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Wie eine Krebskranke jahrelang ihre Leiden vor ihrem Freund geheimhielt - und er ihr schließlich das Leben rettete

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Cheryl Murray, 27, aus Clydebank bei Glasgow lebte ein Jahrzehnt mit einer wachsenden Beule an ihrem rechten Fuß - und versteckte sie zwei Jahre lang vor ihrem Freund. Doch als sie schließlich ihr Geheimnis mit ihm teilte, rettete das ihr Leben.

Zu Beginn dachte die heute 27-jährige Buchhalterin, es wäre nichts Ernstes, sondern einfach nur eine "Beule", wie sie erzählte. Sie bemerkte die schmerzhafte Ausbuchtung zum ersten Mal im Alter von 15 Jahren. Sie dachte damals, es wäre ein Bänderriss, weil sie zuvor auf dem Bürgersteig umgeknickt war.

Ihr Doktor empfahl ihr eine Physiotherapie. Auch wenn die Beule nicht verschwand, machte sie sich keine großen Sorgen - sie dachte, sie müsse wohl einfach mit der kleinen Ausbuchtung leben.

Jahrelang verbarg sie die Beule vor ihrem Freund

Allerdings wuchs die Beule über die Jahre, begleitet von einem konstanten, dumpfen Schmerz.

Als die junge Frau 2012 auf einer Party bei einem gemeinsamen Freund ihren heutigen Partner David McKenzie zum ersten Mal traf, versteckte sie die Beule vor ihm. Sie schämte sich, fühlte sich unsicher.

Die Britin achtete darauf, ihre Beine zu überschlagen und den rechten Fuß unter dem linken zu verstecken. Weil sie nicht zusammen lebten, sei das Geheimhalten gar nicht so schwer gewesen, sagte sie.

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Die Beule wurde so groß wie ein Golfball

Aber Anfang 2014 wurde die Beule zu groß und schmerzhaft, um sie zu verbergen und Murray offenbarte ihn gegenüber ihrem Freund.

"David fragte mich, was mit meinem Fuß verkehrt sei", erzählt sie laut der Huffington Post UK. "Ich sagte, es sei ein Bänderriss - aber er meinte, das sei etwas Ernsteres."

Zu diesem Zeitpunkt war die Beule so groß wie ein Golfball. McKenzie überzeugte sie, nochmals einen Arzt aufzusuchen. Nach Röntgen, Biopsie und MRT-Scans in einem Krankenhaus in Glasgow folgte dann die Diagnose: Krebs - genauer gesagt ein Sarkom, also Gewebekrebs.

Die Schocknachricht: Das Bein muss amputiert werden

An diesem Tag erfuhr Murray auch, dass ihr Bein ab dem Knie amputiert werden müsse, um eine weitere Ausbreitung des Krebses zu verhindern.

"Ich war hysterisch", berichtet sie. "Ich war so geschockt, dass ich nicht sprechen konnte. Ich dachte, mein Leben wäre zu Ende."

Murray sagte ihrem Freund, dass sie es ihm nicht verübeln würde, wenn er nicht bei ihr bleiben wollte. Doch er schwor, bei ihr zu bleiben: Er wolle sein restliches Leben mit ihr verbringen.

Zusammen mit ihrem Freund schaffte sie es, durchzuhalten

Kurz darauf, während einem Wochenendtrip nach Edinburgh, hielt er um ihre Hand an. Er sei auf die Knie gesunken und habe gesagt: "Ich will mein restliches Leben mit dir verbringen. So etwas gemeinsam durchzustehen, hat uns nur stärker gemacht. Willst du mich heiraten?", erzählt Murray. Sie sei in Tränen ausgebrochen - und habe ja gesagt.

Die Ermutigungen ihres Freundes und seine Absicht, sie zu heiraten, gaben der Britin die Motivation, durchzuhalten. Nur zwei Wochen nach dem Antrag wurde ihr im Juni 2014 das halbe Bein amputiert.

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Sie saß im Rollstuhl, begann eine Physiotherapie. Zwei Monate später wurde die Beinprothese angepasst. "Ich sage meinem Freund täglich, dass ich mir nicht vorstellen kann, was ich ohne ihn getan hätte", gesteht sie. "Mit dem Wissen, dass ich ein Leben mit ihm aufbauen will, konnte ich weitermachen."

Mittlerweile hat Murray sich erholt und schaut positiv in die Zukunft. Die Hochzeit ist nun für 2018 oder 2019 geplant.

Foto Credit: PA Real Life

Dieser Beitrag erschien ursprünglich in der Huffington Post UK und wurde von Elisabeth Kagermeier aus dem Englischen übersetzt und bearbeitet.

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(lm)