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Erdogan über Todesstrafe: "Warum soll ich Putschisten jahrelang durchfüttern?"

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ERDOGAN
Erdogan | Baz Ratner / Reuters
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  • In einem Fernseh-Interview hat Erdogan klargemacht, dass er die Wiedereinführung der Todesstrafe in Erwägung zieht
  • Die USA will er um Auslieferung seines politischen Gegners Gülen ersuchen

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan ist trotz aller Mahnungen aus Europa bereit, die Todesstrafe wieder einzuführen.

Voraussetzung sei ein verfassungsändernder Beschluss des Parlamentes, sagte Erdogan in seinem ersten Interview nach dem gescheiterten Militärputsch am Montag dem Sender CNN.

"Wenn sie bereit sind, das zu diskutieren, dann werde ich als Präsident jede Entscheidung des Parlamentes billigen", sagte Erdogan. Er hatte am Sonntag angekündigt, mit der Opposition über eine Wiedereinführung der 2004 abgeschafften Todesstrafe beraten zu wollen.

Auf die Frage, was mit den mutmaßlichen Putschisten passiere und ob ihnen die Todesstrafe drohe, antwortet Erdogan: "Wieso soll ich sie durchfüttern und jahrelang in Gefängnissen versorgen?", so Erdogan. "Es gibt das eindeutige Verbrechen des Verrats."

Erdogan will USA um Auslieferung von Gülen ersuchen

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte daraufhin am Montag deutlich gemacht, dass bei einer Rückkehr zur Todesstrafe für die Türkei kein Platz in der Europäischen Union wäre. Auch die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini hatte erklärt: "Kein Land kann Mitgliedstaat der EU werden, wenn es die Todesstrafe einführt."

CNN zufolge erklärte Erdogan zudem, er werde die USA in den kommenden Tagen offiziell um die Auslieferung des Predigers Fethullah Gülen ersuchen. Gülen lebt in den USA im Exil. Er bestreitet Erdogans Vorwürfe, in den Putschversuch verwickelt zu sein.

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(bp)