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7 Anzeichen, dass du es nicht nochmal mit deinem Ex probieren solltest

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7 Anzeichen, dass du es nicht nochmal mit deinem Ex probieren solltest | Guido Mieth via Getty Images
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Es ist verführerisch, klar. Und wir kennen es alle: Den Wunsch, es nochmal mit dem oder der Ex zu versuchen.

Doch das ist nur in den seltensten Fällen eine gute Idee. Denn es sind meist die falschen Beweggründe, die uns dazu verleiten, es erneut probieren zu wollen.

Wenn ihr mit dem Gedanken spielt, dann stellt euch ein inneres Warnschild vor - ein rotes Stopp-Schild - und fragt euch, was wirklich hinter diesem Wunsch steckt. Und seid ganz ganz ehrlich zu euch. So ehrlich, wie ihr nur könnt.

Denn wenn ihr eines dieser 7 Anzeichen bei euch wieder erkennt, ist es vermutlich keine gute Idee, eine alte Beziehung neu aufzuwärmen:

1) Es ist eine Entscheidung aus Angst - nicht aus Liebe

Gerade wenn du eine Langzeit-Beziehung beendet hast, kann es dich überkommen. Ganz plötzlich, mitten in der Nacht. Du liegst schlaflos im Bett und merkst, wie es wächst, das fiese düstere Panik-Monster. Es wächst und wächst und wächst und du hörst innere Stimmen skandieren: Das war’s jetzt mit der Liebe! Du findest nie nie nie wieder jemanden. Dein Leben ist vorbei!

Das Panik-Monster ist ein ganz gemeiner Gesell. Die Gedanken, die es einem einflüstert, können einen ganz schön mitnehmen.

Die Paartherapeutin Susan Anderson gibt für solche Momente einen ganz konkreten Ratschlag: "Wenn du wieder merkst, dass du nach einem Partner suchst, um dich selbst zu bestätigen, dann leite diese Gefühle einfach um! Du musst zu 100 Prozent selbst für dein Wohlbefinden verantwortlich sein."

2) Es war nicht eure erste Trennung

Wenn ihr euch schon öfter getrennt habt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass euch zwar viel verbindet - ihr aber auch immer wieder an euch selbst gescheitert seid. On-Off Beziehungen sind nichts Seltenes - bei einer amerikanischen Untersuchung kam heraus, dass 20 bis 40 Prozent der befragten Paare schon eine gemeinsame On-Off-Geschichte hatten.

Zugleich gibt es aber auch Untersuchungen, die sich mit der Zufriedenheit solcher Paare beschäftigen. Amber Vennum, Assistenz-Professorin für Familienstudien an der Kansas State University, beschäftigt sich mit genau diesem Thema.

Vennum fand heraus, dass viele Paare in On-Off-Beziehungen nicht sehr zufrieden mit ihren Partnern sind, sie kommunizieren schlechter miteinander, haben weniger Selbstbewusstsein und blicken nicht zuversichtlich in die Zukunft.

"Unsere Annahme ist, dass Menschen in solchen Beziehungen nicht viel in die Partnerschaft investieren, sie beschäftigen sich weniger mit dem Partner und möchten daher auch weniger für ihn tun. Der Gedanke dahinter ist: Ich lasse mich nicht ganz auf dich ein, warum sollte ich mich für dich anstrengen?", sagte die Forscherin.

Für Paare, die sich gerade getrennt haben, hat Vennum daher folgenden Ratschlag: "Kommt nicht wieder zusammen. Studie um Studie zeigt, dass wenn wir in einer schlechten Beziehung sind, wir auch nicht besonders gut funktionieren. Wenn ihr unbedingt wieder zusammenkommen wollt, stellt klar, dass es beide wollen und dass ganz gezielt daran gearbeitet wird, es besser zu machen."

3) Es ist die einfachste Lösung

Meine Freundin Leo hat keine Lust mehr. Sie datet was das Zeug hält, aber trifft nur auf Männer, mit denen sie mühsam ein paar Bier trinken kann und dann seufzend feststellt, dass es mal wieder nicht passt. Sie würde so gerne jemanden treffen, bei dem es endlich wieder funkt.

Neulich saßen wir zusammen und sie sagte: “Vielleicht sollte ich Fabi einfach mal wieder anrufen, da weiß ich wenigstens, dass es mal funktioniert hat!”

Wenn ihr an so einem Punkt seid, mag das als vernünftige, einfache Reaktion erscheinen. Ist es aber nicht. Ihr habt euch getrennt, erinnerst du dich? Der Funke ist auch erloschen - lasst es besser bleiben!

4) Weil du glaubst, ihn zu vermissen

Es braucht gar nicht viel. Vielleicht fällt dir nur eine alte Postkarte in die Hände oder du findest eine Mütze, die er bei dir vergessen hat. Und plötzlich vermisst du den Ex. Ganz ganz doll. Vor deinem inneren Auge morpht dein Ex in einen Adonis, eine Prinzessin, einen Menschen, dessen Geist seinesgleichen sucht. Du vermisst ihn wieder. Du vermisst ihn so sehr.

Aber jemanden zu vermissen, mit dem man viel Zeit verbracht hat, ist normal. Wichtig ist, vermissen nicht mit brauchen zu verwechseln.

Denn diese Gefühle sind oft einfach nur Mechanismen, die nicht viel mit der eigentlichen Person, sondern mehr mit deinen eigenen Bedürfnissen zu tun haben. Du möchtest ihn vermissen. Du möchtest wieder fühlen.

In der analytischen Psychologie gibt es einen Begriff für ein solches Phänomen - das Imago. Mit Imago meint man das Vorstellungsbild, das man von einer bestimmten Person hat, das auch lange nach dem Kennenlernen dieser Person im Inneren weiterlebt.

Im alten Rom bezeichnete man mit “Imago” die Wachsmasken, mit der die Leichen auf dem Forum Romanum ausgestellt wurden. Vielleicht hilft euch dieses Bild, um zu merken, ob ihr ihn wirklich vermisst...

5) Du hast dir nicht genug Zeit genommen

Man hat sich getrennt. Man hat schrecklichen Liebeskummer. Da vergisst man schnell die Gründe für die Trennung und wünscht sich nichts sehnlicher, als mit dem Ex wieder zusammenzukommen. Doch eine Trennung braucht Zeit. Denn Liebeskummer kann einen ganz schön mitnehmen.

"Die Betroffenen leiden unter Appetitlosigkeit, das Herz bricht vor Trauer", erläutert Gereon Heuft von der Poliklinik für Psychosomatik und Psychotherapie der Universität Münster. Es gebe mehrere Phasen der Trauer nach einer Trennung: Trauer, Wut, Hilflosigkeit. Die Leidenden reagierten in unterschiedlichen Schritten auf den Liebeskummer. Gespräche mit Freunden würden gesucht, manch einer stürze sich auch schnell in neue Abenteuer.

Aber egal, wie eine zerbrochene Beziehung verarbeitet wird: "Das alles braucht Zeit", sagt der Psychologe. Und die Zeit sollte man sich nehmen, denn der Körper reagiert auf Liebeskummer in der Anfangszeit eben auch mit der Drosselung von Glückshormonen wie Serotonin und Dopamin.

Liebeskummer ist wie eine Art Entzug für den Körper. Umso wichtiger, dass man nicht sofort wieder zur Droge greift. Sondern sich erstmal Zeit gibt, die Trauer anzunehmen.

6) Am Ende war der Sex schlecht

Es ist wissenschaftlich belegt, dass es ganz normal und sogar stabilisierend für Langzeit-Beziehungen sein kann, wenn der Sex weniger wird. Denn wer sich der Partnerschaft sicher ist, braucht nicht mehr so oft körperliche Bestätigung dafür, so die zugrundeliegende Annahme.

Aber es gibt einen Unterschied zwischen seltenem und schlechtem Sex. Und schlechter Sex könnte durchaus ein wichtiges Indiz dafür sein, dass es nicht mehr gepasst hat zwischen euch. Damit ist nicht die Art von routiniertem Sex gemeint, den viele Paare in Langzeit-Beziehungen miteinander haben. Und der auch schön sein kann. Damit ist gemeint, ob ihr den anderen noch begehrt, ihm auch körperlich ganz nah sein wollt.

Fragt Euch: Hattet ihr am Ende noch Lust auf den anderen, habt ihr ihn noch begehrt? Ihn gerne gerochen, habt ihr gern in seinen Armen gelegen? Oder war euch zu große Nähe eher unangenehm?

7) Du denkst, dass nur er dich glücklich machen kann

Nichts hilft. Kein Alkohol, keine Ablenkung, kein gar nichts. Du leidest. Du bist so richtig schön unglücklich. Und bist sicher: Wenn du nur mit dieser Person wieder zusammen wärst, wäre alles, alles, alles besser.

Vielleicht weißt du es ja schon, aber ich schreibe es trotzdem nochmal auf (denn wir sind sehr hartnäckig in den Fehlern, die wir machen): Eine Beziehung zu deinem Ex wird das nicht besser machen.

Es ist eine Wahrheit, die man - leider - erst durch viel Liebeskummer so richtig verstehen lernt. Aber es ist so: Nur du selbst kannst dich glücklich machen. Da hilft kein Mann, kein gar nichts. Das kannst nur du.

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(glm)