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Nizza: IS rief bereits mehrfach zu Anschlägen mit Autos auf

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  • In Propagandavideos hatte der IS zuletzt mehrfach zu Anschlägen mit Fahrzeugen in Europa aufgerufen
  • Womöglich ließ sich der Täter von Nizza davon inspirieren
  • Frankreichs Spitzenpolitiker sprechen am Freitagmorgen bereits von einer neuen "Geißel des Terrorismus"

Nach dem Attentat von Nizza steht Frankreich unter Schock - wieder einmal. Gerade erst hatte Frankreichs Präsident François Hollande ein Ende des Ausnahmezustands angekündigt, da sterben erneut über 80 Menschen.

Ein Lastwagen rast in eine Menschenmenge - die Bilder der Verletzten und Toten auf einer der bekanntesten Flaniermeilen Europas gehen gerade um die Welt.

Womöglich war der Täter inspiriert von IS-Propagandavideos, in denen bereits in den vergangenen Jahren zu Anschlägen mit Fahrzeugen aufgerufen wurde.

Wie mehrere Medien berichten, habe IS-Sprecher Mohammed al-Adnani bereits im September 2014 dazu aufgerufen, "ungläubige Amerikaner oder Europäer, besonders die boshaften und schmutzigen Franzosen“ zu töten. Wer die Chance habe, einen „Ungläubigen“ zu töten, der solle ihn mit einem Auto überfahren.

Auch mehrere französischstämmige IS-Kämpfer sollen im Netz mehrmals zu Auto-Anschlägen auf sogenannte "Ungläubige" in Europa aufgerufen haben.

So kursierte Ende 2014 ein IS-Propagandafilm im Netz, in dem IS-Kämpfer ihre französischen Pässe verbrannten.

Einer der Männer, der später als der französische Staatsbürger Abu Salman al-Faranci identifiziert wurde, rief Muslime dazu auf, "innerhalb Frankreichs zu operieren".

"Überfahrt sie mit euren Autos"

"Terrorisiert sie, lasst sie vor lauter Angst nicht schlafen. Bringt sie um, spuckt in ihre Gesichter, überfahrt sie mit euren Autos", lautete Abu Salmans Botschaft damals.

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("Überfahrt sie mit euren Autos": Der französischstämmige IS-Kämpfer Abu Salman in einem Propagandavideo aus dem Jahr 2014)

Der genaue Hintergrund des Anschlags in Nizza ist bislang zwar noch nicht bekannt - vieles spricht aber dafür, dass sich der Täter von solchen oder ähnlichen Propaganda-Botschaften des IS hat leiten lassen.

Frankreichs Innenminister teilte am Freitagmorgen mit, die Polizei habe "einen Terroristen ausschalten können". Und auch Präsident Hollande sprach von einem terroristischen Charakter der Tat. "Wir müssen alles tun, um die Geißel des Terrorismus zu bekämpfen", sagte der Staatschef in Paris.

In Medienberichten hieß es, im Lastwagen vom Nizza-Anschlag seien die Ausweispapiere eines 31-jährigen, franko-tunesischen Einwohners von Nizza und Attrappen von Feuerwaffen gefunden worden.

(sma)

Terroranschlag in Nizza - Lastwagen rast in Menschenmenge