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Christoph Waltz erkannte erst aus der Ferne, was in Deutschland richtig gut läuft

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CHRISTOPH WALTZ
Christoph Waltz lobt die politische Kultur in Deutschland | NIKLAS HALLE'N via Getty Images
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  • Christoph Waltz lobt die politische Kultur in Deutschland
  • Aktuellen populistischen Strömungen in der EU und den USA steht er sehr kritisch gegenüber
  • Waltz hatte zuletzt mit klaren Aussagen zu Brexit-Politikern auf sich aufmerksam gemacht

Der zweifache Oscar-Gewinner Christoph Waltz, der nun seit ein paar Jahren in Hollywood lebt, sehnt sich nach einer politischen Kultur wie in Deutschland.

Mit Blick auf Donald Trump in den USA sowie die populistischen Strömungen in Europa sagte Waltz im Interview mit dem "Focus": „Wissen Sie, aus der Distanz lernt man erst zu schätzen, wie demokratisch, freiheitlich und liberal denkend die deutsche Kultur ist, gerade auch die politische.“

Österreicher würden "lemmingartig" zum Abgrund streben

Im Fall der neu angesetzten Bundespräsidentenwahl in seinem Heimatland Österreich denkt der 59-jährige Charakterdarsteller auch über ein persönliches Engagement nach: „Nicht dass ich glaube, ich könnte was ändern“, so Waltz, „aber ich habe schon das Bedürfnis, etwas beizutragen."

Er wolle keine simple Wahlempfehlung abgeben, aber zur Vernunft aufrufen. "Ich wäre schon bereit, mit Menschen über die Gründe zu sprechen, die sie lemmingartig zum Abgrund streben lassen.“

Waltz für Änderungen in der Migrationspolitik - aber ohne Populismus

An die Adresse der FPÖ gerichtet betont Waltz: „Die Immigration ist durchaus eine Sache, die möglicherweise anders überlegt gehört – aber das heißt doch nicht, dass man jede Form der Überlegung willkürlich einer radikalen Nichtlösung opfert. Denn die Ideen dieser Herren Populisten lösen ja nichts, null.“

Erst kürzlich machte Waltz mit sehr klaren politischen Äußerungen auf sich aufmerksam. Zum Rücktritt des rechtspopulistischen Briten Nigel Farage nach dem Brexit sagte er gegenüber Sky News: "Natürlich verlässt die Oberratte das sinkende Schiff." Die anderen müssten nun die Scherben aufsammeln, und das zeige, "wie jämmerlich diese Leute (Johnson und Farage, Anm. d. Red) sind."

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