Huffpost Germany

Augenzeuge von Nizza beschreibt dramatischen Szenen: "Dann brach in der Menge Panik aus"

Veröffentlicht: Aktualisiert:
Drucken

In Nizza ist ein Lastwagenfahrer während des Feuerwerks zum Nationalfeiertag in eine Menschenmenge gerast. Er hat mindestens 80 Menschen getötet. Zudem soll es rund hundert Verletzte geben. Danach soll der Attentäter um sich geschossen haben.

Vor Ort in Nizza war ein Paar, das seinen Urlaub in der Stadt verbrachte. Der "Huffington Post" schildern sie die chaotischen Szenen:

"Die Polizisten schrien: 'Da ist ein Laster am Strand'"

"Das Feuerwerk war gerade zu Ende und wir waren am Strand und wollten gerade nach Hause gehen. Es war eine riesige Menschenmenge. Wohl um die 100.000 Personen. Man hatte am Strand nicht einmal Platz, sich hinzusetzen. Wir sind also los, um unser Auto im Stadtzentrum zu holen.

Plötzlich kamen 6 bis 7 Polizisten auf uns zugerannt und schrien: 'Da ist ein Laster am Strand.' Sie sagten uns, dass wir nach Hause gehen und die Kinder mitnehmen sollten. Dann brach in der Menge Panik aus.

"Wir habe uns flach auf den Boden gelegt"

Die Menschen rannten daraufhin genau in die entgegengesetzte Richtung, die die Polizisten angezeigt hatten. Wir wussten nicht, was wir machen sollten und haben uns flach auf den Boden gelegt. Wir dachten uns, dass das die beste Lösung ist, falls Schüsse fallen. In dem Moment wussten wir noch überhaupt nicht, wie schlimm die Attacke ist.

Die Menschen haben angefangen, sich auf die Straße zu legen, manche haben die Tische der Cafés einfach umgeschmissen und überall hörte man Glas zerbrechen. Wir waren mit einer ungefähr 80-jährigen Frau zusammen, die sich nur schlecht auf den Boden legen konnte. Wir entschieden dann, ihr wieder aufzuhelfen. Wir haben uns die ganze Zeit gesorgt, dass sie nicht in Panik ausbricht.

"Der Crêperie-Besitzer hatte Angst, die Attentäter könnten ihn erschießen"

Die Händler hatten inzwischen schon ihre Läden geschlossen, aber wir konnten uns noch in eine Crêperie flüchten. Der Besitzer sagte uns, dass wir in den Keller rennen sollen. Er hatte Angst, dass die Attentäter uns von der Straße aus sehen und erschießen könnten. Er war völlig hysterisch. Er hat seinen Sohn angeschrien, der das Restaurant verlassen wollte.

Als wir dann sahen, dass die Menschen auf der Straße langsamer liefen, haben wir das Restaurant verlassen. Als wir dann endlich im Auto saßen, gab es einen riesigen Stau. Als wir dann endlich Zuhause waren, haben wir den Fernseher angemacht. Erst dann haben wir wirklich verstanden, was eigentlich passiert ist."

Dieser Artikel erschien zuerst bei Huffington Post France und wurde von Benjamin Reuter übersetzt.

Hier beschleunigt der Lastwagen-Angreifer von Nizza

(glm)