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Passau will Wildtiere in Zirkussen verbieten - und könnte in Schwierigkeiten geraten

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Passau will Wildtiere in Zirkussen verbieten. | Jerry Yulsman via Getty Images
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Gute Nachrichten für Tierschützer: Letzten Donnerstag beschloss ein Ausschuss des Stadtrates von Passau, dass die Stadt ab dem 1.1.2019 kein Gelände mehr für Zirkusse mit Wildtieren zur Verfügung stellen wird.

Damit solle laut Grünen-Stadtrat Boris Beukert "ein Zeichen gegen mangelhafte Haltungsbedingungen gesetzt werden", wie die "Passauer Neue Presse (PNP)" berichtete. Damit schwimmt Passau mit auf der Verbotswelle von Wildtieren in Zirkusbetrieben. Immer mehr deutsche Städte wie Düsseldorf, Heidelberg und Köln entschließen sich aus Gründen des Tierschutzes zu dem Verbot.

Tierschutzorganisationen sind für ein Wildtierverbot


Darüber hinaus formieren sich Bundestagsinitiativen, die ein Wildtierverbot in ganz Deutschland durchsetzen wollen. Lea Schmitz, Sprecherin des Tierschutzbundes, sagte gegenüber "RP Online": "Zirkusse sind Wanderbetriebe, die bis zu 50 Mal im Jahr den Standort wechseln. Die Tiere werden in Lkw verfrachtet, sie müssen mit wenig Platz auskommen und stehen oft auf Beton."

Über das Leben von Zirkustieren schreibt die Tierschutzorganisation PETA auf ihrer Webseite: Die Dressur ist in der Regel von Gewalt und Zwang geprägt. Zirkustiere würden oftmals unter Verhaltensstörungen leiden, so PETA.

Die Zirkusbetriebe wehren sich gegen die Vorwürfe

Die Zirkusbetriebe wehren sich gegen diese Vorwürfe: Die Haltungsbedingungen seien in Deutschland extrem streng, argumentierte Frank Keller vom Berufsverband der Tierlehrer gegenüber dem "Westen".

Einige Zirkusse gingen schon juristisch gegen die Verbotswelle vor: So konnte ein Zirkus in Chemnitz durchsetzen, dass dort weiterhin Elefanten und Giraffen auftreten dürfen. Der Grund: Die Verbote würden die Berufsfreiheit der Dompteure einschränken.

Passau könnte ebenso in Schwierigkeiten geraten

Somit könnten Zirkusbetriebe auch gegen das Wildtierverbot in Passau juristisch vorgehen. Es bestehe also durchaus die Gefahr, dass man bei der Ablehnung eines Zirkusses in eine Klage hinein laufe, argumentierte dann auch die Verwaltung in Passau laut "PNP".

Das könnte die deutschen Städte, die ein Wildtierverbot erlassen haben, in Schwierigkeiten bringen. Das heißt: Wir brauchen auf Bundesebene eine Lösung für das Dilemma.

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