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Es reicht nicht, deinen Kindern ein paar Regeln einzuschärfen, damit sie vor Fremden sicher sind

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CHILDREN STRANGER CAR
Um Kinder vor Fremden zu schützen, brauche man einen genauen Notfallplan, glaubt Cyrissa Carlson | Flying Colours Ltd via Getty Images
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Dass das eigene Kind zu Fremden ins Auto steigen, sich verlaufen oder auf dem Schulweg entführt werden könnte, gehört zu den schlimmsten Horrorszenarien, die sich besorgte Eltern ausmalen können.

Für Cyrissa Carlson aus dem US-Bundesstaat Ohio ist dieser Schrecken Realität geworden - und sie zieht daraus eine wichtige Lehre: Den Kindern ein paar allgemeine Regeln einzuschärfen reicht nicht, damit sie vor Fremden sicher sind. Man braucht einen abgesprochenen Notfallplan. Davon erzählt sie in einem Video, das sie auf Facebook hochgeladen hat und bei vielen Eltern auf große Resonanz stieß.

Zwei Kinder gehen verloren - und steigen zu einer Fremden ins Auto

Zu diesem Schluss kam sie, weil ihr Sohn für einen Tag auf dem Ausflug eines Sommercamps war. Der siebenjährige Chase und ein fünfjähriger Freund bildeten bei einer Wanderung das Ende der Gruppe. Sie verloren den Anschluss - dass sie weg waren, fiel den Betreuern erst eine Viertelstunde später auf.

Die beiden Kinder versuchten, die Gruppe zu finden und landeten dabei schließlich auf dem Parkplatz einer Schule außerhalb des Waldes. Sie seien allein und verängstigt gewesen, glaubt die Mutter.

In diesem Moment hielt ein Auto neben den beiden - darin saß eine Frau, die den Jungen anbot, mitzufahren. Cyrissa Carlson hätte sich nie vorstellen können, dass ihr Sohn zu einer fremden Person ins Auto steigen würde - und doch tat er es.

Chase hatte Glück im Unglück - und viel gelernt

Die zwei Jungen hatten Glück - die Frau hatte nur die besten Absichten und brachte sie wohlbehalten zurück nach Hause. Doch Carlson will sich nicht vorstellen, was passiert wäre, wenn jemand anderes des Weges gekommen wäre, wie sie später in dem Video sagte.

Als sie Chase fragte, warum er zu jemandem Fremden in den Wagen gestiegen sei, antwortete er: Weil er es nicht gewusst habe, was er sonst tun solle. Chase sei eben ein orientierungsloses Kind in Panik gewesen, das zusätzlich versuchte, auf ein kleineres Kind aufzupassen.

Deswegen will Carlson mit ihrem Video auf Facebook nun andere Eltern warnen, dass sie mit ihren Kindern einen Sicherheitsplan ausmachen sollen.

Genaue Antworten statt allgemeine Regeln vereinbaren

Beispielsweise hat sie nun mit Chase vereinbart, dass er nicht nur nie zu Fremden ins Auto steigen soll, sondern auch, was genau er in so einem Fall sagen soll: "Nein danke, ich möchte nicht mitfahren, aber darf ich Ihr Telefon ausleihen, damit ich meine Mutter anrufen kann?" oder "Nein danke, aber kann ich bitte Ihr Telefon ausleihen und die Polizei anrufen?"

Sie habe daraus auch gelernt, dass sie ihren Kindern auf Ausflügen nun ein altes Telefon mitgeben werde, das sie im Notfall benutzen können. Mehr Tipps gibt sie in dem Video:

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(lm)