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Französischer Premierminister Valls: Täter hatte Verbindungen zum radikalen Islamismus

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Das Wichtigste zum Drama in Nizza in Kürze:

Am Donnerstagabend ist ein Lkw-Fahrer in Nizza absichtlich ein eine Menschenmenge gerast, die sich ein Feuerwerk zur Feier des französischen Nationalfeiertags ansah.

Mindestens 84 Menschen starben, darunter auch viele Kinder. Die Polizei erschoss den Fahrer. Das Motiv des Mannes ist unklar - doch alles deutet auf einen gezielten Anschlag hin.

20:23: Französischer Premierminister Valls: Täter hatte Verbindungen zum radikalen Islamismus

Der französische Premierminister Manuel Valls hat im Interview mit dem französischen Fernsehsender France2 erklärt, es handle sich bei dem Verbrechen zweifellos um einen Terroranschlag. Der Täter habe "auf irgendeine Weise" Verbindungen zum radikalen Islamismus, das sei sicher.

Die Sicherheitskräfte treffe keine Schuld am Massaker. Es gebe keine Hinweise auf ein Versagen des Sicherheitsapparates.

19:01 Uhr: Bekannter des Attentäters: "Er war kein Moslem"

Gegenüber der "Daily Mail" sagte ein Cousin der Ehefrau des mutmaßlichen Attentäters: "Er hat Alkohol getrunken, Schweinefleisch gegessen und Drogen genommen. Er war kein Moslem. Er hat seine Frau geschlagen, er war ein widerlicher Typ."

17:21 Uhr: 10 Kinder unter den Toten

Ein französischer Amtsträger hat bestätigt, dass sich 52 Menschen in kritischem Zustand befinden. 25 Menschen erhielten derzeit lebenserhaltende Maßnahmen. Insgesamt gebe es 202 Verletzte.

10 Kinder seien bei dem Anschlag am Abend ums Leben gekommen. Die Zahl der Toten liegt noch immer bei 84.

17.00 Uhr: Foto des Attentäters veröffentlicht

Die Nachrichtenseite "Obs" pic.twitter.com/rKTGPThvfG" target="_hplink">hat das Bild eines Mannes veröffentlicht, bei dem es sich um den Attentäter handeln soll.

15.18 Uhr: Hollande spricht von 50 Verletzten in kritischem Zustand

Der französische Präsident François Hollande hat in einer Ansprache von 84 Toten und 50 Schwerverletzten "zwischen Leben und Tod" gesprochen. Unter den Opfern seien Menschen vieler Nationalitäten.

Hollande dankte den Polizeibeamten, die in Nizza im Einsatz waren. Die Polizei sei "der Stolz Frankreichs".

14.44 Uhr: Claudia Roth: "Dieser Terror will Europa spalten"

Nach dem Anschlag von Nizza hat Grünen-Politikerin Claudia Roth ihre Trauer mit den Opfern bekundet.

Der Huffington Post sagte Roth: "Meine Gedanken sind in Frankreich, wo in den vergangenen Monaten so oft unfassbare und plötzliche Gewalt erlitten werden musste. Mein Mitgefühl gilt allen, die in dieser Nacht Angehörige, Liebste und Nächste verloren haben, und ich wünsche allen Verletzten gutes und vollständiges Genesen."

Die Vize-Präsidentin des Bundestages betonte, der Terror mache keine Unterschiede, er richte sich gegen jede Nationalität, jede Religion, jede Hautfarbe, gegen jedes Alter.

Claudia Roth: "Dieser Terror will Europa spalten, er will unsere Gesellschaften spalten. Die richtige Antwort auf diese Gewalt kann deswegen nur unser unbedingter Wille zu einem friedlichen Zusammenleben, zu inklusiven und solidarischen Gesellschaften, zur Freiheit, zur Toleranz, zum Respekt und zur Vielfalt sein. Liebe ist stärker als Hass, Hoffnung stärker als Angst.“

14.30 Uhr: Passagiere dürfen wieder in Flughafen Nizza

Ein Reporter der Agentur AP berichtet, Passagiere dürften wieder in den geräumten Flughafen Nizza zurückkehren und ihr Gepäck holen.

14.28 Uhr: Identität des Todesfahrers steht fest

Wie die Agentur AP meldet, haben die Behörden bestätigt, dass es sich bei dem Todesfahrer um den Mann handelt, dessen Pass auch im Lkw gefunden wurde: Mohamed Lahouaiej-Bouhlel.

14.02 Uhr: Teile des Flughafens Nizza geräumt

Über Twitter verbreitet sich die Nachrichte, dass zumindest Teile des Flughafens Nizza geräumt wurden. Offenbar hatte ein herrenloses Gepäckstück den Alarm ausgelöst.

13.39 Uhr: Der Zentralrat der Muslime in Deutschland verurteilt Attacke

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland unter seinem Vorsitzenden Ayman Mazyek verurteilt die "feige" Attacke "auf Schärfste", die Menschen seien "hinterhältig ermordet" worden. "Die Werte der Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit, die Werte der französischen Revolution sind unsere Werte. Sie anzugreifen bedeutet, uns alle anzugreifen.“

Zusammengefasst: Was wir über den Täter von Nizza wissen

Mazyek reagierte außerdem auf einen Tweet, in dem Muslime pauschal für den Terror verantwortlich gemacht wurden:

13.34: Fotos aus der Wohnung des Verdächtigen aufgetaucht

Die AFP-Journalistin Catherine Marciano twittert Fotos aus der Wohnung, in der der Verdächtige gewohnt haben soll.

13.31 Uhr: Polizei sprengt verdächtiges Paket

Die Polizei hat im Norden Nizzas, an der Route de Turin, laut Berichten der Zeitung "Nice-Matin" ein verdächtiges Paket gesprengt. Offenbar war es nahe der Wohnung gefunden worden, in der der mutmaßliche Attentäter gewohnt hat. In den Medien ist von einer Bombendrohung die Rede.

13.16 Uhr: Islamische Religionsgelehrte verurteilen Anschlag

Der britische "Guardian" hat Stellungnahmen muslimischer und arabischer Führungspersönlichkeiten gesammelt. Demnach verurteilte Ägyptens Großmufti "Saboteure, die dem Teufel folgen, werden in diesem und im kommenden Leben verdammt werden", zitiert ihn die Zeitung.

Der saudische Kleriker Scheich Salman al-Auda sagte demnach, der Attentäter werde von "Gott, seinen Engeln und allen Menschen" bestraft werden.

Zusammengefasst: So lief die Schreckensnacht von Nizza ab

Die für Religionsfragen maßgebliche Al-Azhar-Universität in Kairo teilte mit, die "abscheuliche Terrorattacke" widerspreche dem Islam.

Auch wichtige Politiker der arabischen Welt verurteilten den Anschlag.

12.50 Uhr: Hollande eingetroffen

Frankreichs Präsident Francois Hollande ist in Nizza eingetroffen. Er wird sich vor Ort über die Gräuel informieren. Das Foto zeigt ihn im Lagezentrum.

12.45 Uhr: Weitere Ausländer unter den Toten

Laut der Zeitung "Nice-Matin" sind nicht nur Franzosen, Deutsche und US-Amerikaner ums Leben gekommen, sondern auch eine Russin, eine Armenierin und ein Ukrainer.

12.07 Uhr: Ermittler finden angeblich zweiten Ausweis

Es kursiert die Meldung, Ermittler hätten einen zweiten Ausweis in dem Lkw gefunden. Auf wen er ausgestellt wurde, ist nicht bekannt.

Der erste Pass lautete allen Informationen nach auf Mohamed Lahouaiej Bouhlel, den mutmaßlichen Todesfahrer.

12.07 Uhr: Mindestens drei Deutsche gestorben

Nach Angaben der "Welt" hat die Berliner Schulaufsicht einen Bericht des Senders RBB bestätigt: Demnach kamen eine Lehrerin und zwei Schüler auf Abifahrt ums Leben.

Laut "Tagesspiegel" könnten die drei Opfer von der Paula-Fürst-Schule in Charlottenburg stammen. Ein Lehrer hatte der Zeitung bestätigt, dass sie vermisst würden.

Zum Zeitpunkt des Anschlags befanden sich nach "Tagesspiegel"-Informationen mindstens sieben Berliner Schulklassen in Nizza.

12.04 Uhr: Zwei US-Amerikaner unter den Toten

Nach Angaben des US-Außenministeriums kamen auch zwei US-Amerikaner bei dem Anschlag in Nizza ums Leben.

11.31 Uhr: Mehr als 50 Kinder in Klinik

Medien berichten, unter den Toten seien zehn Kinder, außerdem sollen mehr als 50 Kinder ins Krankenhaus gebracht worden sein. Eine offizielle Bestätigung der schlimmen Nachricht steht noch aus.

11.24 Uhr: Klassen aus sechs Berliner Schulen in Nizza

Zum Zeitpunkt des Anschlags von Nizza befanden sich auch Schüler der Berliner Paula-Fürst-Gemeinschaftsschule in der südfranzösischen Stadt. Das sagte am Freitag Schulrätin Ilse Rudnick. Insgesamt hätten sich seit Montag 28 Schülerinnen und Schüler auf Kursfahrt in Nizza befunden. "Wir können Ihnen noch keine weiteren Informationen geben", sagte sie vor Journalisten.

Insgesamt hatten sich Klassen aus sechs Berliner Schulen in Nizza aufgehalten. Fünf Schulen gaben Entwarnung.

11.16 Uhr: "Ich hörte Schreie, die ich niemals vergessen werde"

Damien Allemande, Journalist bei der Lokalzeitung "Nice-Matin" beschreibt, wie er das Attentat erlebt hat. "Der LKW raste nur ein paar Meter von mir entfernt in die Menschenmenge. Ich habe erst überhaupt nicht reagiert. Ich sah Körper umherfliegen wie Bälle. Ich hörte Schreie, die ich niemals vergessen werde. Ich war wie gelähmt, ich konnte mich nicht bewegen."

11.13 Uhr: CSU-Politiker Mayer fordert härteren Kampf gegen islamistischen Terror

stephan mayer
Foto: dpa

Der innenpolitische Sprecher der Union, Stephan Mayer, hat Konsequenzen aus dem Anschlag in Nizza gefordert. "Er zeigt die brutale und gemeine Fratze des islamistischen Extremismus und Terrorismus", sagte er der Huffington Post. "Der internationale Kampf gegen den islamistischen Terrorismus muss intensiviert werden. Das trifft insbesondere auch für die Verbesserung des Datenaustausches zwischen den Sicherheitsbehörden zu", sagte der CSU-Politiker. Er nannte den Anschlag "menschenverachtend und barbarisch".

11.05 Uhr: Deutschland verstärkt Grenzkontrollen

Nach dem Terroranschlag in Nizza hat die Bundespolizei ihre Kontrollen an den Grenzen zu Frankreich verstärkt. Das gelte für die Grenzübergänge an den Autobahnen und anderen Straßen, an Flughäfen und in den Zügen, wie die Bundespolizei in Potsdam am Freitag mitteilte. Die Maßnahmen seien mit den französischen Behörden abgestimmt. Weitere Details könnten aus einsatztaktischen Gründen nicht genannt werden.

Alle Entwicklungen vor 11 Uhr am Freitag könnt ihr hier nachlesen.