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Erdogan fordert USA auf, Erzfeind Fethullah Gülen auszuliefern

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GULEN
Erdogan fordert USA auf Fethullah Gülen auszuliefern | ASSOCIATED PRESS
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  • Der türkische Präsident Erdogan fordert von US-Präsident Obama die Auslieferung Fethullah Gülens
  • Erdogan sieht in Gülen den Verschwörer hinter dem niedergeschlagenen Putschversuch

Die türkische Regierung hat die USA aufgefordert, den Anführer der islamistischen Hizmet-Bewegung, Fethullah Gülen, auszuliefern. Erdogan sieht Gülen, der im US-Exil lebt, als Initiator des am Freitagabend gescheiterten Putschversuchs in der Türkei.

Erdogan wandte sich mit seiner Forderung direkt an US-Präsident Barack Obama. Wenn die USA und die Türkei tatsächlich strategische Partner seien, müsse Obama handeln, sagte der türkische Präsident bei einer Ansprache vor Anhängern in Istanbul am Samstagabend.

USA denkt über Auslieferung nach

Bereits zuvor hatte US-Außenminister John Kerry erklärt, über die Auslieferung Gülens nachzudenken, falls die Türkei die Schuld des Erdogan-Erzfeindes nachweisen könne.

Der heute 75-jährige Gülen machte sich ursprünglich als einflussreicher islamischer Prediger einen Namen. Bis in die 1980er Jahre hinein wirkte er als Imam in verschiedenen türkischen Städten.

Das ist die Gülen-Bewegung

Mit seinen Predigten und Büchern begeisterte Gülen viele Gläubige, seine Bewegung Hizmet legte einen ihrer Schwerpunkte auf die Verbesserung von Bildungschancen. Wirtschaftliche Macht gewann die Gülen-Bewegung mit eigenen Schulen, Bildungseinrichtungen, Wirtschafts- und Medienunternehmen.

Erdogan wirft seinem einstigen Verbündeten vor, Parallelstrukturen im Staat errichten zu wollen und seinen Sturz zu betreiben. Die Regierung geht massiv gegen mutmaßliche Gülen-Anhänger vor, die sie vor allem bei der Polizei und in der Justiz vermutet.

Gülen ist für Erdogan ein Terrorist

Nach einem Korruptionsskandal im engsten Umfeld von Erdogans Regierungspartei AKP, der Ende 2013 in der Festnahme mehrerer Ministersöhne gipfelte, wurden zahlreiche mit den Ermittlungen befasste ranghohe Polizisten des Amtes enthoben.

Für Aufsehen und Entrüstung weltweit sorgte, als die Gülen-Bewegung nahestehende Tageszeitung "Zaman" im März von der Polizei gestürmt wurde. Die Zeitung - eine der auflagenstärksten des Landes - wurde unter staatliche Zwangsverwaltung gestellt und auf Kurs von Erdogans AKP gezwungen.

Bereits seit den 90ern im Exil

Die Gülen-Bewegung wurde inzwischen zu einer Terrororganisation erklärt, viele ihrer führende Köpfe stehen auf einer Liste der meistgesuchten Terroristen der Türkei. Die Türkei fordert Gülens Auslieferung.

Der gesundheitlich angeschlagene Prediger lebt seit 1999 im US-Bundesstaat Pennsylvania. Er war nach einer Anklage wegen staatsgefährdender Umtriebe bereits Ende der 1990er Jahre ausgewandert - also schon lange vor dem Zerwürfnis mit Erdogan.

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