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"Don't Pokemon and drive": Der Wahnsinn ist bei der Polizei angekommen

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"Don’t Pokemon and Drive!“ Im Netz verbreitet sich das Foto eines US-Highways mit diesem Hinweis auf der Anzeigetafel. Eine Montage, wie SWR Info recherchiert hat.

Arizonas Verkehrsbehörde warnt wirklich großflächig vor Pokémon Go

Aber so weit hergeholt ist die Sache nicht. Das Arizona Department of Transportation (A.DOT), die Verkehrsbehörde des US-Bundesstaates, hat auf ihrer Internetseite angekündigt, solche Hinweise tatsächlich auf den Anzeigetafeln anzuzeigen. "Pokémon Go ist ein No-Go beim Fahren“, soll dort stehen.

Solche Aktionen sind in den USA nichts Neues, in Iowa etwa warnten die Behörden Autofahrer schon vor zwei Jahren vor der Verwendung von Apps während der Fahrt.

#DontCatchAndDrive

Das Augmented-Reality-Spiel Pokémon Go fürs Smartphone ist erst seit etwa einer Woche in den USA eingeführt, hat sich aber derart rasant verbreitet, dass die Behörden um die Verkehrssicherheit fürchten.

Die Spieler laufen oder fahren bei eingeschalteter GPS-Ortung mit ihrem Smartphone durch die Gegend und fangen dabei kleine Monster, die Pokémon.

Zwar haben sich erste Meldungen zu Horror-Unfällen wegen Pokémon Go als falsch erwiesen https://www.washingtonpost.com/news/the-intersect/wp/2016/07/11/dont-fall-for-these-dumb-pokemon-go-hoaxes/, aber das Spiel fasziniert so viele Spieler so sehr, dass sich die Polizei weltweit sorgt. Bei Twitter hat sich inzwischen sogar ein eigener Hashtag dafür durchgesetzt: #DontCatchAndDrive

Münchner Polizei hat schone einen Pokémon-"Fahndungserfolg"

Auch in Deutschland, wo das Spiel offiziell seit Mittwoch verfügbar ist, posten die Polizeidienststellen Warnungen. Und üben sich in Humor:

Die Polizei München postet ein Foto mit ihrem jüngsten "Fahndungserfolg“: einem Pokémon, das jetzt in einer Zelle eingesperrt ist. Um dann noch ein paar Ermahnungen für Verkehrsteilnehmer hinterherzuschieben.

Die Berliner Polizei postet: "Schnappt sie euch ... aber nicht um jeden Preis.“

Pokémon-Go-spielender Autofahrer in Bremen angezeigt

Wer nun meint, das alles sei doch arg weit hergeholt: Nein, ist es nicht.

In Bochum hat die Polizei einen jungen Autofahrer schon beim Spielen erwischt und angezeigt:

Erschreckend viele Unfälle nach Smartphone-Nutzung

Jeder zehnte Unfall ist nach einer Schätzung des ADAC auf unzulässige Handynutzung zurückzuführen. Nach einer Studie der Dekra tippen etwa acht Prozent der Fußgänger auf dem Handy, wenn sie über die Straße gehen. Diejenigen, die durch Telefonieren abgelenkt sind, sind da noch gar nicht mitgezählt.

Die Warnungen sind also mehr als berechtigt. Trotzdem gibt es schon ein bisschen Gefrotzel über die Polizei und Pokémon Go. Das, zugegeben, auch Laune macht:

Gefrotzel auf Twitter

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(lk)