken."

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Dabei ist die Darstellung in der Werbung mit das Schlimmste, betont Monroe. "Werbung ist so konzipiert, dass wir den Eindruck bekommen sollen, es fehle uns etwas. Und dass wir - nur wenn wir dieses eine Produkt kaufen - wieder jung, schön und dünn aussehen können. Ein sauberes Haus haben mit tollem Design und fantastische Mahlzeiten zubereiten - all das während unsere Kinder irgendwelchen pädagogisch sinnvollen Tätigkeiten nachgehen, so dass sie Klassenbeste in der Vorschule werden", erläutert sie.

Dieser Druck, sich einer falschen Idee von Perfektion zu beugen, ist eine der Hauptgründe, warum es diesen Müttern wichtig ist, die "echte " Seite von Elternschaft zu zeigen. Die Bilder der Fotoreihe zeigen chaotische Haushalte, schmutzige Kinder und aus dem Ruder laufende Spiele-Treffen.

"Wer glaubt, dass er der einzige mit dreckigem Geschirr, ungewaschener Wäsche und nicht ganz wohlerzogenen Kindern ist, wird sich schnell schlecht fühlen", erzählt Kelly der HuffPost. "Wir möchten Menschen zeigen, dass es okay ist, wenn nicht alles perfekt ist. Sie sind nicht allein, und das ist okay."

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"Eltern bekommen kein Gehalt dafür, keinen Urlaub, keine Zusatzzahlungen", fügt Roa hinzu. "Man ist ständig im Dienst, sprichwörtlich. Es bedeutet auch, mal einer kleinen Person zu erklären, warum sie denn nun bitte ihre dreckigen Hände waschen soll, während man eine andere kleine Person trösten muss, weil sie einen quadratischen Stöpsel nicht in eine runde Öffnung bekommt."

"Es ist einer der großartigsten und demütigsten Jobs, die man haben kann", führt sie weiter aus. "Die Mühen, die sich Eltern jeden Tag geben, sollten gefeiert werden und die Anstrengungen, die sie erleben, sollten gezeigt werden."

Die Mütter posten wöchentliche Zusammenfassungen von Familien-Fotos ihrer 15 Mitstreiterinnen auf ihrer Website und ihren Social Media-Kanälen. Sie zeigen aber auch Fotos von anderen Fotografen und laden Fans ein, ihre "echten" Fotos auf ihrer Facebook-Seite mit dem Hashtag #shamoftheperfect zu posten.

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Letzten Endes kommt es den Dreien darauf an, Eltern dabei zu unterstützen, das Chaos endlich anzunehmen. Monroe erklärt: "Es kann einen so runterziehen, wenn alle anderen es scheinbar drauf haben und man selber fragt sich, wie man diesen einen Fleck bloß aus dem Teppich bekommt (Ist es Schokolade? Oder ist es Kot? Will man es wirklich wissen?) und wann das Kleinkind wohl zum letzten Mal freiwillig ein Stück Gemüse gegessen hat."

Sie fügt hinzu: "Ich würde mir wünschen, dass sich keiner mehr schlecht fühlt, nur weil er oder sie denkt, zuhause sähe nicht alles perfekt aus."

Unten seht ihr eine Auswahl von Fotos aus "Sham of Parenting." Und hier geht es zu der Instagram-Seite, der Facebook-Seite und dem Blog des Projekts.

  • Chrystal Cienfuegos, Sham of the Perfect Contributor
  • Heather Bowser, Sham of the Perfect Contributor
  • Heather Bowser, Sham of the Perfect Contributor
  • Natasha Kelly, Sham of the Perfect
  • Gemma Robillard, Sham of the Perfect Contributor
  • Jenny Rusby, Sham of the Perfect Contributor
  • Gemma Robillard, Sham of the Perfect Contributor
  • Robin Stephenson, Sham of the Perfect Contributor
  • Jodie Byrne, Sham of the Perfect Contributor
  • Natasha Kelly, Sham of the Perfect
  • Chrystal Cienfuegos, Sham of the Perfect Contributor
  • Chrystal Cienfuegos, Sham of the Perfect Contributor
  • Chrystal Cienfuegos, Sham of the Perfect Contributor
  • Gemma Robillard, Sham of the Perfect Contributor
  • Chrystal Cienfuegos, Sham of the Perfect Contributor
  • Jessica Uhler, Sham of the Perfect Contributor
  • Lacey Monroe, Sham of the Perfect Contributor
  • Lacey Monroe, Sham of the Perfect Contributor
  • Lacey Monroe, Sham of the Perfect Contributor
  • Heather Bowser, Sham of the Perfect Contributor
  • Michelle McDaid, Sham of the Perfect Contributor
  • Natasha Kelly, Sham of the Perfect
  • Erika Roa, Sham of the Perfect Contributor
  • Jenny Rusby, Sham of the Perfect Contributor
  • Jenny Rusby, Sham of the Perfect Contributor
  • Jenny Rusby, Sham of the Perfect Contributor
  • Robin Stephenson, Sham of the Perfect Contributor
  • Kym Vitar, Sham of the Perfect Contributor
  • Kym Vitar, Sham of the Perfect Contributor
  • Kym Vitar, Sham of the Perfect Contributor

Dieser Text erschien zuerst auf Huffington Post USA und wurde von Gunda Windmüller aus dem Englischen übersetzt.

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