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Das ist der Brexit-Plan der neuen britischen Regierung

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THERESA MAY
Nicht so eilig: Das ist der Brexit-Plan der neuen britischen Regierung | Peter Nicholls / Reuters
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  • Langsam zeichnet sich eine Strategie ab, mit der die britische Regierung den EU-Austritt bewerkstelligen will
  • Handelsminister Fox sieht den Termin zum 1. Januar 2019 gekommen

Das Brexit-Votum kam mit einem dicken "vielleicht“. Nachdem die britische Bevölkerung Ende Juni für den EU-Austritt gestimmt hatte, schien niemand im Land wirklich zu wissen, wie es weitergeht.

Keine 24 Stunden nach dem Referendum zweifelten die ersten, dass der Brexit tatsächlich vollzogen werden könne.

Nun hat sich die britische Regierung neu formiert – und zum ersten Mal einen Zeitplan für den Austritt durchblicken lassen.

2019 soll es so weit sein

Handelsminister Liam Fox sagte der "Sunday Times“, er bereite sich auf einen EU-Austritt zum 1. Januar 2019 vor.

Fox ist als Handelsminister für die Aushandlung der nach dem Brexit notwendig werdenden neuen Handelsverträge zuständig. Der Politiker gilt als entschiedener Kritiker der Europäischen Union. In seinem neu geschaffenen Amt soll er den Austritt Großbritanniens aus der EU regeln.

Gespräche mit USA, Kanada und Australien

Für den Brexit will er zunächst einmal die wirtschaftlichen Voraussetzungen schaffen.

Bei Gesprächen über künftige Handelsbeziehungen mit Partnerländern will Großbritannien daher auf die Tube drücken. Fox hat mit Kanada nach eigenen Angaben bereits am Freitag "sehr erfolgreiche“ Gespräche geführt. Er kündigte in der "Sunday Times“ an, bald zu Gesprächen in die USA zu reisen.

Auch der australische Premierminister Malcolm Turnbull will nach Angaben von May möglichst rasch einen Freihandelspakt mit Großbritannien vereinbaren. Ein Telefongespräch mit ihm am Samstagabend sei sehr ermutigend verlaufen. Solange Großbritannien allerdings noch in der EU ist, können solche Verträge noch nicht unterzeichnet werden.

Auch Brexit-Minister drückt auf die Bremse

David Davis, der neue britische Minister für den Austritt aus der EU, erklärte dennoch, es mit dem Brexit nicht überstürzen zu wollen.

Er will erst zum Jahreswechsel mit Brüssel darüber sprechen. Als sein erstes Ziel propagiert er, mit Ländern wie den USA und China Freihandelsverträge abzuschließen. Dann hätten britische Unternehmen Zugang zu einer Freihandelszone „von beinahe doppelter Größe der EU“.

Es wird erwartet, dass die Verhandlungen circa zwei Jahre in Anspruch nehmen. Beginnen sie zum Jahreswechsel, könnte Fox’ Plan also aufgehen.

Mit Material der dpa.

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